JON PORRAS TEILT DAS LICHT

Posted in Musik on March 9th, 2014 by D.K.

Mit seiner Band Barn Owl hat sich Jon Porras zuletzt in elektronische Gebiete gewagt. Auf “Light Divide” traut er sich einen weiteren Schritt und veröffentlicht sein erstes Soloalbum, das so garnicht auf Gitarrensounds setzt.

Auf fünf etwas längeren Stücken präsentiert Porras einen Sound, der zwischen Ambient und Dark Ambient schwebt. Der Opener “Apeiron” wird von einem unterschwelligen Beat getragen und spielt mit tiefen und hohen Tönen. “Recollection” führt den Sound fort um in eine Art seichtem Drone zu münden. “Divide” und “New Monument” sind umgeben von einer Art positiver Soundwolke, die die Tracks nicht so düster rüberkommen lässt. “Pleiades” ist das pulsierenste Stück der Platte und gibt eine Dynamik an den Hörer weiter, die optimistisch stimmt.

Im großen Ganzen ist man als Jon Porras Fan enttäuscht, wenn man die Platte zum ersten Mal hört. Wer aber Zeit investiert und sich darauf einstellt, dass Porras neue Wege geht, der dürfte auch an dieser Platte Gefallen finden.

Das Album erscheint Ende März auf CD und Vinyl via Thrill Jockey.

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KANDODO – K2O

Posted in Release on July 21st, 2013 by D.K.

Im Bereich der experimentellen oder psychedelischen Musik gibt es ja keine Sommerhits. Das Metier wird von anderen Musikstilen bedient.

Das zweite Album von Kandodo namens “K2O” birgt zwar keine Sommerhits, es ist aber auf jeden Fall das perfekte Album für Musikfans, die sommerliche Sounds aus der experimentellen Ecke hören wollen. Das Artwork ist da schon der erste Anhaltspunkt.

Der Opener “Slowah” verbindet verschieden Loops zu einer kleinen Ouvertüre. “Grace and” verbindet Drones mit einem O-Ton, in dem es um Elvis geht – irgendwie unheimlich wie langsam der Sprecher seine Texte aufsagt. “Waves” verbindet Field Recordings von Wellen mit Akustigitarrensounds. Dann folgen die epischen Momente. “Kandy Rock Mountain” stampft mit psychedelischen Gitarrensounds und filigranen Drums 13 Minuten lang durch die Boxen, ohne das man merkt, dass in dieser knappen Viertelstunde eigentlich nicht viel passiert ist. Cool. “July 28th” verbindet Slideguitar und Synthieklänge zu einer Art Sommermantra. Und dann kommt der Abschluss. “Swim Into The Sun” ist wohl der Song zum Covermotiv. Und eins ist klar, der Weg zur Sonne ist sehr lang. 22 Minuten benötigt Kandodo dafür und auch hier braucht er nicht viel, um groovige Momente zu erzeugen. Drums und sich langsam steigernde Gitarrenflächen.  Sehr coole Platte. Auf zur Sonne!

Wie auch das Debut erscheint “K2O” über Thrill Jockey.

Mehr zu Kandodo…

 

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WHITE HILLS – FRYING ON THIS ROCK

Posted in Release on March 10th, 2012 by M.H.

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Die ausgeprägte Produktivität des New Yorker Spacerock-Duos White Hills beschert uns mit schöner Regelmäßigkeit amtliche Genre-Leckerbissen. So fügen Dave W., der Herr an der Gitarre, und Ego Sensation, die Dame am Bass, ihrem umfangreichen Backkatalog auch 2012 einen weiteren logischen Baustein hinzu. “Frying On This Rock” nennt sich das gute Stück und bereits die ersten Takte des eröffnenden “Pads Of Light” machen unmissverständlich klar, wer hier am Werk ist. Der markante Gitarrensound und die manisch-hypnotischen, eher gesprochenen als gesungenen Vocals, lassen keinen Zweifel aufkommen.

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Auf den straighten Einstieg folgt mit “Robot Stomp” der erste schwere Brocken. Der Fast-12-Minüter kommt gänzlich ohne Gesang aus, basiert auf einem einzigen, simplen Riff, das sich gefühlt unendlich wiederholt, minimal variiert und mit allerlei psychedelischen Versatzstücken ausgeschmückt wird. Nach dieser ausufernden Space-Jam nimmt uns der eingängige, treibende, ohne Umschweife ins Ohr gehende Psych-Fuzz-Rocksong “You Dream You See” übergangslos in Empfang und gönnt uns eine kurze Verschnaufpause, bevor das knapp 9-minütige “Song Of Everything”, welches mit einem ruhigen Mittelteil überrascht, uns mitnimmt auf eine weitere Reise in ferne Sphären. Unversehens erwartet uns mit “I Write A Thousand Letters (Pulp On Bone)” bereits die finale Viertelstunde, in der die White Hills nochmals sämtliche Register ziehen und einen eindrucksvollen Schlusspunkt setzen.

Die Simplizität, die rockende Spielfreude einerseits, sowie die experimentellen, psychedelischen Jam-Abfahrten als Gegenpol, machen die Besonderheit dieser Band aus. Obwohl die beiden diesmal, entgegen ihrer sonstigen Gewohnheit, mit ausgearbeiteten Songs ins Studio gegangen sind, besticht “Frying On This Rock” vor allem durch seine Energie und Frische.

Die Platte erscheint am 20. März in edler Aufmachung als CD und LP auf Thrill Jockey. Eure Preorder könnt ihr hier platzieren. Ende März bietet sich zudem die Möglichkeit, die Band live in Augen- und Ohrenschein zu nehmen – die genauen Termine findet ihr ONTHEROAD.

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BARN OWL VELOREN IM BLENDLICHT?

Posted in Release on August 7th, 2011 by D.K.

…so nennt sich zumindest der zweite Longplayer von Barn Owl, der bei Thrill Jockey erscheint. “Lost In The Glare” ist das fünfte Album des Duos aus San Francisco und nach den ersten Hörgängen wird klar, dass Barn Owl ihren musikalischen Weg gefunden haben. Denn was hier präsentiert wird, darf sich niemand entgehen lassen, der auf experimentelle Gitarrenklänge steht.

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Barn Owl nehmen auf “Lost In The Glare” den Hörer mit auf eine Reise durch diese unwirkliche Landschaft, die auf dem Cover der Platte zu sehen ist, natürlich alles aus der Vogelperspektive, denn die dröhnenden, surrenden und gleitenden Gitarrensounds versetzen einen innerlich in einen Schwebezustand. “Pale Star” als Dark-Americana-Folk-Einstieg mit klassisch gespielter Gitarre auf der einen Seite und sphärisch kreischender Gitarre auf der anderen Seite, immer lauter werdend mit zunehmenden bassigem Gedröhne, aus Rückkopplungen entstehend, in eine Art Hallvocals aufgehend. “Turiya” überraschend mit derbe langsamer, aber druckvoller Drumsuntermalung von Jacob Felix Heule. Auch mit Drums gelingt Barn Owl das Schweben, unfassbar. “Devotion I” taucht zu Beginn in eine düstere Welt ein, aus der Tiefe ertönen die Gitarren, wie in einer Höhle, dann kommt der Sound immer näher und die Stimmung hellt auf, aber die Reise ist nicht vorbei, denn Teil II erwartet einen noch als Albumabschluss. “The Darkest Night Since 1683” hält was der Titel verspricht, denn Barn Owl tauchen den Hörer nach einem kurzen, harmlosen Intro in ein massives Dronegewitter a la Sunn o))) und Gong mit dem Unterschied, dass die Auflösung zum Ende hin versöhnlicher klingt als bei O`Malley und Anderson. “Temple Of The Winds” dann im vollkommenen Kontrast mit einer bittersüssen Melodie, die unter die Haut geht und den Finger zur Repeattaste zieht. “Midnight Tide” und “Light Echoes” bauen bedächtig intime Atmosphären auf, aus denen dann beide Gitarren mit Eboweinsatz herausbrechen, Gänsehaut. Als Abschluss “Devotion II”, mit Drums und immer lauter werdenden Gitarren geht hier die Reise aus dem ersten Part weiter. Aus der Höhle ins Licht. Verloren im Blendlicht sind Barn Owl keinesfalls. Vielmehr sind sie das Blendlicht (im positiven Sinne) in der düsteren Landschaft, in das der Hörer wie in einen Sog gezogen wird. Schnell wieder auf Play drücken…

“Lost In The Glare” erscheint Anfang September über Thrill Jockey.

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WHITE HILLS

Posted in Musik, ontheroad, Release on March 1st, 2010 by M.H.

Die White Hills sind ein New Yorker Psych/Space Rock Trio. Sie haben neben den beiden bisher regulär erschienenen Alben “Glitter Glamour Atrocity” und “Heads on Fire” auch durch verschiedene CD-r Releases, Compilation Beiträge und Kollaborationen mit The Heads oder Acid Mothers Temple auf sich aufmerksam gemacht. Mittlerweile stehen sie bei Thrill Jockey unter Vertrag. Nachdem im vergangenen Jahr die “Dead” EP als Vorbote erschienen ist, haben sie mittlerweile mit “White Hills” ihr erstes Album auf dem neuen Label veröffentlicht.

Der von Bands wie Hawkwind und Spacemen 3 inspirierte Sound zeichnet sich durch ausufernde, repetitive Instrumentalpassagen und hypnotische Grooves aus, die teilweise den Charakter einer Jam-Session entfalten, ergänzt durch dronige Elemente und Synthesizer Sounds. “A jellyfish floating through the ocean” – so beschreibt Sänger und Gitarrist Dave W. die neue Platte und trifft es damit wohl ganz gut.

Die Veröffentlichungen der White Hills sind zum Teil nur sehr schwer oder gar nicht mehr erhältlich, doch zumindest den aktuellen Release könnt ihr problemlos direkt über den Thrill Jockey Shop oder den Mailorder eures Vertrauens, sowohl auf Vinyl, als auch auf CD, erwerben.

Erste Höreindrücke bieten MySpace und LastFM. Oder ihr schaut euch die Band direkt live auf ihrer aktuellen Europa Tour an. Die genauen Daten findet ihr hier auf unserer ONTHEROAD Seite.

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