[ B O L T ] + EWALDT

Posted in Tapes on June 10th, 2014 by D.K.

[ B O L T ] haben sich in letzter Zeit auf die Kollaboration mit anderen Musikern konzentriert, was zu so einigen höhrenswerten Ergebnissen geführt hat. Eines ist das Kollaborationstape mit dem Elektrokünstler Ewaldt.

Ein Tape, zwei Bässe, Elektronik, drei Titel, 40 Minuten massiver Lauschangriff. Es geht seicht und zugänglich los, wie bei einem poppigen Jesu Track. Verzerrte flächige Basssounds und ein uninspirierter Beat. Wer aber diese paar Minuten durchhält (oder ein paar mehr), wird belohnt mit einem Track, der auf einmal beginnt zu atmen. Die Bässe klingen wie Orgeln und der Beat passt sich dem Saitensound an und bekommt eine eigene Note. Track II ist die Fortsetzung des Ersten (trennen muss man hier eigentlich nicht). Der Beat mutiert zu einer Art Soundsog, der alle Sounds anzieht, um sie im nächsten Moment wieder loszulassen. Genial. Track III gibt den Saiteninstrumenten Raum zur Entfaltung. Erst nach 10 Minuten kommt ein hörbarer Beat hinzu und die Elektronik klingt zunächst wie weiblicher Gesang (irritierend schön). Ab der dreizehnten Minute wird es wieder “jesu-ig”. Hier aber im Gengensatz zu den ersten Minuten des Tapes kriecht der Sound von Bass und tribalähnlichen Drums direkt ins Ohr und ins Unterbewusstsein. Es wird lauter und noisiger und noch lauter und noisiger. Gut so!

Ein Tape, das in keiner Sammlung fehlen darf, in der Drone, Noise und Elektronik nebeneinander steht.

Das Tape gibt es bei Wolves & Vibrancy Records.

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AIDAN BAKER & JAKOB THIESEN – TAPE & WOHNZIMMERKONZERT

Posted in Aktuell, ontheroad, Tapes on January 26th, 2014 by D.K.

“CNTNTL” nennt sich das dritte Album der beiden kanadischen Freunde Aidan Baker & Jakob Thiesen. Nach einer experimentellen CD namens “À Bout De Souffle” und einem sehr “rockigen” Vinyl namens “Mépris” folgt nun ein Tape mit zwei 15minütigen Stücken, die schon wieder in eine andere Richtung gehen.

Es gibt ja so Tage, an denen man nicht weiß, welche Musik zur derzeitigen Laune passt. Man ist demotiviert und hofft auf etwas, was dem entgegenwirken kann. Mir hat “CNTNTL” geholfen, so einen Tag positiv zu sehen. Tape in den Walkman (ja ich hab noch einen von der Marke mit den vier Buchstaben) gelegt, in die Bahn gesetzt und zur Arbeit gefahren. Was die beiden Kanadier hier machen ist nämlich ein hoch explosives Gemisch aus Elektronik und krautigem Spacerock, mal experimenteller und noisiger, mal sowas von auf dem Punkt gebracht, dass das Hören der Musik eine sehr motivierende Wirkung zeigt. Aidans Gitarre schleicht, quietscht und singt, Jakobs Drums treiben, pumpen und strukturieren die Stücke. Perfekt. Scheinbar im Blindflug aufgenommen, ist dieses Album die perfekte Fusion der beiden ersten Alben.

Das Tape erscheint über Broken Spine Productions in einer Auflage von 100 Stück und wird zunächst nur auf der gemeinsamen Tour der beiden Musiker verkauft, die Ende Januar beginnt. Apropos Tour: Für alle, die am 8. Februar nichts vorhaben, sei das Wohnzimmerkonzert im holländischen Goor zu empfehlen. Hier spielen Aidan und Jakob auf engstem Raum im typisch niederländischen Einfamilienhaus. Wer kommen mag, sollte sich hier anmelden…

Update: Das Tour-Line-Up ist geändert worden. Alle aktuellen Infos sind hier zu finden.

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ARCHITEUTHIS REX

Posted in Release on June 2nd, 2013 by D.K.

Architeuthis Rex sind die beiden Italiener Antonio Gallucci und Francesca Marongiu, die sich in den letzten Jahren mit zwei Veröffentlichungen über die Plattenschmiede Utech Records einen Namen in der experimentellen Musikszene gemacht haben.

Auf ihrem aktuellen Album “Eleusis”, das als Tape über Zeitgeists Publishing erschienen ist, bietet das Duo einen Soundtrack zum Mythos um die griechische Kultstätte Eleusis.

Im antiken Eleusis stand das Heiligtum der griechischen Fruchtbarkeitsgöttin Demeter. Der Mythos besagt, dass der erste Winter über die  Menschheit einbrach als Demeter ihren Pflichten nicht nachkam, da sie auf der Suche nach ihrer Tochter Persephone war, die von Hades entführt wurde. Als es Demeter gelang ihre Tochter zurückzuholen, kam der erste Frühling. Weil Persephone jedoch von einem Granatapfel gegessen hatte, den ihr Hades gegeben hatte, musste sie für ein Drittel des Jahres in die Unterwelt zurückkehren. Die Jahreszeiten waren geboren.

Architeuthis Rex zelebrieren den Mythos auf sechs Tracks, die das Duo von einer neuen Seite zeigen. Während die älteren Platten mehr das experimentelle Konstruieren von Klangflächen präsentieren, fokussiert sich die Band diesmal auf greifbare Songstrukturen. Den Anfang macht “Hades”, ein betörender Track aus ausufernd hallenden weiblichen Vocals und stampfenden Drums. “Eleusis” bricht das Verträumte des Openers mit einem fiesen Synthiebass auf. Drums stampfen langsam vor sich hin, die weiblichen Vocals werden nach drei Minuten von E-Bow Sounds abgelöst. Der Song steigert sich zu einem psychedelischen Doomtrack und obwohl der Masterpegel am höchsten Limit zu stehen scheint, wird der Track immer lauter. “Demeter Lousia” setzt auf Synthiesounds, die auch hier mit sehr präsenten Drums untermalt werden. Im Hintergrund läuft ein berauschender Basssound. Definitiv ein “Unter die Haut geh Song”. Die zweite Seite des Tapes beginnt mit “Ladon”, einem Track der aus männlichen Vocals besteht, die zu einer Art Mönchschor mutieren. “Pomegranates” überrascht mit Percussioneinsatz und verzerrten Gitarrenwänden. Es gesellt sich eine Hammondorgel dazu, Drums folgen und der Track türmt sich zu einem treibenden Epos auf. “Triple Goddess” ist der perfekte Abschluss, den hier wiegen sich die Sounds des Albums zu einem fließenden Psychedelic-Doom-Metal-Post-Rock-Biest auf.

Das orangefarbene Tape ist liebevoll gestaltet und kommt in einer übergroßen Hülle mit 24seitigem Booklet und Obistrip mit Bandlogo von Keith Utech (Utech Records). Es sind nur noch wenige erhältlich. Greift zu.

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OIKOS

Posted in Release, Tapes on May 26th, 2013 by D.K.

Oikos ist ein spanisches Duo bestehend aus David San Martín und Rafael Femiano, das sich auf experimentelle Synthie- und Dronesounds konzentriert. Wobei das Festlegen auf eine bestimmte Stilrichtung hier fehl am Platz ist.

oikos

“Ecotono” nennt sich das Debüt von Oikos, das 2011 über Utech Records erschienen und mittlerweile nur noch als Download erhältlich ist. Darauf präsentieren sich die beiden Musiker zunächst laut und dronig und zelebrieren mit unterschwelligen Delayrhythmen den Sound, der dieses Duo ausmacht. Die Besonderheit von Oikos ist der Effektreichtum trotz minimalen Effekteinsatzes. Langsam schleichen sich die Drones aus dem Sound von “Ecotono” und die zweite Hälfte des Albums wird zunehmend synthielastiger. Eine Soundreise mit viel Charakter und Liebe zum Handwerk. Den letzten Schliff hat das Album noch durch die saubere und direkte Art des Masterings von James Plotkin erhalten. Wer das Album nicht nur digital genießen möchte, sollte sich mal bei Merzbild informieren, ob noch die Tape Version erhältlich ist.

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Mit “Solve Et Coagvla” ist nun der Nachfolger erschienen. Diesmal über Land Of Decay, dem Label der beiden Locrian Gründungsmitglieder Terence Hannum und André Foisy. Das auf limitierte Tapes spezialisierte Label hat dieses Album auf einem C60 Tape verewigt und bietet der Musik den passenden Tonträger. Denn der Nachfolger von “Ecotono” ist viel direkter und rauher im Sound, was auf Kassette besonders gut rüber kommt. Seite A ist mit drei Tracks bestückt, die stilistisch der ersten Hälfte von “Ecotono” ähneln und vor allem durch Drones und gigantische Gitarrenparts überzeugen. Auf “Omniscience” lässt es sich sogar Foisy selbst nicht nehmen, die Gitarrenparts beizusteuern.

Auf Seite B widmen sich Oikos auf den beiden Tracks “Altered” und “Vimana” den eher ausufernden Soundideen und lassen sich Zeit, um eine bedrohliche Klanglandschaft aus Gitarren und Effekten gedeihen zu lassen. Massiv schön.

Ein Album, das sich ins Gedächtnis einbrennt.

Bestellen könnt ihr das Tape direkt über den Land Of Decay Shop.

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DANIEL MENCHE UND DIE WÖLFE

Posted in Release on May 1st, 2013 by D.K.

Daniel Menche aus Oregon beschäftigt sich mit Sounds aller Art. Seine Arbeiten entstehen, indem er Field Recordings oder andere Soundquellen als Basis verwendet, um daraus seinen eigenen Sound zu modellieren. Er bewegt sich dabei zwischen Ambient und Noise und schafft Klänge, die mal kakophonisch mal melancholisch klingen können. Wer sich mit Menche beschäftigen möchte, sollte also gute Nerven haben.

Auf “Vilké” (in Litauen das Wort für den weiblichen Wolf) beschäftigt sich Menche mit animalischen Soundquellen. Nachdem er auf einem seiner Streifzüge durch die Wälder das Geheule von Wölfen festhalten konnte, hat er sich daran gesetzt, genau diese Sounds zu einem Album umzuformen. Das Resultat ist das viergeteilte Album “Vilké”. Vier Tracks, die allesamt an der 19 Minuten Marke kratzen, nehmen den Hörer mit in die zutiefst gruselige Soundwelt von “Vilké”. Der erste Teil beginnt mit einem brachial lauten Drumming, das allmählich leiser wird und sich im Hintergrund einer elektronisch verfremdeten Noisewand wiederfindet. Die Wölfe sind nicht mehr zu erkennen, dafür sorgt Menche mit Drums, Piano und Gitarren, die ebenfalls nicht direkt zu erkennen sind. Die Sounds der Wölfe hat Menche durch den Rechner gejagt und so verfremdet, dass sie teils choral, teils noisig klingen. Im dritten Teil überlappen sich Drumsounds zu einer Art Black-Metal-Rhythmus-Wolke, die von verfremdeten Wolfsgesängen verschlungen wird. Erst im letzten Teil kann der Hörer auch mal durchatmen und sich auf einzelne Sounds konzentrieren ohne Angst zu haben, von kakophonischen Soundschwaden überrascht zu werden. Die letzten 19 Minuten gleiten vor sich hin und es entsteht eine Art melodisches Rauschen. Unheimlich.

Sige Records hat “Vilké” in Form gebracht und bietet das Album als Doppelvinyl mit Artwork von Faith Coloccia (Mamiffer) an und als limitiertes Tape inklusive einer DVD, auf der Menche mit Hilfe des Artworks von Coloccia ein Video zum Album verewigt hat. Das düstere geheimnisvolle Artwork passt auf jeden Fall sehr gut zum Album und rundet das Gesamtpaket ab.

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DIE WOLKEN ZIEHEN SICH ZUSAMMEN

Posted in Release on March 23rd, 2013 by D.K.

Saåad ist ein experimentelles Droneduo aus Toulouse, das uns immer wieder mal über den Weg lief, aber nie so richtig in Erinnerung blieb. Dann kam das Tape zu “Στερεά Σύννεφα”, das schneller ausverkauft war als man merken konnte, dass es raus ist. Netterweise ist das Tape jetzt digital erhältlich.

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Auf “Στερεά Σύννεφα” liegt der Fokus auf dem Titeltrack, den das Duo beim Improvisieren aufgenommen hat. Welch ein Glück, denn der Track nimmt den Hörer schon nach drei Sekunden vollkommen ein, umhüllt einen wie dichte Wolken (genau das bedeutet auch die Übersetzung des griechischen Titels), die immer dichter werden. Noch erstaunlicher ist, dass diese Dronemasse das Resultat von verfremdeten Pianoklängen und Vocals ist. Dieser Track weckt wirklich Interesse an Mehr von Saåad.

Als Bonus gibt es vier Remixe des Tracks. Saåad haben vier befreundete Künstler damit beauftragt, den Track umzumodeln, mit dem Ergebnis, dass die EP aus fünf vollständig unterschiedlichen Tracks besteht.

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WYRM

Posted in Tapes on March 10th, 2013 by D.K.

Wyrm nennt sich das experimentelle Doom Drone Projekt des Texaners Bryan Ferguson. “The Fates” nennt sich die neueste Veröffentlichung, die über Industrial Culture auf Tape veröffentlicht wurde.

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Gruseldrone oder Black-Metal-Ambient könnte man das nennen, was hier auf “The Fates” zu hören ist. Der Titeltrack beginnt mit einer vollkommen dumpfen Drummachineuntermalung, über die sich dann eine dronige Black-Metal-Gitarre legt und einen Sound erzeugt, der in den Harmonien stark an 70er Jahre Horrorsoundtracks erinnert. “Orbweaver” setzt das fort, was der Opener angefangen hat. “Judgement” legt zunächst eine fast schon rauschende, verzerrte Gitarrenfläche hin, die durch Orgelsounds (oder was auch immer da durchschimmert) eine Art Songstruktur erhält. “The Son Of Orphans” setzt dann dem ganzen einen Höhepunkt, indem das Noisegewitter der Gitarre die Überhand gewinnt. Verstörend unterhaltsam dieser mysteriöse Wyrmklangkosmos.

Wer sich für okkulte gruselige Gitarrensounds interessiert, sollte sich eines der 25 Tapes zulegen.

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NEAR GREY

Posted in Release on February 10th, 2013 by D.K.

Near Grey ist ein experimentelles Metal Quartett aus Montreal. Mit der selbstbetitelten Debüt-EP zelebrieren die vier Musiker die Bandbreite des modernen Instrumentalmetals, indem sie sich zwischen Doom, Post-Rock und Sludge bewegen und eine ganz eigene Dynamik entwickeln.

Drei Songs reichen aus um zu überzeugen. “Néant” fängt mit einem Ambientintro an und mutiert dann zu einem rauhen doomigen Track. Das Quartett hat Zeit, nimmt sich Zeit und gibt dem Hörer Zeit, sich in die Soundwelt einzufinden. Erst allmählich entwickelt sich der Song, um dann wieder in einer Art Rhythmuspause zu münden, um dann nochmal eine weitere Wende zu nehmen. “Vast Asleep” fängt progrockig bluesig an und steigert sich in eine treibende noisige Gitarrenwand mit staubtrockenen Drums. “Twin Yellow Sun” überrascht mit einem melancholisch-freundlichen Post-Rock-Einstieg. Dann der Bruch, Orgeltöne gleiten durch die Boxen, Gitarrensounds gesellen sich hinzu. Betörend gehen die Tasten- und Saitentöne eine Fusion ein und steigern sich zu einer Soundwand, auf die dann wieder die ganze Band miteinsetzt.

Near Grey gibt es digital gegen eine freiwillige Spende oder als limitiertes Tape für 5 kanadische Dollar über die Bandcamp Seite der Band.

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DAS TAPEDECK SPIELT WIEDER – VOL. II: GATES

Posted in Serie, Tapes on August 5th, 2012 by D.K.

Sie werden nicht mehr produziert und gelten bei Liebhabern trotz ihrer eher bescheidenen Klangqualität als kleine Schmuckstücke unter den Tonträgern: Tapes.

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Land Of Decay, das Label der beiden Locrian Gründer André Foisy and Terence Hannum, hat sich auf Tape-Veröffentlichungen spezialisiert und im Juni das neue Album von Gates, dem Projekt des kanadischen Musikers Bryan W Bray, veröffentlicht.

“Eintraum” besteht aus jeweils drei Songs, die auf beiden Seiten der Cassette vertreten sind. 30 Minuten Material pro Seite. Wer jetzt denkt, dass 30 Minuten etwas kurz sind für ein Album, der sollte gewarnt sein. Dieses Album frisst Kerben ins Gehirn, gräbt sich in die Ohren, einmal im Kopf ist hier für den Hörer kein Entkommen. “Glimpse of Overlapping Dimensions” eröffnet das Album mit noisigen Soundwänden. Nicht klar definierbar, was für Instrumente diese Sounds erzeugen, lauscht man der Klangwand und wird immer weiter dem Rausch dieses Rauschens ausgesetzt. “Forest Passageway, Hallway to the Void” fiept erst minutenlang, bevor eine Black-Metal-Gitarrenwand über einen herfällt. Unglaublich wie dieses Instrument alleine noch bedrohlicher klingt als eine ganze Black-Metal-Band. “Birds Plunging Through the Wall of the Ocean” setzt dann noch den letzten Akzent mit einem überatmosphärischen Sound. Auf der einen Seite denkt man es sei zu schade, so gute Musik nur auf Tape zu veröffentlichen, andererseits hat aber genau das Tape vielleicht die unberechenbare Klangqualität, die dieses Ambient-Black-Metal-Drone-Ungetüm von Album braucht.

Das Tape ist limitiert auf 100 Stück und hier erhältlich.

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N (20) – 59°5\’24\’\’N 6°9\’0\’\’W SULA SGEIR

Posted in Release, Tapes on May 7th, 2012 by D.K.

 

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Ein Novum für N. Hellmut Neidhardts Soundego geht neue Wege und zwar auf Tape. Nicht irgendeinem Tape, sondern dem zweiten Release der Querschalltapes Serie auf Inselkind Schallträger. In einer Auflage von 67 Stück, jedes Tape umgeben von 2 Kilo Stahl mit eingraviertem Artwork.

Mit “59°5\’24\’\’N 6°9\’0\’\’W – Sula Sgeir” wählt N mal wieder einen Ort als Releasenamen. Benannt nach einer kleinen abgelegenen und unbewohnten britischen Insel, die nicht mal einen Kilometer lang ist und aus Gneis besteht. Stellt euch vor es tobt ein Unwetter und riesge Wellen überschlagen sich auf der kleinen Insel und werden dabei durch ein Distortioneffektgerät gejagt. Genau so klingt diese Veröffentlichung. Verzerrte Soundwellen türmen sich auf und lösen sich auf, nur um im nächsten Moment zurückzukehren. Auch das ein Novum im Soundkosmos von N, der sonst Soundwände aufbaut, die ineinander übergehen. Hier entsteht durch das Ebbe und Flut Prinzip ein ganz eigener Rhytmus im Song, der ewig laufen kann, der ewig laufen sollte, denn dieser Sound ist gewaltig…

Dass das Tape nur 45 Sekunden dauert und eigentlich ein Tape ist, das ursprünglich für sich wiederholende Ansagetexte gedacht war, ist hier nur nebensächlich.

Das Tape ist direkt über Inselkind Schallträger erhältlich und seinen hohen Preis wert. Denn wie auch das erste Tape von Aidan Baker, ist auch dieses Tape von vier Stahlplatten umschlossen, die an den vier Enden miteinander verschraubt sind.

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Mehr zu N…

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ADRIAN ANIOL

Posted in Release on January 15th, 2012 by D.K.

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Adrian Aniol ist ein polnischer Musiker, der sich mit düsteren und minimalistischen Kompositionen beschäftigt. Über This Quiet Army Records ist jetzt sein Debütalbum “Arrythmia OST” erschienen, das zugleich auch das erste vollwertige Album ist, welches auf dem Label von Eric Quach erscheint, das bisher nur EPs und Splits veröffentlicht hat.

Der Ursprung dieses Albums ist die musikalische Untermalung des Independent Kurzfilms “Arrythmia” von James Hartley. Das Album kann aber auch als Soundtrack für das eigene Kopfkino verstanden werden, was die Sache viel interessanter macht, da der Film so independent ist, dass man gar nicht weiß wie man dazu kommen soll, ihn mal zu sehen. Das Album beginnt mit “The Opening” minimalistisch, kalt, verstörend und düster. Die Songs sind kurz und wirken unnahbar. Erst zum vierten Track kommt die Wende, denn “Lament” bricht aus dem Ambientgeflirre aus und greift den Hörer mit einem verzerrten, bis zur Unkenntlichkeit verfremdeten Saxophonsound an. Der grimmige Sound gefällt und wird in den nächsten beiden Songs mit den bisher gehörten Ambientsounds verflochten. Die zweite Hälfte des Albums gewinnt an Variation und Wärme. In “The Dark Night Of The Soul” verfremdet Adrian Aniol Cello- und andere Streichinstrumentesounds und lässt sie in sein Arrythmiagerüst gleiten. Er verwebt die verschiedensten Sounds in sein Horror-Ambient-Netz und kreiert so ein bleibendes Hörerlebnis. “The Closing” beendet das Kopfkino mit der Zusammenführung der verschiedenen Sounds zu einem orchestralen Stück.

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This Quiet Army Records haben das Album auf einer komplett schwarzen CD-R verewigt, genauer gesagt auf 100 CD-Rs, die in einem grauen Umschlag mit vier Fotografien und einem kleinen Booklet verpackt sind.

Als Coda zu “Arrythmia OST” ist über Utech Records “It All Falls Apart” auf Tape erschienen. Darauf findet sich ein 25minütiges Ambient Stück und ein 18minütiger Remix von Steven Hess (Ural Umbo, Locrian).

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DAS TAPEDECK SPIELT WIEDER – VOL. I: AIDAN BAKER

Posted in Serie, Tapes on October 13th, 2011 by D.K.

So manch einer möchte diesen Tonträger vergessen oder hat ihn schon vergessen, manch ein anderer ist nostalgisch und hat noch alle von früher und dann gibt es so manch einen, der das Ding am Leben erhält und darauf neue Musik veröffentlicht: Die Rede ist von der guten alten Kassette. Das haben wir zum Anlass genommen, euch ein paar ausgefallene Exemplare dieser vom Aussterben bedrohten Tonträgerart in einer kleinen Serie vorzustellen.

aidan_baker_infinite_loop_1 tape

Den Anfang macht das neue und allererste Tape in der Diskografie von Aidan Baker namens “Infinite Loop #1”. Es ist das erste Tape von Baker und die erste Veröffentlichung des jüngst gegründeten deutschen Labels Inselkind Schallträger. Das Besondere an diesem Tape ist nicht nur, dass es ein 60 Sekunden langes Endlostape ist, das den Loop von Aidan Baker ewig spielen könnte ohne stehen zu bleiben, sondern auch die Verpackung. Denn die Hülle besteht aus vier aufeinander geschraubten Metallplatten, zwischen denen die Kassette liegt. Das Paket bringt stolze 2 Kilogramm auf die Waage und benötigt fast soviel Zeit zum Öffnen, wie der Loop von Aidan Baker dauert. Der Track selbst ist ein filigranes Gitarrenstück, das mit wenig Effekten auskommt und sich geloopt wunderbar ins Gedächtnis einschweißt.

“Infinite Loop #1” von Aidan Baker ist in einer Auflage von 87 Stück mit auf dem Metall eingraviertem Artwork erschienen und direkt über das Label erhältlich.

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CYCLES WITHIN CYCLES

Posted in Release on October 10th, 2011 by D.K.

cycles within cycles - mouths of rivers

Cycles Within Cycles ist das Projekt des Frankfurter Soundtüftlers Angelo Colucci. Cycles Within Cycles ist, genau wie der Bandname es sagt, Musik, die in sich selber Kreise schlägt. Basierend auf sich wiederholenden Drumloops und orgelähnlichen Keyboardsounds, werden energiegeladene Songs geschaffen, die sich zwischen Electronic Beats und ambientartigen Soundflächen einordnen lassen.

Mit “Mouths Of Rivers” hat Cycles Within Cycles seine erste DIY EP auf Tape veröffentlicht. Darauf  sind drei Songs verteten, die mit Drums, Keyboard und O-Ton-Loops einen Soundsog oder eine Soundspirale (zum Bandnamen passend) aufbauen, so dass die Tracks wie das O-Ton getragene “Attack Warning” trotz des minimalistischen Songaufbaus sich direkt im Gedächtnis verankern. Als Abschluss der EP gibt es noch einen weiteren Song namens “From Tomorrow´s Sunrise To The Future Of The Human Race”, der gänzlich mit Otomata, einem webbasierten Sequencer geschrieben oder besser gesagt konstruiert wurde. Klingt aber nicht nach Tetris, sondern fügt sich perfekt in die Soundlandschaften der restlichen Songs ein.

Wer das Tape für sympathische 3 Euro (+ Versand) bestellen möchte, kann das direkt über Cycles Within Cycles [cycleswcycles(at)aol(dot)com] machen.

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B.SON – DOWNLOAD UND NEWS

Posted in ontheroad, Release on June 24th, 2011 by M.H.

Die Mannheimer Black Shape Of Nexus melden sich mit erfreulichen Nachrichten und einem speziellen Bonus für ihre Fans zurück.

B.SON haben angekündigt, dass sie sich im Dezember ins Studio zurückziehen werden, um ihr neues Album einzuspielen, für dessen Veröffentlichung über Exile On Mainstream Records der Frühsommer 2012 angepeilt wird. Die Wartezeit bis dahin verkürzt uns “Live In Mannheim”, ein längst vergriffenes, 60-minütiges Live-Tape, auf dem die Band in eindrucksvoller Manier der hohen Schule des schleppend monströsen Doom/Sludge frönt. Kostenlos bereitgestellt wird das Tondokument auf bandcamp.com.

Der nächste Livetermin liegt glücklicherweise auch nicht in allzu großer Ferne, so dass die Band bereits am 23. Juli beim Konzert mit Wall und Kodiak+N im JUZ Mannheim ihren neuen Bassisten Stef (ex Diavolo Rosso, Ghost Of Wem) vorstellen kann.

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O

Posted in Release on May 21st, 2011 by D.K.

O

Einfach nur O nennt sich eine junge Band aus Aachen und Umgebung und lässt den Hörer über die Bedeutung dieses Buchstabens grübeln. O machen Postrock und zwar intelligenten Postrock (mit Screamo/Hardcorewurzeln), der einen bleibenden Eindruck hinterlässt. O nehmen sich Zeit für ihre Songs, lassen die Musik atmen, geben dem Sound, nicht nur durch die Produktion mit viel Hall, Raum zum Sein. Sowas können nicht viele Bands dieser Stilrichtung. Vielleicht steht das O für einen Zyklus, in dem sich die Musik zwischen bedrohlicher Stille und erlösenden Ausbrüchen immer wieder bewegt?

Überzeugt euch einfach selbst von O und hört euch zwei der Songs vom “The Sea Of Trees” Demo Tape hier an. Wer sich das Tape zulegen möchte, kann dies hier im Ghost Bag Records Shop tun. Wir sind gespannt auf das erste Album.
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