LIVE: JEX THOTH

Posted in ontheroad on October 23rd, 2010 by M.H.

Bei mittlerweile doch recht frostigen Temperatuen machen wir uns am Mittwoch Abend von Duisburg auf den Weg nach Köln und erreichen gegen 20 Uhr das Underground, das zu diesem frühen Zeitpunkt bereits recht gut gefüllt ist. Der überwiegende Teil des Publikums, das sich aus allen Altersklassen zusammensetzt, trägt Metal Shirt und/oder Lederjacke. Die Marschroute für den Abend ist also eindeutig und wird von der Vorband Wight auch sogleich umgesetzt. Mal schleppend melodiös, mal schwer groovend gelingt es dem Trio, die sich langsam füllenden Reihen, mit ihrem Black Sabbath meets Southern Rock Stil in Bewegung zu setzen und spätestens als der Bassist bei einem der Songs ans Saxophon wechselt, haben die Darmstädter den Club endgültig auf ihrer Seite.

Nach Bier und Zigarette im Kneipenbereich des Underground, sind wir gerade rechtzeitig zum ersten Song des Jex Thoth Sets zurück vor der Bühne. Nach dem überzeugenden Auftritt vor großer Kulisse auf dem Roadburn im April diesen Jahres, sehen wir das Quintett aus San Francisco nun also in einem kleinen deutschen Club und schon nach kurzer Zeit ist klar, dass die Band auch heute abend alles richtig machen wird. Im Mittelpunkt steht zweifellos Frontfrau Jessica, die vor allem durch ihre stimmlichen Qualitäten, aber natürlich auch durch ihre extravagante Performance, die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Dies darf allerdings nicht über die Leistung ihrer Band hinwegtäuschen, die, musikalisch ebenfalls über jeden Zweifel erhaben, das kompakte Gerüst aus 70er Jahre Doom/Hardrock mit reichlich psychedelisch-progressiven Elementen liefert. Speziell die Instrumentalpassagen, in denen sich Mrs. Thoth auch mal eine Auszeit hinter der Bühne gönnt, liefern der Band die Möglichkeit, die Anwesenden von ihren Fähigkeiten zu überzeugen. Nachdem alle Hits der bisherigen Veröffentlichungen, inklusive einer kurzen Zugabe gespielt sind, entlässt die Band viele zufriedene Gesichter in die Kölner Nacht und wir haben die Gewissheit, dass sich unser Trip definitiv gelohnt hat.

Weitere Bilder findet ihr auf unserer PHOTOS Seite.

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LIVE: STEVE VON TILL / HARVESTMAN

Posted in ontheroad on July 23rd, 2010 by D.K.

Nachdem Steve Von Till die meisten Shows seiner aktuellen Europatour absolviert hat, stand gestern der Auftritt im Kölner Underground an. Abends um kurz vor acht sitzen wir also im Underground, draußen ist es zum ersten Mal seit langem verregnet. Es heißt, Steve Von Till würde erst um neun spielen und als er sich um kurz nach acht an einen Tisch setzt und mit alten Bekannten unterhält, ist uns klar, dass es noch etwas dauern wird.

steve von till @ underground köln

Kurz nach neun ist es dann soweit. Steve Von Till betritt die kleine Bühne des Underground, stellt seine zahlreichen Effektgeräte ein, greift sich seine naturfarbene Telecaster, schüttet sich Rotwein und andere Flüssigkeiten in Bechern ein und geht ans Mikro. Mit typisch grimmiger Mine begrüßt er das Publikum, das wahrscheinlich aus lauter Ehrfurcht zunächst nicht reagiert. Von Till hebt erstaunt seinen Kopf, lockert seinen Gesichtsausdruck und wiederholt die Begrüßung, die dann auch erwidert wird. Was dann folgt ist eine gut 90minütige Reise durch das Repertoire von Steve Von Till als düsterer Singer/Songwriter und experimentierfreudiger Harvestman. Von Till alias Harvestman bietet den Zuschauern ein außergewöhnliches Klangerlebnis aus dronigen Soundlandschaften, die der kahlköpfige Neurosis Frontmann durch Loopen verschiedener Gitarrensounds live zusammensetzt. Dazwischen spielt er die ruhigeren, folkigen Songs seiner Soloalben. „The Spider Song“ und „Valley Of The Moon“ entwickeln live eine viel eindringlichere Wirkung als auf  Platte. Von Tills tiefe Stimme in Kombination mit minimalem Gitarrenspiel wirkt live intim und hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Das Konzert endet aber nicht leise sondern mit einem gewaltigen Noisegewitter aus diversen Effektgeräten. Steve Von Till legt seine Gitarre beiseite und kniet sich auf den Boden, dreht seine Monitorboxen zum Publikum und holt somit noch die letzten Dezibel aus den erzeugten Gitarrentönen raus, bevor er das Publikum in die Nacht entlässt. Gut, dass wir da waren.

harvestman @ underground köln

Mehr Bilder gibt es auf unserer PHOTOS Seite.

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