WIEDERGEBURTEN

Posted in Release on March 29th, 2014 by D.K.

thisquietarmy war in letzter Zeit sehr fleissig, was das Veröffentlichen und Touren angeht. Eine Nebenerscheinung dieser scheinbaren Überarbeitung ist “Rebirths”, das neue Album des kanadischen Ein-Mann-Drone-Monsters.

rebirths cd

Über die letzten Jahre hat Eric Quach alias thisquietarmy einige Songs geschrieben, die einen sehr starken Wiedererkennungswert haben, Ohrwürmer sozusagen. Das geht nämlich bei experimenteller Musik. Live kommen diese Tracks natürlich auch sehr gut an und wurden daher das ein oder andere Mal gespielt. Resultat ist, dass sich diese Tracks durch das wiederholte Livespiel verändert haben. Anlass genug für Quach, sich ins Heimstudio zu setzen und die Songs in den neuen Versionen nochmal neu einzuspielen.

Aphorismes MMXIV
Ursprünglich auf der Split/Kollaborationsplatte mit Year Of No Light via Consouling Sounds erschienen, nimmt sich thisquietarmy in dieser Version Zeit für das Wesentliche. Auf über 13 Minuten breitet sich eine Dronemelodie aus, die von Drummachine und noisigen Gitarren untermalt wird. Gleichwertig gut, wie das Original. Und überhaupt einer der hervorstechendsten Tracks des Künstlers.

The Pacific Theater MMXIV
Im Original auf “Vessels” via Aurora Borealis erschienen. In der neuen Version noisiger mit großem Fokus auf die Wirkung der wuchtigen Drumsounds. Noisig und rockig zugleich. Hier mag man sich nicht entscheiden, welche Version besser gefallen möchte.

Revival MMXIV
Auf “Resurgence” via Denovali Records schon eine Besonderheit, weil hier ein Basslauf samt fetzigen Drums den Song in eine Art New-Wave-Drone verwandelt. Auch in der neuen Version darf dieses markante Merkmal nicht fehlen. Der Song fällt einfach generell aus dem Rahmen, so auch hier.

The Black Sea MMXIV
Ebenfalls aus dem Vessels Repertoire und ähnlich hervorstechend wie der Opener dieses Albums, zelebriert thisquietarmy auf “The Black Sea” seine Noise-Drone-Landschaften auf über 13 Minuten und unterstreicht, dass er zu den wichtigsten Künstlern dieses Genres gehört. Die neue Version ist eindeutig rauher und ungehaltener. Ein Fest.

Stealth Drone I (Bonus Track)
Auf der japanischen CD Version des Albums via Tokyo Jupiter Records gibt es noch den obligatorischen Bonustrack. Keine Neuaufnahme,  dafür aber sehr passend als Abschluss des Albums, denn hier hat der Hörer Zeit wieder runterzukommen. Es brummt, vibriert, gleitet in den Ohren, einfach nur schön dronig.

“Rebirths” gibt es auf CD via Tokyo Jupiter Records und auf LP via thisquietarmy Records.

Natürlich ist thisquietarmy wieder auf Tour und hat die LP dabei. Hier findet ihr alle Informationen…

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THISQUIETARMY & SYNDROME

Posted in Release on February 16th, 2014 by D.K.

Manchmal denkt man sich aus, wie es klingen würde, wenn zwei geschätzte Solokünstler sich zusammentun würden. In diesem Fall hat sich der Wunschgedanke bewahrheitet, zumindest was die Künstler angeht: Consouling Sounds veröffentlichen die Kollaboration von thisquietarmy & Syndrome.

“The Lonely Planet” heißt das gemeinsame Werk der beiden Experimentalmusiker und überrascht mit einer sehr minimalistischen Zusammenkunft, die genau daraus auch ihre Kraft schöpft. Wo sonst Melodien bei Syndrome auftauchen oder die Drummachine bei thisquietarmy den Takt angibt, ist auf diesem Album der Fokus auf dem Auftürmen von minimalistischen Gitarrensounds.

Der Opener “The Cold Valley” tastet sich langsam heran. Ein seichtes Treiben im Ambienttal. “A River That Never Ends” setzt die Reise fort und tatsächlich lassen die Songtitel Bilder im Kopf entstehen. Der Fluss hat seine Tücken, Strömungen, kleine Wasserfälle, Stellen an denen Boote zerschellen können. Es brodelt, es gibt eine Gefahr, eine unsichtbare Gefahr, die sich nie zeigt, deren Anwesenheit aber zu spüren ist. “A Black Breath Blows In The Sky” führt nicht nur im Titel den Fokus von der Ebene in den Himmel. Ein stark hallender Feedbackloop eröffnet den Track und wird von einem Klangteppich aus dem Hintergrund ummantelt. Ein pulsierendes Soundungetüm. Als Bonus gibt es noch den gemeinsamen Liveauftritt (mit interessantem Publikumsgequatsche), der die Zusammenarbeit für dieses Album iniziiert hat.

Ein sehr gelungenes Album, das mal wieder zeigt, dass Kollaborationen das Spektrum von Künstlern erweitern und der Fanschar immer wieder neue Ansichten aus dem experimentellen Klangkosmos bieten.

Das Album gibt es als Preorder zusammen mit der Split-Vinyl von Syndrome & Black Mare im Consouling Sounds Shop zu kaufen.

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AIDAN BAKER UND DIE GEREMIXTEN NYMPHEN

Posted in Release on December 22nd, 2013 by D.K.

Anfang des Jahres ist “Already Drowning” über Gizeh Records erschienen. Ein Album auf dem Aidan Baker Songs vereint hat, für die er sich weibliche Stimmunterstützung eingeholt hat. Unser Interview zu jedem einzelnen Song könnt ihr hier nochmal nachlesen.

Jetzt gibt es mit “Tout Juste Sous La Surface, Je Guette & Selected Remixes from Already Drowning” eine digitale EP als Ergänzung, die schon im nicht grad kurzen Titel alle notwendigen Informationen enthält. Neben einem Track des Albums gibt es vier Remixe von Tracks des Albums. Der Titeltrack des Albums ist von thisquietarmy überarbeitet worden und kommt zunächst reduziert aufs Nötigste durch die Boxen, um nach hinten raus breitbeinig zu überraschen. “30 Days / 30 Nights (A.R.C. Soundtracks Remix)”, minimiert auf die klassischen Parts des Tracks gepaart mit tiefen Basssounds und sich wiederholenden Phrasen, ist betörend magisch. Schneider TM macht aus “Melusine” eine Art Elektroloop mit Nymphengesang oben drauf. Der “AB Heartbeats Remix” von “Ice” stammt aus der Feder des Hauptkünstlers und hat wirklich einen Beat und ist fast schon ein tanzbarer Track.

Die digitale EP gibt es für einen kleinen Beitrag via Gizeh Records.

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PARALLEL LINES – WHITE FUR /// BLACK CATHEDRAL

Posted in Release on January 14th, 2013 by D.K.

Parallel Lines nennt sich die sporadisch in Erscheinung tretende Band von Eric Quach, dem Mann hinter thisquietarmy. Mit Pascal Asselin an den Drums, Eric Quach an der Gitarre und Ryan Ferguson am Synthesizer erzeugt das Trio psychedelische Tracks, die mal postrockig vorantreiben, aber auch mit langen experimentellen Parts Raum schaffen für Träumereien.

Auf “White Fur /// Black Cathedral” machen Parallel Lines genau das eben beschriebene mit einer Gelassenheit, dass das Zuhören einem ein zufriedenes Grinsen ins Gesicht zaubert. Auf jeweils einer Seite führen “White Fur” und “Black Cathedral” den Hörer durch diverse Klanglandschaften. Gitarre und Drums sind hier für das rhythmische Treiben verantwortlich, während die Synthesizersounds die sphärischen Passagen untermalen. Im Vergleich zu anderen Veröffentlichungen von Parallel Lines, ist hier ein sehr homogenes Zusammenspiel auf Platte gepresst worden. Feine Sache.

“White Fur /// Black Cathedral” ist aus einem Livemitschnitt entstanden, den die Band bei einem Auftritt in der “Christ´s Church Cathedral” in Hamilton Ontario (Kanada) gemacht hat und die erste Veröffentlichung des neuen Labels Oaken Palace Records. Das Label widmet jedes Release einer bedrohten Tierart. Parallel Lines machen den Anfang und haben sich für den Eisbären entschieden. Mehr dazu in unserem Oaken Palace Records Interview…

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THISQUIETARMY & YEAR OF NO LIGHT

Posted in Release on October 3rd, 2012 by D.K.

Im Frühling haben Destructure Records eine Vinylplatte veröffentlicht, die zu Recht nach kürzester Zeit ausverkauft war. Denn das Album “Year Of No Light / Thisquietarmy” (Titel, Bands, Motto in einem vereint) ist eine der überragendsten Veröffentlichungen dieses Jahres. Zu schade also alle außen vor zu lassen, die nicht auf diese großen runden altmodischen Abspielmedien stehen. So oder ähnlich muss wohl der Gedankengang der Jungs von Consouling Sounds gewesen sein, denn jetzt steht das Album kurz vor der Veröffentlichung auf CD.

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Die Besonderheit an dieser Kollaboration ist, dass dieses Album dem Hörer ein Gesamtbild des Schaffens der beiden Acts verschafft. Das Album beginnt mit “Vous êtes un nada mort marchant autour du visible” von Year Of No Light. Ein hell schimmerndes Doommetal Epos. Seit dem letzten Album “Ausserwelt” haben YONL einen Sound entwickelt, der sich trotz hallender hochstimmiger Gitarren wie eine Walze durch den Boden frisst, auf dem der Hörer steht. “Une odeur que je capte quand leur yeux explosent” folgt als erstes gemeinsames Lied von YONL & Thisquietarmy. Wer jetzt ein Feuerwerk von Doom, Drone und Postrocksounds erwartet, der wird zunächst enttäuscht. Der Song ist eine ewig brodelnde Masse aus Ambientsounds. Man kann klar raushören, welcher Act gerade die Sounds beisteuert. Allmählich verdichtet sich die Masse der Sounds zu einer Dronewolke. Acht Minuten für die Ewigkeit. Mit “Aphorismes” steuert TQA sein Solostück bei und überrascht mit einem sehr düsteren Grundsound. Minimalistische Drummachinesounds setzen den Rhythmus. Die Gitarre von Eric Quach baut sich vor dem inneren Auge des Hörers auf. Weiblicher Gesang schimmert zwischendurch auf. Der Song klingt bedrohlich und hoffnungsvoll zugleich. Es folgt wieder ein gemeinsames Stück namens “Langue de feu”. Auch hier verzichten die beiden auf eine Bombastinszenierung und führen das fort, was sie begonnen haben, um dann gegen Ende… hört selbst! YONL & TQA zelebrieren die Liebe zum minimalistischen und noisigen Sound. Eine Split-Kollaboration, die in keinem Plattenregal fehlen darf.

Die CD Version von “Year Of No Light / Thisquietarmy” erscheint am 5. Oktober über Consouling Sounds.

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Die beiden Bands sind übrigens auch auf dem diesjährigen Denovali Swingfest und vielleicht auch zusammen auf der Bühne…

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SUMMER OF DRONES

Posted in Label, Release on July 21st, 2012 by D.K.

Eric Quach, diesmal in der Thisquietarmy Inkarnation als Label, hat die drei Veröffentlichungen seiner Briefumschlagserie unter dem Motto “Summer Of Drones” zusammengefasst und liefert drei Alben für diesen verregneten Sommer.

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Aidan Baker & Leah Buckareff

Das erste Release kommt von Aidan Baker und Leah Buckareff, zusammen als Nadja unterwegs, hier mal als sie selbst und auf experimentellen Pfaden unterwegs. Auf “Breathing Heavy Breathing” widmet sich Aidan Baker den Sounds von Drums und zerstückelt in noisiger Art das, was eigentlich Rhythmus sein sollte, und kreiert mit “Heavy Breathing” ein schillerndes Klangfeld. Leah Buckareff greift auf “Breathing Heavy” nicht zum Bass, sondern zum Akkordion und entlockt diesem minimalistische Dronesounds. Zwei Songs, die sich mit jeweils 20 Minuten Zeit lassen, Zeit brauchen, Zeit genießen und dann als Abschluss zum dritten Song “Breathing Heavy Breathing” verschmelzen.

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Northumbria

Northumbria sind die beiden kanadischen Musiker Jim Field und Dorian Williamson. Auf ihrem ersten Album präsentieren sich die beiden mit gewaltigen verzerrten Soundwänden. Die Aufnahmen zum Album sind in Northumberland im Chorraum einer Kirche aus dem 19. Jahrhundert entstanden. Die Aufnahmen sind alle live entstanden und nur durch den Masterfeinschliff von James Plotkin optimiert worden. Das Ergebnis sind fünf eindringliche Dronesongs. Bass, Gitarre und der Hall des Kirchenraums gehen hier eine Hochzeit ein, der man unbedingt beiwohnen sollte, auch wenn’s nur zu Hause vor der heimischen Soundanlage ist. Ein Debüt, das jedem Ambient, Drone, Doom und Post-Rock Fan gefallen dürfte.

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loveliescrushing

Und noch ein Duo. Scott Cortez und Melissa Arpin-Duimstra alias loveliescrushing sind mittlerweile seit fast zwei Jahrzenten in der experimentellen Musikszene aktiv und sicherlich auch ein Grund, warum die vier oben genannten Musiker solche Musik machen, wie sie oben beschrieben ist. Nachdem dieses Jahr schon eine Platte mit alten Aufnahmen erschienen ist, haben Thisquietarmy Records die Ehre, nach fast fünf Jahren ein neues loveliescrushing Album zu veröffentlichen. “Pt. I – Broken Aureate Echo” eröffnet das Album mit hallenden Ambientfeldern. Der Raum, in dem die Musik sich entfaltet, fühlt sich weitläufig an und man hat das Gefühl sich fallen lassen zu können. “Pt. II – She Is Above The Clouds” und “Pt. III – A Bird Flew To The Sun” setzt auf die Magie von Melissas Stimme, die genau wie die Gitarrensounds hallend durch den Raum gleitet und eine Fusion eingeht mit dem Instrumentensound. Die Vocals brauchen keine Worte um sich auszudrücken, der Klang der Stimme reicht hier vollkommen aus.

Also, wer seinen Sommer in Drone und Ambientsounds tauchen möchte, sollte sich unbedingt diese drei Alben anschaffen. Neben der Musik gibt es auch sehr liebevoll gestaltete Artworks und hochwertige Fotografien.

Reinhören und kaufen könnt ihr an dieser Stelle.

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COVER DER WOCHE

Posted in Serie on June 7th, 2012 by D.K.

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Eric Quach alias Thisquietarmy hat sich für eine Compilation, auf der kanadische Musiker andere kanadische Musiker covern, “Chimeras” von Tim Hecker zur Brust genommen. Das Ergebnis ist ein gewaltiges Gitarrendronecover, das die elektronischen Reverb-Sounds des Originals als Gitarrensounds wiedergibt. Das dürfte selbst Herrn Hecker gefallen.

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LIVEBERICHT: DENOVALI LABEL EVENING III

Posted in ontheroad on May 6th, 2012 by D.K.

Teil III der Denovali Label Evening Reihe in der Christuskirche Bochum hat sich diesmal mit den Nordlichtern des europäischen und nordamerikanischen Kontinents beschäftigt und so trafen die Kanadier von Thisquietarmy und Aun auf die Norweger von The Samuel Jackson Five.

thisquietarmy @ denovali label evening 3

THISQUIETARMY
Eric Quach alias Thisquietarmy eröffnet den Abend mit einer geballten Ladung Dronesounds. Fast schon verloren sieht er aus, vor seinem Meer an Effektgeräten, die er um sich aufgebaut hat. Doch das, was er aus seiner Gitarre zaubert, klingt alles andere als verloren. Die Drones sind genauso brachial dronig wie melodiös und nehmen die Zuhörer schnell ein, die begleitenden elektronischen Drums drücken einen in die Kirchenbank. Dann nach fast einer halben Stunde eine Verschnauffphase, in der Quach die Effekte und Verzerrung zurückfährt um eine Ambientfläche aufzubauen, aus der er mit einem seiner griffigeren postrockigen Songs ausbricht und die Zuschauer nochmals davon überzeugt, dass er zur Topliga der kanadischen Experimental-Rocker gehört. Im Gespräch nach dem Konzert beschreibt Eric Quach, dass ihm bewusst ist, dass sich ruhigere Töne besser entfalten würden in der Kirche, er aber nach der langen Anreise so erschöpft war, dass er sich inmitten der lauteren noisigen Dronesounds wohler gefühlt habe.

aun @ denovali label evening 3

AUN
Das Dreigespann um Martin Dumais hat seinen eigenen Altar mit Rechnern und Effekten vor dem Kirchenaltar aufgebaut und präsentiert sich elektronisch ambientlastig. Aun mischen Vocals, Saiteninstrumente und Sounds aus der Konserve miteinander und erzeugen eine kaum greifbare Klanglandschaft. Die Songs verschmelzen ineinander und verwandeln sich live in fast schon andere Tracks, die mit improvisierten Einschüben ein großes Klanggebilde ergeben. Der Kirchenraum bietet sich hier als idealer Klangträger an und so gleiten die Aun-Sounds 45 Minuten lang durch die Christuskirche.

samuel jackson 5 @ denovali label evening 3

THE SAMUEL JACKSON FIVE
Die fünf Norweger von The Samuel Jackson Five haben soundtechnisch so rein gar nichts mit Drone und Ambient am Hut, sondern sind mehr im instrumentalen Rock mit Hang zum Post-Rock unterwegs und so holen sie schon im ersten Song die Zuhörer aus den sphärischen Gefilden ab und nehmen sie mit auf eine treibende Rock-Reise. Zum Glück konzentrieren sich The Samuel Jackson Five nicht rein auf Post-Rock-Rezepte, sondern fügen ihrem Sound verschieden Akzente ein. So heult das Theremin zwischendurch auf oder die Gitarren werden folkig gespielt oder Elektronik wird eingestreut. Die Band hat Spaß am Spielen und ist ständig in Bewegung. Der Drummer nimmt seine Drums auseinander und schmeißt Percussioninstrumente den Altarsockel runter, um damit Sounds zu erzeugen. Und gesungen wird auch noch zwischendurch. Und obwohl die Band nicht so laut spielt, wie sie eigentlich wollte, kommt der vollgepackte Sound der Norweger gut rüber, bei Band und Zuschauer. Eine Zugabe, zwei Zugaben, drei Zugaben…

Alle drei Bands haben derzeit aktuelle Platten auf Denovali Records veröffentlicht und zeigen mal wieder die große Bandbreite des Labels.

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THISQUIETARMY

Posted in Release on January 27th, 2012 by N

Thisquietarmy aka Eric Quach aus Kanada. Ein Mann und seine Gitarre (hauptsächlich; + Synth, + Drummachine). Wer thisquietarmy nur von Kollaborationen kennt, zum Beispiel der „Death Valley“ mit Yellow6, der „Meridians“ mit Scott Cortez oder der vor nicht so langer Zeit wiederveröffentlichten „Orange“ mit Aidan Baker, hat die eine Seite von thisquietarmy kennengelernt: die, die Atmosphäre und freies Fließen in den Vordergrund stellt. Stücke entwickelt, die gerade über die lange Laufzeit ihre hypnotische Wirkung aufbauen können. Auf seinen Soloalben dagegen bevorzugt Eric Quach jedoch überraschenderweise oft ein kürzeres, fokussierteres Format; Atmosphäre galore auch hier natürlich, aber gleichzeitig im Arrangement und Aufbau fast so etwas wie Songs, nur das diese meistens ohne Worte, ohne Gesang bleiben.

thisquietarmy_by_Sandrine_Castellan

So auch auf dem „Resurgence“ Album, das als opulentes 6-Panel Digipack mit Bonus-CD und Doppel-LP + 7inch erschienen ist (wobei letztere Version leider das Allem oben gesagten wie zum trotz 19.22 Minuten lange „The Cold Vacancy“ fehlt) und das schon gleich mit dem zweiten Stück, „Revival“, diese spezielle Art des Thisquietarmy „Songs“ par-excellence vorführt: Über treibendem Drum-Programming ein verhaltener wie undurchdringlicher Noise-Teppich, eng gewirkt und darüber wiederkehrende Gitarrenmotive im Wechsel mit Synththemen. Durchaus mit Pop-Appeal (definitiv nicht negativ gemeint, sondern im Sinne von: schöne Melodie, die man auch nachpfeifen könnte). Mich erinnert die Atmosphäre, die diese Art von Komposition bzw. Sound ausstrahlt fast eher an einige französische Vertreter aus dem Wave-Bereich Anfang der 90er wie Mary Goes Round oder Little Nemo.Und, einmal auf dieser Fährte, scheinen(?) auch die freieren, perkussionslosen Stücke diesen Geist zu atmen. Aber bitte nicht falsch verstehen: das sind Assoziationen, hervorgerufen durch Details in Gestus und Sound, kein Revivalvorwurf (obwohl interessanterweise das genau so benannte Stück mit seinem zusätzlich hämmernden Bass ganz besonders in diese Richtung zu zielen scheint).

thisquietarmy resurgence

Auch auffallend: ein paar Motive und Sounds kehren im Laufe von „Resurgence“ immer mal wieder, sorgen für eine Klammer, fassen zusammen und lassen das ganze sehr homogen wirken… und das, ohne das es irgendwann langweilig würde; Hut ab. Das Mixing, die Tatsache, dass auch (Analog-) Synths bisweilen die Regie gegenüber der allmächtigen Gitarre übernehmen und die punktuelle Integration von (Frauen) Vocals tun dazu ihr Übriges…

…und noch etwas zu dem Stück, dass es trotz aller Formaterweiterungen nur auf die Doppel-CD geschafft hat: die gut 19 Minuten von „The Cold Vacancy“ sind so etwas wie eine perfekte Coda: fast 12 Minuten des extrem ruhigen Aufbaus und dann „erst“ die Verdichtung. Und zwar ohne damit (an dieser Stelle: unnötig) die Stimmung des Stücks zu kippen oder kippen zu wollen.
Schlicht ein perfektes Album.

Auf Denovali Records erschienen.

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BASSES FREQUENCES ZUSAMMENKÜNFTE

Posted in Label, Release on October 22nd, 2011 by D.K.

Das französische Label Basses Frequences veröffentlicht seit einigen Jahren schon experimentelle Musik von Künstlern wie Locrian, Nicholas Szcepanik, Celer oder Nadja. Aber vor allem die Kollaborationen, die auf dem kleinen Ein-Mann-Label erscheinen, haben es uns angetan. Im Folgenden wollen wir euch diese etwas näher vorstellen.

THISQUIETARMY & YELLOW 6

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Eric Quach (Thisquietarmy) und Jon Attwood (Yellow 6) haben sich 2009 nach einem kanadischen Festival, auf dem beide aufgetreten sind, in Erics Studio in Montreal verzogen und dort eine gemeinsame Session eingespielt und aufgenommen. Das Resultat ist zunächst ein paar Monate liegen geblieben, bevor es dann in die Hände von Fear Falls Burning (Dirk Serries) gegeben wurde, um für eine Vinylveröffentlichung gemastert zu werden. Das Resultat sind die beiden 12inch Platten “Death” und “Valley”, benannt nach der kalifornischen Wüste, die wohl auch der Ideenpool für die eingespielten Songs war. Im Gegensatz zu den Soloveröffentlichungen der beiden Gitarristen sind die sechs Songs auf diesen beiden Platten erstaunlich zurückhaltend und minimalistisch. Niemand drängt sich in den Vordergrund, niemand versucht der Musik sein Label aufzudrücken. “Death” und “Valley” sind zwei beeindruckend intensive Dokumente einer winterlichen Session, in der beide Musiker erschöpft von vorherigen Ereignissen einfach nur zusammen gespielt und dabei einen gemeinsamen Soundfluss gefunden haben. Einfach die Nadel auf das Vinyl setzen, laut aufdrehen und eine Reise durch die Wüste antreten.

AIDAN BAKER & KEVIN MICKA

aidan_baker_and_kevin_micka_green_figures

Ebenfalls 2009 in Montreal entstanden ist die Kollaboration zwischen Aidan Baker (Nadja) und Kevin Micka (Animal Hospital). Auf “Green Figures” ist ein gemeinsamer Auftritt der beiden Musiker zu hören, den Eric Quach glücklicherweise aufgezeichnet hat. Denn die drei Songs aus Aidan Bakers bekannteren Alben “Green & Cold” und “Figures” erfahren durch die Livedrums Begleitung von Kevin Micka eine ganz neue Dynamik und Struktur. Die Songs werden langsam aufgebaut, die Drums fügen sich subtil ein und gehen mit Bakers Loops eine Fusion ein, so dass die Songs ganz neue Facetten erlangen. Eine Liveplatte, die definitiv nicht nur was für Aidan Baker Fans ist, sondern auch für alle die, die auf handgemachte, leicht experimentelle Shoegazersounds stehen.

Als nächste Veröffentlichung steht übrigens die Kollaboration von Yellow6 und Larkian an…

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WENN DIE KÜNSTE ZUSAMMENTREFFEN

Posted in Kunst on August 28th, 2011 by D.K.

Nachdem Aidan Baker und Thisquietarmy Ende Mai ihr erstes Konzert der letzten Europatour im Bochumer FKT gespielt haben, hatte der dort ansässige Fotograf Cristóbal Marquez alias Tobalo die Idee, mit den beiden Musikern eine Fotosession zu machen. Also haben wir die beiden Musiker am nächsten Tag nach dem Frühstück und vor der Abreise zum nächsten Konzert in Frankreich gefragt, ob Sie Interesse hätten. Mit einem fragenden Grinsen im Gesicht stimmten Aidan und Eric zu und kurze Zeit später fanden wir uns im Stadtpark Bochum wieder.

tobalo

Cristóbal hat für die Aufnahmen eine alte Großformatkamera benutzt und für die Motive die beiden Musiker im Stehen, Sitzen und Liegen durch den Park gescheucht. Das Ergebnis sind eine Hand voll Bilder, die vor allem im Original überzeugen. Besonders die obige Aufnahme vereint die Liebe zum Instrument und zur Fotografie zu einem bleibenden Moment. Weitere Eindrücke findet ihr hier.

Wer sich die Fotografien mal in echt anschauen möchte (und das ist besonders zu empfehlen), sollte unbedingt das Atelier von Tobalo im FKT besuchen. Auch eine Investition in verschieden große Abzüge ist möglich, schreibt Tobalo einfach eine Mail für weitere Informationen.

tobalo@work

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LIVEBERICHT: AIDAN BAKER & THISQUIETARMY

Posted in ontheroad on June 13th, 2011 by D.K.

Das FKT in Bochum ist eine Gruppe von bildenden Künstlern, die seit einiger Zeit in einem alten Versicherungsgebäude eine neue Heimat gefunden hat und dort arbeitet und mit diversen Aktionen jegliche Art Kunst an die Leute bringt. Ende Mai stand das erste Konzert im FKT an, mit Aidan Baker und Eric Quach alias Thisquietarmy.

thisquietarmy @ fkt bochum

Ein langer Flur mit vielen Türen, hinter denen sich Ateliers befinden, und in einem dieser Räume steht ein Verstärker, liegen Effektgeräte auf dem Boden und zwei Gitarren ruhen auf zwei Stühlen. Der restliche Raum ist, bis auf ein altes Sofa, ein Waschbecken und einen gruseligen Stromkasten, leer. Eric Quach eröffnet den Abend mit seinem Thisquietarmy Set, das mit Projektionen vom Beamer begleitet wird. Diese sind auch so gut wie die einzige Lichtquelle auf der Bühne. Thisquietarmy möchte an diesem Abend so gar nicht leise sein. Der Sound ist laut, die großen Glasscheiben im Raum knarren. Schnell haben alle Gäste in den Raum gefunden. Sitzen, stehen, liegen und lauschen den Tönen. Quach baut seine Gitarrensounds auf. Sitzt, steht, kniet beim Spielen und ist ständig in Bewegung. Zu den geloopten Sounds kommen Drummachinebeats hinzu und es wird nochmals lauter, dann nach über einer halben Stunde entspannt sich der Sound und Thisquietarmy bewegt sich in Ambientgefilden und gibt dem Hörer Gelegenheit das Gehörte positiv zu verarbeiten.

aidan baker @ fkt bochum

Gut zehn Minuten später greift Aidan Baker zu seiner Gitarre. Baker beginnt sein Set sehr ruhig und minimalistisch und erst nach einigen Minuten bekommen die Gäste, die sich nicht im Raum befinden, mit, dass das Konzert begonnen hat. Aidan Baker improvisiert an diesem Abend, probiert Vieles aus, baut manche Ideen mit Loops aus und experimentiert mit diversen Anspielarten. Was dabei aus der Box erklingt ist eine Wolke aus filigranen Sounds, die durch den Raum gleitet, sogar im Flur des alten Bürogebäudes entwickeln die Sounds ihre ganz eigene durchdringende Dynamik. Baker sitzt im Dunkeln, die einzigen Lichtquellen befinden sich auf der gegenüberliegenden Seite des Raums, dazwischen liegende, sitzende und stehende Hörer. Nach 40 Minuten legt Aidan Baker seine Gitarre zur Seite und verfremdet die letzten Gitarrentöne knieend vor seinen Effektgeräten und lässt somit das Set elektronisch enden, mit einem Sound, der eher an Synthie als an Drone erinnert.

Mehr Konzertfotos vom FKT Fotografen Cristóbal Márquez findet ihr hier. Mehr zu seiner Fotoarbeit findet ihr auf Tobalo.de

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AIDAN BAKER & THISQUIETARMY – ORANGE

Posted in Release on May 21st, 2011 by D.K.

Vor knapp fünf Jahren haben sich zwei Freunde entschieden, ein gemeinsames Album aufzunehmen und haben daraufhin angefangen, sich verschiedene Soundideen zuzuschicken, denn der eine lebte in Toronto und der andere in Montreal… Die Sprache ist von Aidan Baker und Eric Quach alias Thisquietarmy, die 2006 über TQA Records eine limitierte halbstündige CD-R EP Namens “Orange” veröffentlicht haben. Fünf Jahre später haben sich die beiden Musiker entschieden, die Aufnahmen nochmal zu sichten und “Orange” in einer Extended Version neu zu veröffentlichen. Aidan Baker und Thisquietarmy haben die alten Aufnahmen überarbeitet und das Ergebnis kann sich sehen lassen. “Orange” ist durch vier weitere Songs ergänzt worden und hat mittlerweile klassische Albumlänge erreicht.
orange_lp version orange milk records

“Orange” ist ein Drone-Shoegaze-Noise-Statement der beiden wohl bekanntesten experimentellen Gitarrenkünstler Kanadas. Zwar ist die Herangehensweise von Aidan Baker und Thisquietarmy die gleiche, denn beide erschaffen ihre Sounds allein durch Beihilfe von Gitarre und Effektgerätschaften, aber das Ergebnis kann unterschiedlicher nicht sein und passt trotzdem zusammen. So treffen schwellende Ambientteppiche auf befremdliches Gequietsche oder Melodien auf Gedröhne. Die acht Songs der Platte sind sowohl als Einzeltracks anspielbar als auch als ein zusammenhängender Song. Hier passiert ständig was Neues, der Hörer wird hier gefordert. Zwischendurch driften die Sounds in Synthiegefilde, was “Orange” sehr gut steht.

Neben der Musik ist das witzige Wortspiel zwischen Albumtitel und Songtitel lobenswert. So trifft “Orange” beispielsweise auf “Agent” und “Clockwork” und ehrt damit zwei großartige Filme, oder “Crush” mit seinen eingängigen Gitarrenmelodien, passenderweise in Erinnerung an die glorreichen Zeiten einer amerikanischen Alternativband mit glatzköpfigem Sänger.

orange_cd version lunasylum records

Alles in allem kann man nur sagen, dass es wirklich mal Zeit wurde, dass dieses Album endlich auf echter langhaltender CD und auf noch länger haltendem Vinyl erscheint. “Orange” ist auf CD über das neugegründete Sublabel von Consouling Sounds – Lunasylum – erschienen. Die Vinyl Version, mit anderem Artwork,  ist über Orange Milk Records (wo sonst!) erhältlich.

Aidan Baker und Thisquietarmy gehen anlässlich der Neuveröffentlichung von “Orange” auf Europatour und wir präsentieren euch in Zusammenarbeit mit dem FKT das erste Konzert der Tour in Bochum (bei gutem Wetter Open Air).

aidan baker & thisquietarmy live in bochum 27.05.

Mehr Infos zum Konzert gibt es hier.

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LIVE IM FKT BOCHUM: AIDAN BAKER & THISQUIETARMY

Posted in ontheroad on April 26th, 2011 by D.K.

Konzertflyer

In Zusammenarbeit mit dem Freies Kunst Territorium (FKT) in Bochum präsentieren wir euch am Freitag den 27.05. einen Ambient-Shoegazer-Drone-Abend mit Aidan Baker und Thisquietarmy.

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Aidan Baker und sein kanadischer Landsmann Eric Quach alias Thisquietarmy starten in Bochum ihre Europatour. Anlass der Tour ist die Reissue des ersten gemeinsamen Albums “Orange”, das im Mai bei Lunasylum Records auf CD und bei Orange Milk Records auf LP als Extended Version wiederveröffentlicht wird.

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Beide Musiker erzeugen allein durch Einsatz ihrer Gitarren und einer Reihe an Effektgeräten und diverser anderer Hilfsmittel Ambient- und Dronelandschaften, die durch Aufschichten von Loops zu Soundgebirgen anwachsen, um dann wieder im Nichts zu verklingen. Das Ganze präsentieren Aidan Baker und Thisquietarmy im FKT in Bochum.

Das Konzert sollte ursprünglich in der K.Gallery stattfinden.

Ort: Freies Kunst Territorium, Bessemerstr. 30, 44793 Bochum (altes Versicherungsgebäude neben der Feuerwehr)
Datum: 27.05.2011
Einlass: 20:00 Uhr
Beginn: 21:00 Uhr

Bei gutem Wetter findet das Ganze Open Air statt.

Wer mehr Infos braucht, kann uns gerne anschreiben.

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