WHIRR

Posted in Release on March 8th, 2012 by D.K.

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Busse und Straßenbahnen fahren nicht. Warnstreik im Pott. Die sonst so grauen tristen leeren Gassen meiner Großstadt sind belebt, überall Menschen. Alles ist in Bewegung und ich bin mitten drin und durch die Kopfhörer lass ich mich von Whirr beschallen. Der perfekte Soundtrack für diesen Tag.

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Whirr (ehemals Whirl) aus Californien veröffentlichen Mitte März ihr Album “Pipe Dreams” über Tee Pee Records. Das Label, das sonst eher derbe Rockbands unter Vertrag hat, geht mit Whirr neue Wege, denn Whirr machen shoegazigen Dream-Pop-Rock. Whirr vermengen Shoegaze der 90er mit sphärischen Vocals und erschaffen dadurch eine fast ungreifbare Aura, die die Band leichtfüssig durch eine knappe halbe Stunde auf “Pipe Dreams” trägt. “Reverse” eröffnet das Album melancholisch, die Single “Junebouvier” treibt rockig vor sich hin. Die Instrumente sind zwar shoegaze-like verzerrt verschwommen, trotzdem sind alle Elemente klar hörbar und besonders die druckvollen Drums halten den Sound zusammen. Die weiblichen Vocals klingen grundsätzlich so, als ob sie in einem großen leeren Raum aufgenommen wurden und das Mikro im angrenzenten Raum stand. Diese verschiedenen Ebenen im Sound geben Whirr eine besondere eigene Note. Mit “Formulas And Frequencies” bewist die Band, dass sie auch akustisch überzeugen kann. “Wait” kurz vor Ende, zeigt die Band von ihrer druckvollsten Seite. “Reverie” als Abschluss, als kleiner Bruder des Openers “Reverse”, ist fast schon ein Ambientsong. Wortlose Vocals, schillernde Gitarren, langsame Bassläufe, keine Drums… dieser Song könnte ewig so weiterlaufen. Musik für gute Laune ohne Kitsch, aber mit Atmosphäre und Charakter.

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ANCESTORS – INVISIBLE WHITE EP

Posted in Release on September 17th, 2011 by M.H.

Erwartungsvoll die neue Ancestors EP “Invisible White” eingelegt und entspannt zurückgelehnt. Den ersten Tönen des Titeltracks lauschend mag man sich zunächst wundern, ob da tatsächlich die richtige CD im Schacht ihre Runden dreht. Eine gezupfte Akustikgitarre, säuselnder Damengesang, ein Barpiano untermalt, irgendwann eine Orgel und eine melancholische Violinenmelodie, bevor erstmalig lakonisch dahinfließender Gesang von Justin Maranga ertönt.

Auch im weiteren Verlauf bleibt die Instrumentierung dezent, zurückgenommen, elegisch, schleppend – inklusive der Drums von Brandon Pierce. Die Songs fließen atmosphärisch dahin. Die fetten Gitarren und die Heavyness, prägende Elemente der beiden bisherigen Alben “Of Sound Mind” und “Neptune With Fire”, bleiben gänzlich außen vor. Zurück bleibt experimenteller Progressive Rock mit Folk-Elementen, sowie eine latente Dominanz von Orgel und Synthesizer. Erst im Laufe des abschließenden überlangen “Epilogue” tritt die verzerrte Gitarre in den Vordergrund und verhilft dem Stück mit einem inspirierten, gefühlvollen Solo zu einem episch rockenden Psychedelic-Finale.

Nachdem die erste Verwunderung verflogen ist und man sich auf diese neue Facette des LA-Quintetts eingelassen hat, fühlt man sich wohlig an Großtaten von Genre Ikonen wie King Crimson und Pink Floyd erinnert. Bleibt die Frage, ob “Invisible White” ein Experiment, eine einmalige Sache war oder ob die 30-minütige EP Rückschlüsse auf die zukünftige Ausrichtung der Ancestors zulässt, wobei die Arbeit am kommenden Album in wenigen Tagen beginnen wird. Was mit Sicherheit zu sagen bleibt, ist, dass sie uns die Wartezeit auf überaus angenehme Weise verkürzt haben.

Erwartungsgemäß ist auch “Invisible White” als CD und 12” Vinyl in Europa am 12. September über die Geschmacksgaranten von TEE PEE RECORDS erschienen.

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UP IN SMOKE – VOLUME II

Posted in ontheroad, Release on March 13th, 2011 by M.H.

Bei Freunden zeitloser Rockmusik genießt das US-Label TEE PEE RECORDS seit jeher einen exzellenten Ruf, zeichnen sie sich doch ein ums andere Mal durch außerordentlich hochwertige Veröffentlichungen aus. Im April werden sie nun vier ihrer Aushängeschilder gemeinsam auf Tour schicken. Unter dem stilvollen Banner “UP IN SMOKE – VOLUME II” werden sich The Atomic Bitchwax, Mirror Queen, Naam und Quest For Fire allabendlich die Ehre geben.

Seit mehr als 15 Jahren schon paaren sich bei The Atomic Bitchwax 60er Jahre Psychedelia und 70er Jahre Gitarrenriffs mit experimentellem Prog Rock. Die New Jersey Institution, aktuell repräsentiert durch die Szene-Veteranen Chris Kosnik (Bass, Gesang), Finn Ryan (Gitarre, Gesang) und Bob Pantella (Schlagzeug), steht in jeder Hinsicht für ein hohes Maß an Aktivität und Tatendrang, was sich an ausgedehnten Tourneen und der Anzahl der bisherigen Veröffentlichungen festmachen lässt. Nach drei Longplayern und zwei EPs folgt im nächsten Monat der sechste Streich in Form des Albums “The Local Fuzz”, einem über 40-minütigen kraftstrotzenden, nahezu instrumentalen Song-Monster, das mit nicht weniger als 50 Riffs und einer enormen stilistischen Bandbreite aufwartet. Durch seinen Abwechslungsreichtum besitzt “The Local Fuzz” indes weniger klassischen Songcharakter, als vielmehr akutes Jam-Session Flair.

Auch die New Yorker Stoner Kreisor, die mittlerweile unter dem Namen Mirror Queen firmieren, können, neben Tourneen im Vorprogramm von UFO und Uli John Roth, bereits auf die Veröffentlichung dreier Alben zurückblicken. Die beiden Originalmitglieder Kenny Kreisor (Flying V, Gesang) und Jeremy O’Brien (Schlagzeug) haben sich mit Dave McGauley am Bass und Steve Austin an der zweiten Gitarre verstärkt, um mit ihnen das neue Album “From Earth Below” einzuspielen, das im April das Licht der Welt erblicken wird. Auf Gesang verzichtet die Band nur partiell, wodurch sich seine Effektivität jedoch ganz natürlich erhöht. Mirror Queen reichern ihren zeitgenössischen Stoner Sound mit reichlich 70er Jahre Einflüssen an. Namentlich genannt werden in diesem Zusammenhang Größen wie Deep Purple, Hawkwind oder Captain Beyond, wobei von letztgenannten auch gleich noch ein Song (“Mermerization Eclipse”) gecovert wurde.

Dritte Band im Bunde sind die New Yorker Psychedelic Rocker Naam, die in der Besetzung Ryan Lugar (Gitarre, Gesang), John Preston Bundy (Bass, Gesang) und Eli Popazito (Percussion) die Nummern ihres noch immer aktuellen Debüt Albums präsentieren werden. Genauer vorgestellt hatten wir euch das Trio bereits an dieser Stelle.

Abgerundet wird das Lineup durch die aus Toronto stammenden Quest For Fire, bei denen spaciger Garagenrock auf bluesige Elemente, poppige Melodien auf erdige Hardrock Riffs treffen. Die Kompositionen der 2007 gegründeten Band, bei denen eine gewaltige Intensität unter einer vordergründig eher ruhigen Oberfläche lauert, verlangen geradezu nach einer adäquaten Live-Umsetzung.

Diese exquisite Band Auswahl solltet ihr euch nach Möglichkeiten nicht entgehen lassen. Hier findet ihr wie üblich die detaillierten Tourdaten.

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NAAM

Posted in Musik on January 25th, 2010 by M.H.

Naam sind ein Psychedelic Rock Trio aus Brooklyn, New York. Ihre epischen, teils überlangen Songs entfalten eine düstere, hypnotische Atmosphäre und erinnern an Bands wie Dead Meadow, Sleep oder OM. Im Oktober ’09 veröffentlichten sie ihr schlicht “Naam” betiteltes Debüt, nachdem sie zuvor bereits durch die selbst produzierte 3-Track EP “Kingdom” auf sich aufmerksam gemacht hatten.

Einen ersten Höreindruck könnt ihr euch bei MySpace und Last.FM verschaffen. Oder ihr schaut euch das unter der Regie von Rachelle Rahme entstandene Video zum Song “Skyling Slip” an, das die Band beim skateboarden in ihrer Heimatstadt zeigt.

Die Platte ist bei Tee Pee Records erschienen und über den Tee Pee Online Shop erhältlich.

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ANCESTORS

Posted in Musik, Release on January 5th, 2010 by M.H.

Das aus Los Angeles stammende Quintett, gegründet im Jahre 2006, spielt psychedelischen Progrock mit Elementen aus Doom und Stoner Rock. Mögen die 70er Jahre Einflüsse noch so allgegenwärtig erscheinen, so klingen Ancestors doch zu jeder Zeit frisch, modern und verschmelzen das Beste von Bands wie King Crimson, Pink Floyd und Neurosis, die auch von der Band selbst als maßgebliche Einflüsse benannt werden.

Ihr erstes Album, “Neptune With Fire”, klang bereits vielversprechend, doch noch eher unspektakulär und ließ das Potential der Band nur vereinzelt aufblitzen. Erst mit ihrer aktuellen Veröffentlichung, “Of Sound Mind”, im Kern bestehehend aus 4 überlangen Songs, die um kürzere instrumentale Zwischenspiele ergänzt werden, haben die fünf scheinbar ihre eigene individuelle Nische gefunden. Auf ihrem neuesten Werk haben sie ihren Sound zusätzlich mit einer dominanten Orgel, Keyboards und allerlei dezent eingestreuten Klangeffekten angereichert. Die zumeist cleanen und melodischen Vocals von Sänger Justin Maranga sind ein weiteres prägendes Detail im Gesamtsound der Kalifornier. Erhältlich sind die beiden Alben bei TEE PEE Records.

In den nächsten Wochen wird zudem via Volcom Entertainment eine Split 7” mit Graveyard erscheinen. Ancestors steuern den Song “Antler Wings” bei, den ihr euch hier vorab kostenlos anhören und downloaden könnt. Ausserdem habt ihr auf dem diesjährigen Roadburn Festival die Möglichkeit, die Band live zu erleben.

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