PILIA & SPACCAMONTI

Posted in Release on May 1st, 2013 by D.K.

Paolo Spaccamonti und Stefano Pilia sind zwei italienische Musiker, die sich auf Gitarrensounds konzentrieren. Die beiden italienischen Indielabel Escape From Today und Brigadisco haben sich was feines einfallen lassen und eine Split-Vinyl-Veröffentlichung herausgebracht, die jeweils eine EP beinhaltet.

Seite A beinhaltet “Frammenti” von Paolo Spaccamonti und gibt mit drei Stücken einen Einblick ins Schaffen des bisher eher unbekannten Musikers. Spaccamonti beschäftigt sich sehr mit melodiösen Tracks mit klarer Songstruktur und eingängigen Parts. So macht es auch Sinn, dass er für seine Stücke auch Drums einspielen lässt, die ohne viel Wirbel den Rhythmus der Gitarre mitgehen.

Seite B wird von “Stand Behind The Men Behind The Wire” behaust, der aktuellen EP von Stefano Pilia. Wer Pilia noch nicht kennen sollte, hat hier die Möglichkeit einer kleinen Auswahl seines Repertoires zu lauschen. Pilia nutzt das Spektrum von Gitarrensounds voll aus. Auf zwei akustischen Stücken zaubert er mitreißende Arpeggios und auf den restlichen drei Stücken geht er experimentelle Wege auf der E-Gitarre.

Eine lohnenswerte Veröffentlichung für alle, die an frischen experimentellen Gitarrensounds interessiert sind.

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[BOLT] & PETRELS

Posted in Release on March 23rd, 2013 by D.K.

Im Mai 2012 trafen [BOLT] und Petrels zum ersten Mal aufeinander, als sie im Rahmen des Halfplugged Festivals zusammen aufgetreten sind. Irgendwo ab diesem Zeitpunkt müssen dann wohl auch die Pläne geschmiedet worden sein, eine gemeinsame Split zu veröffentlichen. Jetzt ist es soweit. Eine 10inch Split mit zwei rund 10minütigen Tracks steht zum Kauf bereit.

Seite A ziert “[10]” von [BOLT]. Der Song knüpft da an, wo das letztjährige Debüt aufgehört hat. Trocken und stoisch walzen sich die beiden Bässe durch den boltschen Soundkosmos. Zuerst ist Hall der Weggefährte, dann gesellen sich auch die Verzerrung und diverse andere Effekte hinzu, bis am Ende die Elektronik pulsierend einen Schlussstrich zieht. Genialerweise ist die Songstruktur sehr minimalistisch und wirkt nur auf Grund des Effekteinsatzes wie ein aufwendig arrangiertes Epos.

Seite B gehört dem sympathischen Briten, der auf den Namen Petrels hört. “Xolotl Singes The Carpet” ist ein hervorragend unterschwelliger Synthieteppich, der sich allmählich in eine elektronische Klanglandschaft verwandelt, in der Beats und Bässe nicht fehlen dürfen. Mal noisig, mal melodiös und gegen Ende eine Melange aus allem bis dahin Gehörten. Und auch hier ist das Ende eine Art pulsierender Beat.

Zwei vollkommen unterschiedliche Arten der elektronischen Experimentalmusik. Seite A doomig-dronig und handgemacht, Seite B ein Ausbruch von Sounds, die vor allem am Rechner entstanden sind.

 

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THISQUIETARMY & YEAR OF NO LIGHT

Posted in Release on October 3rd, 2012 by D.K.

Im Frühling haben Destructure Records eine Vinylplatte veröffentlicht, die zu Recht nach kürzester Zeit ausverkauft war. Denn das Album “Year Of No Light / Thisquietarmy” (Titel, Bands, Motto in einem vereint) ist eine der überragendsten Veröffentlichungen dieses Jahres. Zu schade also alle außen vor zu lassen, die nicht auf diese großen runden altmodischen Abspielmedien stehen. So oder ähnlich muss wohl der Gedankengang der Jungs von Consouling Sounds gewesen sein, denn jetzt steht das Album kurz vor der Veröffentlichung auf CD.

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Die Besonderheit an dieser Kollaboration ist, dass dieses Album dem Hörer ein Gesamtbild des Schaffens der beiden Acts verschafft. Das Album beginnt mit “Vous êtes un nada mort marchant autour du visible” von Year Of No Light. Ein hell schimmerndes Doommetal Epos. Seit dem letzten Album “Ausserwelt” haben YONL einen Sound entwickelt, der sich trotz hallender hochstimmiger Gitarren wie eine Walze durch den Boden frisst, auf dem der Hörer steht. “Une odeur que je capte quand leur yeux explosent” folgt als erstes gemeinsames Lied von YONL & Thisquietarmy. Wer jetzt ein Feuerwerk von Doom, Drone und Postrocksounds erwartet, der wird zunächst enttäuscht. Der Song ist eine ewig brodelnde Masse aus Ambientsounds. Man kann klar raushören, welcher Act gerade die Sounds beisteuert. Allmählich verdichtet sich die Masse der Sounds zu einer Dronewolke. Acht Minuten für die Ewigkeit. Mit “Aphorismes” steuert TQA sein Solostück bei und überrascht mit einem sehr düsteren Grundsound. Minimalistische Drummachinesounds setzen den Rhythmus. Die Gitarre von Eric Quach baut sich vor dem inneren Auge des Hörers auf. Weiblicher Gesang schimmert zwischendurch auf. Der Song klingt bedrohlich und hoffnungsvoll zugleich. Es folgt wieder ein gemeinsames Stück namens “Langue de feu”. Auch hier verzichten die beiden auf eine Bombastinszenierung und führen das fort, was sie begonnen haben, um dann gegen Ende… hört selbst! YONL & TQA zelebrieren die Liebe zum minimalistischen und noisigen Sound. Eine Split-Kollaboration, die in keinem Plattenregal fehlen darf.

Die CD Version von “Year Of No Light / Thisquietarmy” erscheint am 5. Oktober über Consouling Sounds.

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Die beiden Bands sind übrigens auch auf dem diesjährigen Denovali Swingfest und vielleicht auch zusammen auf der Bühne…

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MAMIFFER & PYRAMIDS

Posted in Release on September 23rd, 2012 by D.K.

Mit Mamiffer und Pyramids haben zwei Bands auf einer Split zusammengefunden, die von ihrer Herangehensweise her sehr gut zusammenpassen. Mamiffer vermengen klassische Elemente mit experimentellen Sounds und Pyramids vermengen elektronische Sounds mit Klängen echter Instrumente. Beide erzeugen durch diese Klangfusionen eindringliche experimentelle Tracks, die vor allem durch ihre Vielfältigkeit überzeugen.

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Seite A der gemeinsamen Split LP gehört Mamiffer. Wer mit Mamiffer Veröffentlichungen vertraut ist, der weiß, dass Splits und Eps immer ein wenig vom Sound der Alben abweichen, so auch hier. “Sophia” gleitet förmlich durch die Nadel in die Lautsprecher. Verzerrte langgestreckte Gitarrensounds breiten sich aus, das Klavier spielt eine melancholiche Melodie. Der Hörer wird in eine Klangwelt gelockt, die Geborgenheit signalisiert. Der Song steigert sich in seiner noisigen Note und mündet in eine Art Mantra aus elektronisch vefremdeten Instrumentensounds. Man könnte ewig zuhören… “Ticha Noc” hat den Geist von House of Low Culture Tracks. Unbeugsam schreiten die noisigen Sounds voran. Mysteriöse Vocals unterstreichen das Gesamtbild, das die Sounds vermitteln. Hier treffen so viele Sounds aufeinander, dass selbst nach mehrfachen Hören immer wieder ein neues Element entdeckt werden kann.

Seite B wird vom 13minütigen “This Is One For Everyone” geschmückt. Die Pyramids tauchten vor einigen Jahren aus dem Nichts auf. Man wusste nichts über sie, nur das ein Typ namens R. Loren die Geschicke der Band in der Hand hat. Heute ist es nicht anders. Pyramids sind ein Mysterium und bleiben es auch. Der Song schreitet durch verschiedene Phasen, in denen immer wieder neue Elemente aufeinander stoßen. So verwundert es nicht, dass Ambientsounds auf Breakbeats und Field Recordings treffen und im nächsten Moment sphärische Gesänge den Song in eine ganz andere Richtung lenken. Keine Schublade, eher ein Schrank voll Stilrichtungen, in denen sich Pyramids ausleben.

Die Mamiffer & Pyramids Split erscheint Ende Oktober über Hydra Head Records, ausschließlich auf Vinyl.

Mamiffer sind übrigens im Oktober zusammen mit Menace Ruine aus Kanada auf Tour durch Deutschland und spielen am 26. Oktober ein exklusives Konzert in der Christuskirche Bochum.

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COILGUNS/KUNZ SPLIT EP

Posted in Release on September 21st, 2011 by M.H.

Pelagic Records wissen mit einer eher unkonventionellen Split-Zusammenstellung zu überraschen. Beide vertretenen Bands, sowohl Coilguns, als auch Kunz, sind Nebenprojekte des The Ocean Kollektivs und setzen sich folgerichtig aus Mitgliedern ebendieser Schweizer Progressive-Post-Metal Formation zusammen.

Den Anfang machen Coilguns, die mit ihren 3 Songs ein gewaltiges Brett auffahren. Aggressiv groovender Post-Hardcore mit ordentlich Metal- und Crust-Einschlag. Zum Einstieg wird das Gaspedal bei “Mastoid” noch knappe drei Minuten gnadenlos durchgetreten, doch bereits das folgende “Phersu” liefert im Mittelteil eine willkommene Tempodrosselung. Auch “Kachinas”, der variantenreiche Abschluss des Coilguns Beitrags, belegt die hohe Musikalität des Trios und untermauert sein Potential.

Bieten Coilguns bereits eine abgespeckte Besetzung, treiben Kunz die Reduktion auf die Spitze. Als Duo geht die aktuelle The Ocean Rhythmusabteilung an den Start, um uns mit knarzig wummerndem Bass, polternden Drums, Krächzgesang und ganz viel Feedback seine persönliche Lesart von dreckigem Sludge-Metal gepaart mit Noise-Rock nahezubringen. Weder Kunz, noch Coilguns erfinden das Rad neu, klingen jedoch frisch und unverbraucht und machen definitiv Lust auf mehr.

Beziehen könnt ihr die Split CD im ansprechend gestalteten Digipak ab dem 23.9. direkt über Pelagic Records.

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SINGLETIPP: BORIS SAADE SPLIT

Posted in Release on August 7th, 2011 by N

Tour-Split-7inch; und die dritte Version von „Czechoslovakia“. Und die bei weitem härteste und brutalste: auf der CD des 2011er „Heavy Rocks“ von Boris fast nur so etwas wie eine Andeutung oder ein Excerpt, auf dem Doppel-Vinyl ausgebaut zu einem perfekten Album-Rausschmeisser im Showdown der Kontraste zwischen Atmosphäre und Killershredding, findet „Czechoslovakia“ hier auf dem kleineren Format zu seiner wahren Größe: Boris, improvisations- und Kollaborationserfahren, holen Tourmate und Saade Sänger Tomas Zakopal ans Mikro und dessen (vermutet) tschechischsprachigen Gesang ganz nach vorn. Killer, gerade durch die ungewohnte (und harte) Sprache und durch Tomas Zakopals eher shoutenden Gesang. Heavy, indeed und unverzichtbar.

Boris_Saade

Saade kommen im Gegensatz zu Boris gekonnter Heavyness deutlich garagiger, ruppiger, tendenziell punkig rüber: körnig zerspellter Gitarrensound über trocken galoppierendem Schlagzeug und der Ein-Ton-Gesang in ungewohnter Sprache; auch hier: ganz klar ja.

Erhältlich über das tschechische Label KYEO, wer will auch im Bundle mit dem Saade Debüt. Hier geht es zum Onlineshop.

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BLACK MOON EMPIRE

Posted in Release on July 24th, 2011 by D.K.

Hinter Black Moon Empire verbirgt sich eine Split-Kollaboration der beiden Postrockbands Collapse Under The Empire aus Hamburg und Mooncake aus Moskau. Die Split ist nach dem gemeinsam eingespielten Song benannt, der die Splitplatte eröffnet.

black moon empire

Mooncake ist ein Quartett aus Moskau, das mit Gitarre, Bass, Drums, Keyboard und Cello melancholisch treibenden Post-Rock erschafft und in Russland zu einer der bekannteren Instrumentalbands gehört. Neben dem gemeinsamen Song mit C.U.T.E., sind noch “Turquoise” und “Novorossiysk 1968” auf der Split vertreten, die die Band von ihrer ruhigeren epischen Seite zeigt.
Die heimischen Collapse Under The Empire zeigen sich mit ihren beiden eigenen Beiträgen “Spark” und “T.S.D.” aggressiver (also immer noch im Postrockrahmen bleibend) und bieten somit einen passenden Kontrast.

Black Moon Empire ist eine gelungene Zusammenkunft zweier Bands aus dem gleichen stilistischen Lager und zeigt, wie vielfältig instrumentaler Postrock umgesetzt werden kann. Die CD erscheint Ende Juli über Oxide Tones, einem deutschen Label, das sich auf Postrockveröffentlichungen konzentriert.

 

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SANKT OTTEN & MAJEURE SPLIT

Posted in Release on December 8th, 2010 by D.K.

Majeure_Sankt Otten_Split

Das Osnabrücker Synthierock-Duo Sankt Otten und A.E. Paterra alias Majeure, besser bekannt als Drummer des amerikanischen Synthirock-Duos Zombi, melden sich mit einer gemeinsamen Split zurück.

A. E. Paterra steuert drei neue Songs bei, die da ansetzen, wo das Majeure Debüt “Timespan” aufgehört hat. Der große Unterschied zur Debütplatte ist das Tempo, denn wo bei “Timespan” kraftvolle Beats die Synthiesounds angetrieben haben, geht es auf der Split primär um die Zelebrierung des puren Synthiesounds auf wunderschön langsame Art. Die ersten beiden Songs geben dem Hörer noch einen positiven Eindruck mit, den dann “Aleph Institute” in bester 80er Jahre Horrorfilm-Soundtrack-Manier in einen düsteren Eindruck wandelt.

Genau da setzen Sankt Otten an und präsentieren sich eindeutig melancholischer und getragener. Die neuen Songs haben im Vergleich zum letzen Album “Morgen wieder lustig” eine sympathische Schwerfälligkeit an sich, die Sankt Otten sehr gut steht. Mit dem fast zehnminütigen “Es ist nicht alles Gott was glänzt” beginnt die Reise auf der Sankt Otten Seite der Split und geht mit drei weiteren Songs “Der Sonne entgegen”. Synthiedrums und Synthiesounds treffen auf Ebowgitarrentöne und formieren sich zu einem passenden Soundtrack für die jetzige Jahreszeit. Der Weg, den Sankt Otten einschlagen, gefällt und es ist auf mehr zu hoffen.

sankt otten

Die Split erscheint Mitte Dezember über Denovali Records und ist bereits jetzt vorbestellbar. Die Vinyl Version ist in drei Farbvarianten erhältlich und die CD Version kommt mit einem zusätzliche Track, den Majeure und Sankt Otten gemeinsam eingespielt haben.

Und wo wir grad von Synthiemusik sprechen, möchten wir euch das erste deutschsprachige Buch ans Herz legen, dass sich mit der Geschichte des Synthiepop beschäftigt. “Synthiepop – Die gefühlvolle Kälte” von Dirk Horst erzählt die Entstehungsgeschichte von den Krautrockwurzeln bis zur Weiterentwicklung der heutigen Zeit. Es gibt beispielsweise Biografien und Stories zu Kraftwerk, Front 242 und natürlich auch zu Depeche Mode. Gut geschrieben und für Freunde von Musik wie der von Majeure und Sankt Otten auf alle Fälle lohnenswert. Ist ja auch bald Weihnachten.

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RUINS OF A FORGOTTEN WORLD SPLIT

Posted in Release on December 3rd, 2010 by M.H.

“Ruins Of A Forgotten World” nennt sich die Split-Veröffentlichung, die uns die beiden französischen Bands Another Moon und Sick Sad World bescheren.

Initiator der Scheibe ist Multiinstrumentalist Seb aus Paris, einziges Mitglied der Ein-Mann-Band Another Moon. Seine progressiven, oftmals verspielten Instrumentalsongs bieten ein gleichberechtigtes Neben- und Miteinander von doomigem Ambient, melodischem Postrock und schweren verzerrten Gitarren. Dabei verbreiten die Aufnahmen phasenweise ein latentes Black Metal Flair, hervorgerufen nicht zuletzt durch den Gitarrensound und den Einsatz von Keyboards und Synthesizern. Dem zweiten Stück, gleichzeitig Titeltrack der Split-Veröffentlichung, leiht Sick Sad World Sänger Juda seine Stimme und sorgt so dafür, dass sich die Bands nicht nur den Tonträger teilen.

another moon

Bei Sick Sad World geht es in den folgenden drei Songs entschieden rockiger und erdiger zur Sache. Die Gitarrenarbeit ist mal postrockig verspielt, mal liefert sie rhythmisches Hardcore/Sludge Riffing. Damit ist sie ebenso abwechslungsreich und dynamisch wie Frontmann Juda, der stetig zwischen emotional-melodischem Klargesang und aggressiven Shouts pendelt.

“Ruins Of A Forgotten World” präsentiert uns qualitativ Hochwertiges aus dem französichen Underground. Zwei Bands, die wir definitiv im Auge behalten werden. Überzeugt euch selbst im Stream oder bestellt euch gleich die Platte im Another Moon Online-Shop für günstige 6€.

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HOUSE OF LOW CULTURE

Posted in Release on November 17th, 2010 by D.K.

house of low culture - housing tracts

Unter dem Pseudonym House Of Low Culture veröffentlicht Aaron Turner (Isis) seit mittlerweile einem Jahrzehnt experimentelle Aufnahmen, die mal mehr in die Ambientrichtung gehen, aber auch sehr dronelastig sein können. Unter Beihilfe von anderen Musikern wie James Plotkin (Produzent), Jeff Caxide (Isis) oder Luke Scarola (Old Man Gloom) sind bisher mehrere Platten, beispielsweise über Robotic Empire oder Neurot Recordings, erschienen. In den letzten drei Jahren wurde es, nachdem zwei extrem limitierte EPs Namens “Hollywood Squalls” und “Chinatown Squalls” veröffentlicht wurden, etwas ruhig um das Projekt.

Mittlerweile hat Aaron Turner zusammen mit seiner Frau Faith Coloccia das Label Sige Records gegründet, über das nach langem Warten die Raritätensammlung “Housing Tracts” digital erschienen ist. Ihr könnt das Album im MP3 Format oder als soundtechnisch hochwertigeres FLAC Format für wenig Dollar direkt über Turners Blog runterladen. Es lohnt sich auf jeden Fall, denn neben seltenen Compilation-Beiträgen und Remixen gibt es auch bisher unveröffentlichte Songs. Die einzigen, die diese Platte nicht brauchen, sind die 25 Leute, die dieses Album 2007 als CD-R auf einer House Of Low Culture Show kaufen konnten.

house of low culture / mamiffer split

Aber diese 25 Musikfreunde können sich neben allen anderen Aaron Turner Fans und Liebhabern von Soundwänden auf die bald erscheinende Split von House Of Low Culture und Mamiffer (Faith Coloccia) freuen. Die Split erscheint Ende November als CD über Utech Records und auf Vinyl über Sige Records. Wie das Artwork des norwegischen Künstlers Are Mokkelbost verschiedene filigrane Elemente in einer Art Strudel vereint, verhält es sich auch mit den beiden Songs der Split. Schicht um Schicht bauen sich die Songs auf. Wer aufmerksam zuhört, hört auch die filigranen Veränderungen in den enstehenden Soundlandschaften und wer sich beim Hören fallen lässt, wird vom Sog des Dronestrudels in die von den Musikern erschaffene Welt entführt.

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CORPOPARASSITA & DYSKINESIA

Posted in Label, Release on July 31st, 2010 by D.K.

Das italienische Label Frohike Records hat die beiden italienischen Bands Corpoparassita und Dyskinesia zusammengeführt und eine limitierte, handgefertigte Split veröffentlicht. Grund genug für uns euch die beiden Bands mal näher vorzustellen.

corpoparassita

Corpoparassita aus Alessandria steuern drei düstere und dronige Ambient Songs bei, die in ihrer langsamen Gangart und eindringlichen Schlichtheit direkt unter die Haut gehen. Die Band besteht bereits seit 2001 und hat mehrere Alben, EPs, Singles und Kollaborationen veröffentlicht. Die Gründungsmitglieder Diego und Guido sind der feste Kern der Band, der je nach Release durch verschiedene Gastmusiker erweitert wird. Das derzeitige Livelineup wird durch zwei weiter Musiker ergänzt. Live besticht die Band nicht nur durch ihre Musik, sondern auch durch ihre skurillen Outfits und Masken. Auf der Bandseite habt ihr die Möglichkeit mehrere Veröffentlichungen von Corpoparassita kostenlos runterzuladen, um euch vom dunklen Ambientsound der Band zu überzeugen.

dyskinesia photo by matilde greci

Dyskinesia sind mit zwei längeren Songs auf der Split vertreten und ergänzen die Atmosphäre der drei Songs von Corpoparassita durch eine ähnliche Songstruktur. Dyskinesia sind jedoch sehr viel lauter und noisiger als ihre Splitpartner. Der Sound der Band ist geprägt von experimentierfreudigen, wortlosen Vocals und Bass- und Gitarrensounds, die sich zu langsam kriechenden Noisewänden vereinen. Die Band hat 2006 als doomiges Instrumental-Stoner Trio angefangen und eine EP veröffentlicht, bis sie dann 2008 zu einem Quintet angewachsen ist und auf ihrem selbst betitelten Debütalbum eine experimentelle Mischung aus Drone, Noise und Doom präsentierte. Die Split mit Corpoparassita ist die aktuellste Veröffentlichung von Dyskinesia. Auf LastFM könnt ihr die beiden ersten Releases komplett anhören und teilweise kostenlos runterladen.

frohike records split artwork

Die 5-Track-Split von Corpoparassita und Dyskinesia ist auf 300 Stück limitiert und kommt in einer aufwendig gestalteten, handgefertigten Verpackung mit Baumwollhülle und Kork-Inlay. Alle Materialien bestehen aus recycelten Stoffen, so auch der Kork. Frohike Records und die Künstler möchten auf die Notwendigkeit von Korkeichenwäldern aufmerksam machen. Kork wird aus der Rinde von Eichen gewonnen, die immer wieder nachwächst. Für den Fall, dass die Korkeiche nicht mehr benötigt wird, weil beispielsweise billigere Plastikkorken bevorzugt werden, würde durch das Fällen von nicht rentablen Korkeichenwäldern der Lebensraum vieler Tiere wegfallen. Also kauft die CD und helft den Bands, dem Label und der Natur.

Hier geht es zum Frohike Records Shop.

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ISIS GEHEN NICHT LEISE

Posted in Release on July 21st, 2010 by D.K.

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Isis haben die Bühnen dieser Welt verlassen, doch die Band geht nicht ohne ihren Fans noch einige Veröffentlichungen zu hinterlassen. Mit der auf 1000 Stück limitierten Vinyl-Split mit den Melvins ist bereits eine dieser Hinterlassenschaften veröffentlicht. Isis haben hierfür zwei Songs aus den Wavering Radiant Sessions aufbereitet. “Way Through Woven Branches” gab es bereits als Bonustrack auf der japanischen Version von “Wavering Radiant”. Für die Vinylpressung ist der Song nochmal hörbar überarbeitet worden. Mit “The Pliable Foe” dagegen ist der wohl letzte unveröffentlichte Track der Band auf der Split verewigt. Beide Songs überraschen durch eine gelungene Mischung aus beinahe zugänglichem Gesang und Rhythmus und brachial treibender Instrumentierung und typischem Schreigesang von Aaron Turner.

isis melvins split artwork

Im Gespräch mit dem amerikanischen Musikmagazin Decibel hat Aaron Turner verraten, dass noch eine 4 Track EP auf CD veröffentlicht wird. Darauf werden die beiden Songs von der Isis Melvins Split vertreten sein sowie ein Ambient Track, der bereits für einen Videoclip zu den Studioarbeiten von “Wavering Radiant” verwendet wurde. Desweiteren berichtet Turner, dass die Band zurzeit an einer neuen Version von “20 Minutes / 40 Years” arbeitet. Im Vergleich zur Album Version hat die Band die Aufnahmen und die Produktion des Songs selbst in die Hand genommen. Die EP soll eventuell durch eine beiliegende DVD ergänzt werden. In der Abschiedsbekundung der Band hieß es außerdem, dass auch Live-Aufnahmen veröffentlicht werden sollen. Wir sind gespannt.

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OMEGA MASSIF INTERVIEW

Posted in DIE DENOVALI SWINGFEST BANDS 2010, INTERVIEWS on July 2nd, 2010 by D.K. und M.H.

denovali swingfest 2010

Wie bereits in 2009, werden die Würzburger Instrumental-Doomrocker von Omega Massif auch in diesem Jahr das Lineup des Denovali Swingfest bereichern. Soeben zurückgekehrt vom Hellfest 2010, haben wir Gitarrist Andreas Schmittfull zur Arbeit am neuen Album und zu verschiedenen weiteren Themen befragt.

Wie weit fortgeschritten sind die Arbeiten an eurem neuen Album? Geht es soundtechnisch in Richtung der Split-Veröffentlichungen (mit Mt. Logan und Tephra) oder schlagt ihr neue Wege ein?
Wir haben 3 neue Songs für die kommende Platte quasi fertig, eins mit dem Titel "Karst" spielen wir seit zwei Shows live. Die Songs gehen grundlegend in die gleiche Richtung wie die alten Songs, wir steuern an manchen Stellen sogar wieder zurück zum Demo. Neues wird’s auch geben, leichte, gaaanz leichte BM-Einflüsse aber die gezielt und kurz eingesetzt.

Viele Instrumental Bands experimentieren mit Gesang. Gibt es Pläne, ein derartiges Experiment mal mit Omega Massif einzugehen oder schliesst ihr es grundsätzlich aus?
NEIN, keine Pläne. JA, wir schließen es grundsätzlich aus.

Für die Neuauflage von "Kalt" (E-vinyl, 2008) habt ihr James Plotkin die Überarbeitung der Songs anvertraut. Wie war die Zusammenarbeit?
Die Zusammenarbeit bestand eigentlich darin, dass wir ihm das Material geschickt haben und meinten "mach mal". Wir sind sehr zufrieden!

Eure Zuneigung zu Felsen und Gebirgen ist unübersehbar. Kannst du uns ein bisschen was dazu erzählen, auch in Bezug auf die Bandgeschichte?
Gebirge sind grundsätzlich großartig und gewaltig. Wenn du einen Gipfel erklommen hast, merkst du, dass auf dieser Welt einige Dinge existieren, die es Wert sind, alle Strapazen, die tagtäglich auf einen warten, auf dich zu nehmen. Diese wundervolle aber auch gefährliche Landschaft bietet uns die Möglichkeit, die Musik, die wir machen wollen, umzusetzen. Für die Hörer demnach ein Kopfkino für zu Hause, wenn die Reise in die Alpen oder in sonst ein Gebirge gerade nicht möglich ist.

Welche Bands oder Musikstile haben euren Sound entscheidend beeinflusst?
Na ja, das ist sehr unterschiedlich. Da sind natürlich Klassiker wie Black Sabbath, Rainbow. Twisted Sister und Dio, auf der anderen Seite auch neuere Geschichten wie Neurosis und co. Aber auch Bands wie Sigur Rós und Konsorten haben uns langsam aber sicher in diese, unsere Richtung geführt.

Welche Musik hört ihr aktuell privat?
Christof hört eigentlich nur Twisted Sister. Boris kennt gar keine andere Band als Manowar. Michael mag Watain, High on Fire, Wolves in the Throne Room, Celeste. Ich selber höre momentan (wie eigentlich immer) viel Iron Maiden, Snuff aber vor allem Mumford and Sons und The Tallest Man on Earth.

Was sind eure Eindrücke vom letztjährigen Denovali Swingfest und was erwartet ihr dieses Jahr?
Das Denovali Swingfest war eigentlich super. Wir hatten leider einige technische Probleme, unsere blaue Lampe ging kurz vor dem Gig kaputt, mein Amp funktionierte nicht richtig, aber alles in allem war es wirklich ein gelungenes Fest. Dieses Jahr hoffen wir, dass wir den Menschen und uns eine Show ohne jegliche Problemchen liefern können. Wir freuen uns, denn das Lineup ist nochmal gigantischer als im letzten Jahr!

Wie schauen die sonstigen Tourpläne aus für dieses Jahr?
Dieses Jahr machen wir noch ein paar Festivals (Fluff und co.) und ein paar Wochenendgigs. Eine kleine Dreitages-Minitour kommt Ende August (Bremen Hamburg Kopenhagen). Das war es eigentlich, wir müssen ja auch noch ein paar Songs für das neue Album 2011 schreiben!

Übrigens ist heute der offizielle Veröffentlichungstermin für die Neuauflage des Debütalbums "Geisterstadt", dessen Erstauflage schon lange vergriffen ist. Denovali Records haben das Artwork für die Vinyl Version etwas überarbeiten lassen und bieten die Platte in zwei limitierten Farbvarianten an. Die CD Version dagegen kommt mit komplett neuem Artwork und einem Bonussilberling, auf dem die vier Songs vom "Kalt" Demo verewigt sind. Verantwortlich für das Artwork ist in beiden Fällen wie immer Oliver Hummel. Wer sich nicht entscheiden kann, kauft am besten gleich beides.

Falls immer noch Kaufzweifel bestehen und ihr euch das Album erstmal anhören möchtet, dann könnt ihr "Geisterstadt" hier runterladen.


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ISIS – THE BEGINNING AND THE END

Posted in Split on May 19th, 2010 by D.K.

Die Mondgöttin legt sich zur Ruhe. Es direkt zu formulieren, fällt schwer. Nach 12 Jahren lösen sich Isis auf, eine der innovativsten Bands ihres Métiers geht getrennte Wege. Noch vor einigen Wochen haben wir uns über die neue 12inch Isis/Melvins Split gefreut, auf der mit “The Pliable Foe” ein bisher unveröffentlichter Song vertreten sein wird. Gestern jedoch ließen Isis über ihre Bandseite verlauten, dass sie am Ende ihres gemeinsamen Schaffens angelangt seien. Man habe alles erreicht, was man erreichen wollte und die Entscheidung, an diesem Punkt der Karriere aufzuhören, wohl überlegt. Alle Bandmitglieder sind bereits seit längerem in andere Projekte involviert und wollen sich auch zukünftig musikalisch betätigen. Auch sei noch Live Material von Isis-Konzerten vorhanden, das in der ein oder anderen Form veröffentlicht werden soll.

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Ich kann mich noch genau an meine erste Erfahrung mit Isis erinnern. Es war “In Fiction”, das auf einem Sampler vertreten war und sich beim ersten Durchhören der CD unbewusst in meine Erinnerung einbrannte. Daraufhin hab ich diesen energiegeladenen Song, der schleichend lauter und kraftvoller wird wie kein anderes vergleichbares Lied, den ganzen Abend gehört. Am nächsten Tag bin ich direkt in den Plattenladen, um mir “Panopticon” zu kaufen. Von da an war ich Fan und werde ewig Fan bleiben.

Danke Isis!

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JEX THOTH

Posted in Musik, Release on May 11th, 2010 by M.H.

Namensgeberin von Jex Thoth aus San Francisco ist Sängerin Jessica Thoth, die mit ihrem klaren, kraftvoll melodischen Gesang und ihrer überaus charismatischen Live Performance, von der wir uns auf dem vergangenen Roadburn Festival selbst überzeugen durften, das Markenzeichen der Band darstellt.

Doch sollte man die Band keinesfalls auf ihre Sängerin reduzieren, denn auch die übrigen Musiker überzeugen mit einer authentischen Melange aus 60er/70er Hardrock, psychedelischem Prog und doomigen Riffs, wobei insbesondere die äußerst harmonische Gitarrenarbeit hervorgehoben sei. Oftmals mit mächtigen Orgelklängen untermalt, ist das Tempo der Songs überwiegend schleppend gehalten und wird nur gelegentlich dezent angezogen.

Unter dem Namen Totem nahm die Band bereits eine erste EP auf, bevor sie ihren Namen änderte und neben dem schlicht "Jex Thoth" betitelten Debütalbum noch eine Split 7” mit Pagan Altar veröffentlichte. Im April nun ist eine neue EP namens "Witness" via I Hate Records erschienen. Diese beinhaltet drei Songs – zwei Eigenkompositionen und mit "Mr. Rainbow" ein sehr gelungenes Cover der 70er Jahre Avantgardisten Slapp Happy.

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