RIVULETS

Posted in Release on December 11th, 2011 by D.K.

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Rivulets ist der amerikanische Singer-Songwriter Nathan Amundson, der passend zur Jahreszeit sein neues Album “We´re Fucked” veröffentlicht hat.

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“We´re Fucked” ist das vierte Full-Length-Album von Rivulets und beinhaltet 13 Balladen oder balladeske Songs. Die Musik wird wie im Opener “Interstate” meist von Akustikgitarre und der zerbrechlich klingenden Stimme von Nathan getragen. Die Vocals werden so intensiv vorgetragen, dass keine Zweifel bestehen, dass hier jemand seine Seele auf der Zunge trägt. “No Talking” zeigt die zweite Seite des Albums. Rivulets als Band mit Gitarre, Bass und Drums. Zuerst steht das Wort und dann wird alles untermalt mit einem instrumentalen druckvollen Ende. Sehr gelungene Songstruktur. “The Road” hat den wohl eingängigste Refrain des Albums und auch wenn die Texte dieses Albums eher in die Richtung Herz- und Weltschmerz gehen, kommt so gut wie nie das Gefühl auf, dass hier jemand Schnulzen vorträgt. Der Albumtitel ist ein Dokument dafür, wie sich Nathan Amundson während der Aufnahmen gefühlt hat, und es freut einen, dass es nicht “We´re Happy” heisst. “Sheep Among Wolves” ist mit seinen sechseinhalb Minuten der längste Beitrag der Platte, mit Akustikgitarre, Percussion und Bass wird der Hörer hier sicher durch das Wolfsrudel geführt. “Change in Your Heart” ist nach ein paar Durchläufen mein kleiner Favorit. Tiefe, leicht verzerrte Gitarre, Amundsons leidende Stimme und ein kleines instrumentales episches Ende. Manchmal reichen auch zweieinhalb Minuten um alles auszudrücken.

“We´re Fucked” ist Ende November über Important Records erschienen.

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INFINITE LIGHT LTD.

Posted in Release on June 5th, 2011 by N

Infinite Light Ltd. ist ein Trio um Aidan Baker (Nadja, Whisper Room, ARC), Nathan Amundson (aka Rivulets), und Mat Sweet (aka Boduf Songs) und es ist nicht so, wie vielleicht zu erwarten, wie beispielsweise Whisper Room und seine rhythmisch angeschobenen Flächen.

InfiniteLightLtd

Das selbstbetitelte Debüt ist viel eher eine Drone-Folk-Psych-Postrock-Mischung mit einem guten Schuss Americana-Experimental-Blues. Und deutlichem Gesang (bei den Stücken, die entsprechend angelegt sind). Ein zentrales Merkmal von Infinite Light Ltd. ist dabei, wie die Multi-Schubladisierung von eben innerhalb der einzelnen Stücke in sehr unterschiedlicher Weise ihren Ausdruck findet: das folkig-dronige „Vision Of God In A Cowbarn“ könnte nicht nur wegen seines Chors fast von Low sein; „The Bullet Sent To Kill Me Is Already On Its Way“ dagegen bündelt seine losen Apreggiofäden nach fast 3 Minuten zu einem Postrock-Semi-Schleicher, der auch den ebenfalls „nicht untalentierten“ Mogwai gefallen würde (und deren Hörern…). Andere Stücke sind dagegen deutlich offener angelegt, experimentell-improvisatorisch, weniger einem greifbaren Format verhaftet. Diese Mischung, hier beschrieben, klingt möglicherweise weniger schlüssig, fügt sich aber tatsächlich gehört zu einem dunklen Wüsten-Soundtrack, genau wie ihn das Cover von Christy und Leo Romanick perfekt illustriert… und das dunkle „December 12“ musikalisch einleitet.

infinite light ltd. vinyl

Erschienen ist das Album über Denovali Records und über die Denovali Mailorder auf schwarzem und farbigem Vinyl und auf CD m Digipack erhältlich. Und das Ganze sieht in Echt noch viel besser aus als auf dem obigen Bild.

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LIVE: AIDAN BAKER & RIVULETS

Posted in ontheroad on March 9th, 2011 by N UND D.K.

Freitagabend, Feierabend, ab nach Dortmund ins Subrosa, denn
Aidan Baker
und Rivulets treten dort auf. Die letzten Konzerte in der Umgebung des Subrosa waren echt gut, wie Scott Kelly in der Pauluskirche oder Dirk Serries und N im Keller des Künstlerhauses. Erwartungen also groß.

aidan baker

Im Subrosa angekommen wird schnell klar, das hier ist ein ganz normaler Freitagabend im Subrosa. Freier Eintritt, Lonely Hearts Club Party, Stammgäste und Aidan Baker und Rivulets und ein paar Fans der beiden sind auch mit dabei. Merchstand ist ein abgedeckter Fußballkicker, Aidan sitzt in der Ecke und schaut sich das Ganze mit einem vom Bart verdeckten Grinsen an. Irgendwann, nach vielen schmachtvollen Balladen aus dem Off, darf er dann auch auf die Bühne. Das bemerken allerdings nicht viele der Gäste. Aidan Baker hat grad angefangen einen Loop als Hintergrunduntermalung aufzubauen, da hört man zwei hochsympathische Frauen laut und gehaltvoll quatschen: „und schmeckt es dir?“- „ja, aber es ist heiß“…

Okay, unsere einzige Chance ist es, uns zwei Barhocker zu schnappen, uns direkt vor Aidan zu setzen und uns auf die Musik zu konzentrieren. Aidan Baker hat an diesem Abend eine zwölfsaitige Akustikgitarre dabei, die er mit einem tragbaren Tonabnehmer an sein Effektboard angeschlossen hat. Er spielt Stücke von seiner neuen Drone-Folk Platte „Only Stories“, aber auch altbekannte Lieder aus seinem Songs-Mit-Vocals-Oeuvre. Baker schafft die Gradwanderung zwischen folkig und dronig-experimentell, so dass die Songs die ganze Zeit unter Spannung stehen, genau wie die Akustikgitarre, die sich immer wieder mit Feedbackeinschüben meldet, was das Konzert aber nicht negativ beeinflusst. Höhepunkt ist dann das Loopauftürmen gegen Ende des Sets. Aidan Baker baut mit dem Cellobogen, mit einem Bottleneck und diversen Effekten eine Soundwand auf, die nach einigen Minuten im zufriedenen Geklatsche der wenigen anwesenden Fans verstummt.

aidan baker

Also: eigentlich ein wirklich schönes Konzert; oder besser: das hätte ein wirklich schönes Konzert sein können, wenn die Umgebung (und hier ist einfach mal gemeint: die anderen Anwesenden) es zugelassen hätten. Es scheint nicht wirklich zu funktionieren, Konzerte mit freiem Eintritt anzubieten, die Gefahr, dass (zu viele) Leute dieses Angebot dann nur als (wenn überhaupt) willkommene Tapete begreifen und ansonsten normales Kneipenverhalten an den Tag legen (d.h. quatschen bis wer auch immer kommt), die ist mehr als realistisch. Und das besonders dann, wenn die Bühnenlautstärke nicht so richtig Bühne sein darf (wegen der Nachbarn, ganz genau…).

Interessant dann der Gleichmut, mit dem Aidan Baker das hingenommen hat; während andere Künstler in einer solchen Situation auch schon mal gern den einen oder anderen bösen Blick ins Publikum werfen oder ihren Set ein wenig abkürzen, blieb Aidan Baker ganz auf seine Musik konzentriert, geradezu versunken, eins mit dem Drone…

Rivulets, auch ein Mann, eine (Elektro-)Gitarre, eine Stimme, dann mit deutlich extrovertierterer Bühnenhaltung; vielleicht auch ein bisschen genervt von dem bis auf ein paar Ausnahmen im groß gleichgültigen Publikum zuvor: Blickkontakt zum Publikum, Bewegung auf der Bühne statt sitzen… Aber, um ehrlich zu sein: an diesem Abend waren die Ignoranten in der Überzahl, und bevor diese es überhaupt bemerkt hatten, dass es da etwas jenseits von Konserve zu hören (und sehen) gab, war das Doppelkonzert auch schon zu Ende…

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Mehr Fotos von Aidan Baker im Subrosa findet ihr hier.

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