SUM OF R UND DIE WASSERLICHTER

Posted in Release on December 1st, 2013 by D.K.

Reto Mäder und Julia Wolf sind SUM OF R und SUM OF R müssen gehört werden.

Blicken wir kurz zurück auf den Mai letzten Jahres als SUM OF R ihre erste Tour in der aktuellen Besetzung angetreten sind und in der Christuskirche Bochum das Material von “Lights On Water” erstmalig dem deutschen Publikum präsentiert haben. Die Erinnerung an diesen Abend ist nicht verblasst und das Verlangen nach dem Studiomaterial auch nicht.

Jetzt ist es soweit und Utech Records veröffentlichen Mitte Dezember “Lights On Water” auf Vinyl (300 Stück) und CD (500 Stück).

“Rays And Light Segments” und “Not Today and Maybe Not Tomorrow But Soon and For The Rest of Your Life” bauen sich rund um ein auf dem Bass von Reto Mäder eingespieltes Thema auf. Es dient als Rhythmuselement, als Melodie, als Gerüst für alles was die beiden Musiker darauf aufbauend mit Gitarre, Drums und Elektronik hinzufügen. Songs wie “Birds Were Falling From The Sky” bieten dem Hörer Entspannungspausen, nur Klavier und verstörende O-Töne, um dann mit “In Mirror Arms” einen Bastard aus Black Metal und fiesem Rock zu überstehen. “Nobody Wants to Trade Uncommons for Uncommons” baut sich wieder rund um den Bass auf. Der Hörer wird von der Bassmelodie eingelullt, um dann mit den Drums und der Gitarre eine fette Ohrfeige verpasst zu bekommen.

“Vela” ist böse. Sehr böse. Eine Art Ambient Black Metal Intermezzo. Eine Schönheit mit Hang zur Hässlichkeit. Der Rausschmeißer “March Out of Step When Crossing a Bridge” greift wieder das Bassthema vom Beginn auf, um ihm eine weitere Facette zu verleihen.

Keine Ahnung was das für Lichter auf dem Wasser sein sollen, ich vemute mal es sind schwarze Lichter auf schwarzem Wasser. Das passt zum unheimlichen Cover und erst Recht zur unheimlich guten Musik.

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ARCHITEUTHIS REX

Posted in Release on June 2nd, 2013 by D.K.

Architeuthis Rex sind die beiden Italiener Antonio Gallucci und Francesca Marongiu, die sich in den letzten Jahren mit zwei Veröffentlichungen über die Plattenschmiede Utech Records einen Namen in der experimentellen Musikszene gemacht haben.

Auf ihrem aktuellen Album “Eleusis”, das als Tape über Zeitgeists Publishing erschienen ist, bietet das Duo einen Soundtrack zum Mythos um die griechische Kultstätte Eleusis.

Im antiken Eleusis stand das Heiligtum der griechischen Fruchtbarkeitsgöttin Demeter. Der Mythos besagt, dass der erste Winter über die  Menschheit einbrach als Demeter ihren Pflichten nicht nachkam, da sie auf der Suche nach ihrer Tochter Persephone war, die von Hades entführt wurde. Als es Demeter gelang ihre Tochter zurückzuholen, kam der erste Frühling. Weil Persephone jedoch von einem Granatapfel gegessen hatte, den ihr Hades gegeben hatte, musste sie für ein Drittel des Jahres in die Unterwelt zurückkehren. Die Jahreszeiten waren geboren.

Architeuthis Rex zelebrieren den Mythos auf sechs Tracks, die das Duo von einer neuen Seite zeigen. Während die älteren Platten mehr das experimentelle Konstruieren von Klangflächen präsentieren, fokussiert sich die Band diesmal auf greifbare Songstrukturen. Den Anfang macht “Hades”, ein betörender Track aus ausufernd hallenden weiblichen Vocals und stampfenden Drums. “Eleusis” bricht das Verträumte des Openers mit einem fiesen Synthiebass auf. Drums stampfen langsam vor sich hin, die weiblichen Vocals werden nach drei Minuten von E-Bow Sounds abgelöst. Der Song steigert sich zu einem psychedelischen Doomtrack und obwohl der Masterpegel am höchsten Limit zu stehen scheint, wird der Track immer lauter. “Demeter Lousia” setzt auf Synthiesounds, die auch hier mit sehr präsenten Drums untermalt werden. Im Hintergrund läuft ein berauschender Basssound. Definitiv ein “Unter die Haut geh Song”. Die zweite Seite des Tapes beginnt mit “Ladon”, einem Track der aus männlichen Vocals besteht, die zu einer Art Mönchschor mutieren. “Pomegranates” überrascht mit Percussioneinsatz und verzerrten Gitarrenwänden. Es gesellt sich eine Hammondorgel dazu, Drums folgen und der Track türmt sich zu einem treibenden Epos auf. “Triple Goddess” ist der perfekte Abschluss, den hier wiegen sich die Sounds des Albums zu einem fließenden Psychedelic-Doom-Metal-Post-Rock-Biest auf.

Das orangefarbene Tape ist liebevoll gestaltet und kommt in einer übergroßen Hülle mit 24seitigem Booklet und Obistrip mit Bandlogo von Keith Utech (Utech Records). Es sind nur noch wenige erhältlich. Greift zu.

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OIKOS

Posted in Release, Tapes on May 26th, 2013 by D.K.

Oikos ist ein spanisches Duo bestehend aus David San Martín und Rafael Femiano, das sich auf experimentelle Synthie- und Dronesounds konzentriert. Wobei das Festlegen auf eine bestimmte Stilrichtung hier fehl am Platz ist.

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“Ecotono” nennt sich das Debüt von Oikos, das 2011 über Utech Records erschienen und mittlerweile nur noch als Download erhältlich ist. Darauf präsentieren sich die beiden Musiker zunächst laut und dronig und zelebrieren mit unterschwelligen Delayrhythmen den Sound, der dieses Duo ausmacht. Die Besonderheit von Oikos ist der Effektreichtum trotz minimalen Effekteinsatzes. Langsam schleichen sich die Drones aus dem Sound von “Ecotono” und die zweite Hälfte des Albums wird zunehmend synthielastiger. Eine Soundreise mit viel Charakter und Liebe zum Handwerk. Den letzten Schliff hat das Album noch durch die saubere und direkte Art des Masterings von James Plotkin erhalten. Wer das Album nicht nur digital genießen möchte, sollte sich mal bei Merzbild informieren, ob noch die Tape Version erhältlich ist.

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Mit “Solve Et Coagvla” ist nun der Nachfolger erschienen. Diesmal über Land Of Decay, dem Label der beiden Locrian Gründungsmitglieder Terence Hannum und André Foisy. Das auf limitierte Tapes spezialisierte Label hat dieses Album auf einem C60 Tape verewigt und bietet der Musik den passenden Tonträger. Denn der Nachfolger von “Ecotono” ist viel direkter und rauher im Sound, was auf Kassette besonders gut rüber kommt. Seite A ist mit drei Tracks bestückt, die stilistisch der ersten Hälfte von “Ecotono” ähneln und vor allem durch Drones und gigantische Gitarrenparts überzeugen. Auf “Omniscience” lässt es sich sogar Foisy selbst nicht nehmen, die Gitarrenparts beizusteuern.

Auf Seite B widmen sich Oikos auf den beiden Tracks “Altered” und “Vimana” den eher ausufernden Soundideen und lassen sich Zeit, um eine bedrohliche Klanglandschaft aus Gitarren und Effekten gedeihen zu lassen. Massiv schön.

Ein Album, das sich ins Gedächtnis einbrennt.

Bestellen könnt ihr das Tape direkt über den Land Of Decay Shop.

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GOG – IRONWORKS

Posted in Release on December 9th, 2012 by D.K.

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Gog ist das Projekt des Multiinstrumentalisten Mike Bjella, der mit “Ironworks” ein Album präsentiert, das die Aufmerksamkeit des Hörers nur so an sich saugt. Entstanden ist das Album auf Basis von Aufnahmen, die in der Schmiedewerkstatt von Bjellas Familie festgehalten wurden.

Gog vermengt noisige Field Recordings mit Gitarren- und Klaviermelodien, streut hier und da wortlose Vocals ein und erschafft dadurch eine Atmosphäre, die viele als düster oder nihilistisch empfinden. Wer sich Zeit nimmt für “Ironworks”, der kann viel entdecken auf seiner Hörfahrt durch die Welt von Gog.

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Allein der Opener “1870-1906” hört nicht auf sich zu entfalten. Maschinengestotter legt den Rhythmus, noisige Gitarren bauen Klangflächen auf und Klaviertöne geben hoffnungsvolle Melodien rein. Ein Auf und Ab der Gefühle. “Tasks Which Destroy Body And Soul” walzt und brettert gewaltiger als jeder Doom Metal Song mit Drums, hier halt ohne Drums, sondern mit Maschinen Field Recordings. “God Says To Love You In Chains” nimmt Druck raus und baut auf bassige Drones, verschwommene Vocals und Klavierklänge. Die B-Seite der Platte beginnt mit “A Promised Eternity Fulfilled with Cancer”. Der Track klingt sehr persönlich und ist von der Stimmung her wie der Titel eine Vermengung aus der Summe der einzelnen Teile: Hoffnung, Trauer, Wut… “Into Her, She Carved The Word Empty” besteht minutenlang nur aus Field Recordings, bedrohlich, dann greift eine Noisewand an, aus der gruselige Stimmen und andere angsteinflössende Sounds hervorgehen. Genial. “I Draw May Strength From You” fliesst wie fast erstarrte Lava aufs Ende der Vinylrille zu.

“Ironworks” ist über Utech Records als schwarzes Vinyl (300er Auflage) oder als Download über die neue Bandcamp Seite des Labels erhältlich.

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RETO MÄDER – EINE RET(R)OSPEKTIVE

Posted in Release on November 1st, 2012 by N

An der ein oder anderen Stelle haben wir euch bereits einige Werke von Reto Mäder vorgestellt. Trotzdem ist es an der Zeit, diesen Ausnahmekünstler mal im Gesamtbild zu betrachten. Dieser Aufgabe hat sich N angenommen:

Für Horrorfilme und ihre Herkunft (Dreh- und/oder Spielort) gibt es anscheinend auch so etwas wie „ihre Zeit“… Hatte die USA, was Horrorfilme betrifft, lange die Hauptrolle, wurde vor Jahren Japan immer aktiver plus die ebenfalls immer beliebtere Sonderform „arglose US-Touristen werden in Osteuropa zu Opfern“. Und dazwischen, zunächst unbemerkt, aber stetig wachsend in Film und Buch: Horrorstories, die in Bayern, Österreich und der Schweiz spielen. Und dabei ganz selbstverständlich die ganze Palette von „lost außerhalb zivilisatorischer Zusammenhänge“, geheimnisvoll skurrilen, abweisenden Einheimischen, fehlender Unterstützung durch Obrigkeiten (weil die mit den Monstern unter einer Decke stecken) und und und durchspielen können (ganz Vergleichbares gilt denn auch für die spanische Sektion des Genres; übrigens). Und ähnlich wie bei den in bestimmten Gegenden anderer Länder (es sind nämlich fast immer „bestimmte Gegenden“) spielenden Filmen ist es auch bei diesen Filmen, die in Bayern, Österreich und der Schweiz verortet sind, besonders das Zusammentreffen mit den merkwürdigen Bewohnern, das den Beginn allen Unheils markiert; den Twist von „alles wie immer“ in Richtung „das kann doch nicht sein“ (was „es“ dann aber immer wieder doch ist…).

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Reto Mäder kommt aus der Schweiz; aus diesem Land, das im Blick des Besuchers oft so clean aussieht, dass genau diese Tatsache viel mehr Gänsehaut erzeugt, als irgendeine einsame Alpenpassage. Dazu eine Sprache, die sich trotz der Kleinheit des Landes nicht auf eine gemeinsame einigen will… Es bleibt eigentlich nur eine Schlussfolgerung: das alles sind Masken, die den düsteren Kern bemänteln sollen; Narretei, die Teufelsaustreibung vorspiegelt, in Wahrheit aber Teufelsanbetung ist. Und ein nicht geringer Teil der bisherigen Veröffentlichungen der unterschiedlichen Projekte von Reto Mäder ist dann auch auf Utech aus den USA erschienen, einem Label, dessen Ausrichtung genau dieser Art düsterer Rituale zugeneigt ist, teils in Kooperation mit Hinterzimmer Records aus der Schweiz (und man mag es glauben oder nicht: das „Amt für Kultur / Erziehungsdirektion des Kantons Bern” hat unterstützt… wenn dies nicht genug Beweis ist für die sinistre Durchdringung dieses Landes).
Diese dunkle Seite der Schweiz scheint durchzogen von einem ganzen Geflecht aus Projekten, Kollaborationen, Bands und Pseudonymen hinter denen, am Ende, stets Reto Mäder steckt; als der, der die Fäden zieht, Richtung und Atmosphäre bestimmt. Und zwar scheinbar so ausdrücklich, dass alle diese Projekte in ihrer Soundästhetik sehr starke Verbindungen haben; so, als ob Klang in der Vision von Reto Mäder immer in einer Farbe zwischen schwarz, tiefgrau und ganz leicht bräunlich stattfinden muss, eine Art tongewordenes Bitumen (ohne deshalb immer und in jedem Fall zähflüsig sein zu müssen). Mit einer Korrosion in bestimmten Frequenzbereichen, die wie eine nur ganz leicht spürbare, dämpfende Schicht alles umhüllt… Eine Ästhetik, die auch die Covergestaltung beherrscht, die bei aller Düsternis interessanterweise auf eine Verschmelzung von abstrakt und figürlich setzt, fast wie Filmstills…
Die Mitstreiter all dieser Projekte sind dabei übrigens im Laufe der Zeit veränderlich, die Konstante bleibt allein der Clanchef…

Reto_Maeder_Ural_Umbo_Debut.jpgDa ist z.B. Ural Umbo (auch: Vral Vmbo), das Projekt mit Steven Hess aus den USA: „Ural Umbo“, die Debüt CD, beginnt mit einem sehr harmonischen, warmen Bläserstück, das an einem durchgehenden Beckeneinsatz gerieben wird; Stück #2, „Theme Of The Paranormal Feedback“, führt diese Stimmung mit leicht veränderten musikalischen Mitteln weiter; mit einem Einsatz von Perkussion, der jede Rhythmik meidet und statt dessen Anmerkungen in die Flächenentwicklung schreibt. „Förlåta Jag“ ist fast so etwas wie ein Zwischenspiel, eine konkretere (und tatsächlich durch Schlagzeug begleitete) Variante der #1, „The Light Would Stop Flickering“, das die Hörer in die brodelnde Feedbackfläche von „Voices From The Room Below“ schickt, dessen eingebettete Melodien tatsächlich von irgendwoher anders, wie durch Wände gefiltert zu kommen scheinen. Diese eigentümliche Atmosphäre, erzeugt durch fast undefinierbare Klangflächen und ganz konkret erkennbare Instrumente, bestimmt auch die weiteren fünf Stücke; zusammen mit dem irgendwie körnigen Gesamtsound ein wirklich eigenständiger Ansatz für Experimental / Drone, der zwar in manchen Stücken mit denen der alten englischen Drone-Possée vergleichbar scheint, durch Sound und Arrangement aber stets seinen sehr eigenen Twist hinkriegt. Die CD-Verpackung mit Transparentpapiertasche und Auflieger aus ebensolchen Papier über (Utech-Style) Pappfolder natürlich höchst ästhetisch… sofern die auffallende Häufung von nackter Haut bei Ural Umbo Covern nicht übelgenommen wird…

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Auf dem Nachfolger „Fog Tapes“ dann ein verhalltes Universum aus wiederum undefinierbaren Sounds, Drones zwischen filigran und drückend, Fieldrecordings und abstrahiertem Black-Metal; ein ebenso verstörendes wie anziehendes Werk, das noch deutlich düsterer ausfällt als das Debüt.

„Latent Defects“, auch ein Nachfolgerelease, basiert als Tape-VÖ auf Material des Debüts, ohne dabei in irgendeiner Weise Remix zu sein oder sein zu wollen. Wer ein geeignetes Abspielgerät hat, kann sechs weitere Lektionen aus der Sicht von Ural Umbo kennenlernen; Soundverschiebungen und -schichtungen, Flächen aus Perkussion (die als solche nicht erkennbar wird…) etc.

Reto_Maeder_Ural_Umbo_Delusion_Of_Hope.jpg„Delusion Of Hope“. Der Titel beschreibt diese Ural Umbo gut… ein Eintauchen in tiefe, schwarze Landschaften, wo selbst in den Momenten, in denen nur gespinstdünne Fäden gezogen werden, die ungezähmte (und unkontrollierbare?) schwarze Seite ohne jeden Versuch der Abschwächung aufgedeckt wird. Maximum düster. Möglicherweise die Ural Umbo, die, die „richtige“ (Ein)Stimmung vorausgesetzt, fast schon Angst machen kann (z.B. bei „Resinous Compound“ mit seinen Kinderstimmen…) Dieses Stück in einem Horrorfilm wäre definitiv eine andere Liga als die Filmmusiken, die dort schon schablonenhaft immer wieder eingesetzt werden. Die LP kommt mit zusätzlicher CD mit gleicher Tracklist; aufgrund des anderen Masterings (?) klingt es aber tatsächlich wie eine eigene Alternative. In manchen Bereichen übrigens nah an Steven Hess’ sonstigem Spielfeld Locrian…

Reto_Maeder_Sum_Of_R_Debuet.jpgSum Of R, ein weiteres Kollaborationsprojekt, gestartet in Triobesetzung mit der selbstbetitelten CD auf Utech; ein Drone-Mahlstrom, fast düsterer als Ural Umbo, flächiger, aber zwischendurch auch mit tief eingebetteten Pulsen; beschwörend. Wiederum sind viele Soundquellen nicht wirklich identifizierbar, geben Hinweise, aber treten zugunsten der Gesamtwirkung zurück. Erkennbar im Ohr bleiben Orgeln und auch stark in den Hintergrund gemischte (Proto-Black-Metal) Gitarren. Dieses erste Album von Sum Of R scheint dadurch wie ein alternativer Entwurf zu Ural Umbo; das kompositorische Ziel vergleichbar, Mittel und Besetzung eigenständig. Als musikalisches Vehikel ist Sum Of R aber anscheinend sehr frei angelegt (oder die Umstände haben dazu geführt): schon live war Sum Of R zuletzt ein Duo aus Reto Mäder und (neu dabei) Julia Wolf an der Gitarre; der Sound wesentlich konkreter, die Kompositionen bewegter, loopbasiert, durch Schlagzeug angetrieben und von der heavy Gitarre in ganz andere Gefilde geschoben. Das in Kürze beim italienischen Label „Storm As He Walks“ erscheinende zweite Album „Ride Out The Waves“ wird sich dadurch ganz erheblich vom Debüt unterscheiden.

Reto_Maeder_Pendulum_Nisum.jpgPendulum Nisum ist die derzeit neueste Kollaborationsplattform von Reto Mäder; hier zusammen mit Mike Reber. Pendulum Nisum ist ein weiteres Mal ganz im dunkel verschrobenen Soundkosmos verankert, den auch die anderen Projekte von Reto Mäder bewohnen. Die Eigenständigkeit entsteht durch den starken Einsatz von Fieldrecordings (Mike Reber) und einer trotz Elektronik etc. fast analog wirkenden Ästhetik, die Pendulum Nisum weniger drückend, statt dessen offener und fragiler erscheinen lässt. Das ganze in Hallkavernen mariniert und mit Drones versetzt. Wem Ural Umbo gefällt, der sollte hier ebenso wenig zögern.

Reto_Maeder_RM74_Reflex.jpgRM74 „Reflex“: hinter der kryptischen Abkürzung verbirgt sich Reto Mäder solo (und möglicherweise auch ein Hinweis auf sein Geburtsjahr, falls das für jemanden wichtig sein sollte) und die in einem Zeitraum von 3 Jahren entstandene „Reflex“ transportiert mit ihrem Fledermaus close-up auf dem Cover genau wie die „Delusion Of Hope“ von Ural Umbo mit ihrem Titel schon die Botschaft hinsichtlich der zu erwartenden Musik: auch solo herrscht eine Düsternis, die sich in ihrem eigenen Dreck wälzt, es dabei aber immer schafft, bekannte Klischeefallen auszulassen. Das Cover wie bei Sum Of R’s Debüt in einem Vollpappe-Digipack, das ebenso eigene Schönheit besitzt wie die Musik.

Und vielleicht kann der letzte Halbsatz oben für den Einen oder die Andere Anregung genug sein, sich mit dieser Seite der Schweiz zu beschäftigen. Es lohnt sich, auch wenn die Musik von und mit Reto Mäder sich selbst nicht so ohne weiteres auf dem Silbertablett des einfachen Hörens präsentiert, wie das bei vergleichbarer Musik manchmal eher der Fall ist.

Mehr zu Reto Mäder…

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EXPERIMENTAL EVENING V

Posted in Aktuell, ontheroad on May 1st, 2012 by D.K.

LINE-UP ÄNDERUNG:
Krankheitsbedingt müssen [BOLT] ihren Auftritt leider absagen. Der Abend wird am Samstag von Clem Leek aus Engalnd eröffnet.

Experimental Evening V @Christuskirche Bochum 26 Mai 2012

Bevor die Sonne ganz durch die Wolkendecke bricht und Sommerlaune verbreitet, möchten wir euch einen Konzertabend präsentieren, der euch in düstere und melancholische Klangwelten entführt, die unter die Haut gehen. Der “Experimental Evening V” konzentriert sich diesmal ganz auf den europäischen Kontinent und zieht einen Bogen von England über Deutschland bis in die Schweiz, denn am 26. Mai erwarten euch Sum Of R aus der Schweiz, Simon Scott aus England und [Bolt] aus Deutschland in der Christuskirche Bochum.

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Sum Of R aus Bern, das sind live Reto Mäder (Ural Umbo) und Julia Wolf. Wer die anderen Bands von Reto Mäder kennt, zu denen Ural Umbo, Pendulum Nisum oder RM 74 gehören, der kann sich schon irgendwie vorstellen, was einen erwartet. Dem Rest sei gesagt, dass hier ein Blick in die Weiten von Ambient, Drone, Noise und Doom gewährt wird. Bei Sum Of R geht es nicht um oberflächliches Songschreiben, sondern um die Tiefenwirkung der einzelnen Sounds, die hier zusammengetragen werden. Bisher ist eine EP auf Hinterzimmer Records erschienen, die schon lange ausverkauft ist, und das selbstbetitelte Debütalbum, das über Utech Records in Amerika veröffentlicht wurde. Bass, Gitarre, Drums und eine Vielzahl anderer Soundquellen bringen noisige Dronesongs hervor, die immer mit einer Melodie (mal eindeutig, mal subtil) gepaart den Hörer einnehmen. Für das Konzert in der Kirche haben sich Sum Of R ein spezielles Set ausgedacht, das mit dem “Schwergewicht auf Kontrasten von ganz leisen, choralen Songs bis zu extrem schweren, schleppenden Stücken”(Reto Mäder) auf euch wartet.

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Simon Scott aus Cambridge macht nach seiner Definition “Electroacoustic Soundscape Compositions” und das ist auch eine treffende Beschreibung für diesen Ambientkünstler, der zuletzt sein Album “Bunny” über Miasmah Records veröffentlicht hat. Sein Interesse gilt dem musikalischen Zusammenspiel von Natur und Technik, Field Recordings und Studioaufnahmen, Geräuschen und Gitarre. Für sein neues Album “Below Sea Level”, das Ende Mai über 12k Records erscheint, hat er sich mit selbstgebauten Aufnahmegeräten in die sogenannten Fenlands nördlich von Cambridge begeben. Ein Sumpfgebiet oder Niedermoor, das unterhalb des Meeresspiegels liegt und nur von Natur bewohnt ist. Der perfekte Ort für Field Recordings. Zurück im Studio hat Simon Scott sieben Stücke geschrieben, die den Field Recordings viel Raum geben und mit subtilen Gitarrensounds und Elektronik erweitert werden. Das ganze Projekt ist in Form eines Buches festgehalten worden, das mit dem Album erscheint. Darin enthalten sind Texte, Skizzen und Fotos, die auch für die Liveshow als Projektionen verwendet werden. Wer da nicht neugierig wird…

Update: Für den einzigen Deutschlandtermin seiner aktuellen Tour, hat Simon Scott ein spezielles Set vorbereitet und wird von  Clem Leek begleitet.

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Clem Leek ist ebenfalls ein britischer Musiker und spingt an diesem Abend für [BOLT] ein. Die Musik von Clem Leek lässt sich am besten als minimalistisches Ohrkino bezeichnen. Egal ob er sich ans Klavier setzt, zur Gitarre greift oder mit Field Recordings experimentiert, es klingt immer minimalistisch auf den Punkt gebracht. Clem Leek führt den Hörer sowohl durch moderne klassische Stücke, als auch durch Ambientlandschaften. Eine Klangfusion, wie gemacht für einen Kirchenraum.

Samstag, 26. Mai 2012
Christuskirche Bochum
Einlass: 19:00 Uhr
Beginn: 20:00 Uhr
Tickets:  hier und an der Abendkasse

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OWWL – DARK PLACES

Posted in Release on April 8th, 2012 by D.K.

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Keith Utech entgeht so gut wie gar nichts, was düster und experimentell ist, und so verwundert es kaum, dass das zweite Album des Bonner Duos Owwl auf Utech Records erschienen ist. Auf “Dark Places” entführen die beiden Musiker den Hörer in eine düstere Welt und zeigen ihm düstere Orte, denn jeder Liedtitel besteht aus Koordinaten eines bestimmten Ortes.

Mit “44° 25’ 39” N, 26° 5’ 15” E” beginnt die Reise in Rumänien. Owwl, bestehend aus Mick Schulz an der Gitarre und Stefan Otto am Harmonium, erzeugen eine Klanglandschaft, die die Schönheit des Minimalistischen zeigt. Für den einen Feedback und Geräusch, für den anderen etwas, was unter die Haut und in die Seele geht. Ein minimalistischer Drone, der eine Viertelstunde lang den Hörer in die richtige Stimmung versetzt. “29° 15’ 0” S, 70° 44’ 0” W” führt uns nach Chile und ist soundtechnisch genau da anzusiedeln, wo der Opener angefangen hat. “60° 53’ 9” N, 101° 53’ 40” E” setzt über nach Russland. Erst jetzt kommen weitere Differenzierungen in den Sound, ohne das Minimalistische aus den Augen zu verlieren. Das 20minütige “31° 18’ 55,1” N, 35° 21’ 13,5” E” leitet uns nach Mexiko und ist der heimliche Höhepunkt der Platte. Die Gitarre und das Harmonium lösen sich langsam aus ihrer Fusion und geben dem Hörer auch durch eine hallreichere Klangkulisse mehr soundliche Anhaltspunkte. Die Gitarre wummert im Vordergrund, das Harmonium gleitet im Hintergrund und es bahnt sich eine subtile Steigerung an, nur um nach 17 Minuten wieder langsam abzuflachen. Dieser Sound zeigt Wirkung. Das letzte Stück “39° 14’ 8” N, 20° 28’ 55” E” führt uns zurück nach Europa, nach Griechenland. Pulsieren und Gedröhne ist zu hören, mehr Ambient als Drone, zunächst, denn es bahnt sich etwas an, das immer stärker aus dem Hintergrund nach vorne schreitet. Doch der Sound bleibt unnahbar, wie ein Geist. Dieses Gefühl, die Erwartung, dass etwas passieren wird… unbeschreiblich… passiert was? Wer also rausfinden möchte, was passiert und was so düster ist an diesen fünf Orten, hat mit “Dark Places” den passenden Soundtrack vorliegen.

“Dark Places” ist direkt über die Band erhältlich. Wer also Lust hat, seine Seele in dieses minimalistisch mysteriöse Dronewerk zu tauchen, sollte sich unbedingt eins der 300 Exemplare bestellen. Das Mysteriöse wird übrigens noch durch das Kleingedruckte im Booklet unterstrichen, wo es heißt, das Album sei im Mai 2012 live eingespielt worden.

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Owwl sind übrigens auch auf unserer kostenlosen Download Compilation vertreten.

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ADRIAN ANIOL

Posted in Release on January 15th, 2012 by D.K.

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Adrian Aniol ist ein polnischer Musiker, der sich mit düsteren und minimalistischen Kompositionen beschäftigt. Über This Quiet Army Records ist jetzt sein Debütalbum “Arrythmia OST” erschienen, das zugleich auch das erste vollwertige Album ist, welches auf dem Label von Eric Quach erscheint, das bisher nur EPs und Splits veröffentlicht hat.

Der Ursprung dieses Albums ist die musikalische Untermalung des Independent Kurzfilms “Arrythmia” von James Hartley. Das Album kann aber auch als Soundtrack für das eigene Kopfkino verstanden werden, was die Sache viel interessanter macht, da der Film so independent ist, dass man gar nicht weiß wie man dazu kommen soll, ihn mal zu sehen. Das Album beginnt mit “The Opening” minimalistisch, kalt, verstörend und düster. Die Songs sind kurz und wirken unnahbar. Erst zum vierten Track kommt die Wende, denn “Lament” bricht aus dem Ambientgeflirre aus und greift den Hörer mit einem verzerrten, bis zur Unkenntlichkeit verfremdeten Saxophonsound an. Der grimmige Sound gefällt und wird in den nächsten beiden Songs mit den bisher gehörten Ambientsounds verflochten. Die zweite Hälfte des Albums gewinnt an Variation und Wärme. In “The Dark Night Of The Soul” verfremdet Adrian Aniol Cello- und andere Streichinstrumentesounds und lässt sie in sein Arrythmiagerüst gleiten. Er verwebt die verschiedensten Sounds in sein Horror-Ambient-Netz und kreiert so ein bleibendes Hörerlebnis. “The Closing” beendet das Kopfkino mit der Zusammenführung der verschiedenen Sounds zu einem orchestralen Stück.

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This Quiet Army Records haben das Album auf einer komplett schwarzen CD-R verewigt, genauer gesagt auf 100 CD-Rs, die in einem grauen Umschlag mit vier Fotografien und einem kleinen Booklet verpackt sind.

Als Coda zu “Arrythmia OST” ist über Utech Records “It All Falls Apart” auf Tape erschienen. Darauf findet sich ein 25minütiges Ambient Stück und ein 18minütiger Remix von Steven Hess (Ural Umbo, Locrian).

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DREI AUS…

Posted in Serie on November 13th, 2011 by D.K.

…DER HÜLLE, AUF DER EIN ALTER AMISCHLITTEN ZU SEHEN IST.

RST – THE SUNSET LIMITED

RST

Diese Momentaufnahme eines im Flug schwebenden Musclecars wirkt so unwirklich wie beeindruckend. Der Text zu diesem instrumentalen Dronealbum besagt: „in the beginning there was only empty space… neither sun nor sky, everything was a big silent void… then the void began to move…“ und aus der Leere erschien die Sonne, aus der dieser alte Camaro mit dröhnendem Motor auftauchte. Im Prinzip ist das auch die passende Metapher für das, was Andrew Moon alias RST hier auf diesem Album macht. Drone und Ambientsounds, basierend auf Gitarre und Elektronik, wie aus einer anderen Welt, eine Welt die entdeckt werden möchte…

Das Album ist als limitierte CD auf Utech Records erschienen.

 

OSSINING – JET SET

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Ossining sind Brad Rose (Foxy Digitalis Labelmann) und Kevin Danchisko, die auf ihrer Tape-Veröffentlichung „Jet Set“ zwei lange schwerfällige Synthiedronestücke präsentieren, die sich so durch die Lautsprecher bewegen, wie die beiden abgebildeten Limousinen sich auf der Straße fahren lassen, und um das ganze Bild noch mal zu präzisieren: Es ist eine düstere und verstörende Fahrt in diesen Limousinen und etwas mysteriöses liegt in der Luft und ist im Hintergrund auf dem Cover zu sehen…

Das Tape ist in einer 100er Auflage über Students of Decay erschienen.

TWELLS & CHRISTENSEN – COASTS

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Der Dodge Challenger auf dem Cover dieser Kollaboration zwischen John Twells (Xela / Type Labelmann) und Matt Christensen (Zelienople) kann auch als Schiff unter den Coupes der Gattung Pony Cars bezeichnet werden. Umso passender der Titel des Albums, der auch das Nummernschild des Wagens ziert. Genauso verhalten sich auch die beiden Songs auf diesem Release. Zwei über 20 Minuten lange Gitarre-Vocals-Elecronic-Monster, die sich wie ein großes Schiff ihren Weg durch Wasser ebnen. Da passt dann auch der Schiffshorn-ähnliche Sound am Anfang von „Burning Bridges Together“. Ein Schiff braucht keine Brücken, die werden einfach weggedröhnt.

In einer Auflage von 100 Stück über Digitalis Recordings erschienen.

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URAL UMBO

Posted in Release on October 16th, 2011 by D.K.

Ural Umbo nennt sich das Duo, das sich aus dem Schweizer Reto Mäder (RM74, Sum of R) und dem Amerikaner Steven Hess (mittlerweile fester Bestandteil der Studiobesetzung von Locrian) zusammensetzt. Mäders Hauptinstrument ist der Bass, Hess konzentriert sich auf Percussion und Drums, und um dieses Konstrukt von Rhythmusinstrumenten paaren sich Field Recordings, Synthiesounds und andere Klangobjekte. Das Ergebnis ist eine Klangwand aus Drone, Doom, Ambient mit starker Improvisations- und Experimentierfreude.

Das amerikanische Feinkostlabel für experimentelle Sounds Utech Records hat das Debüt und ein Tape veröffentlicht und legt jetzt, nach einem Abstecher der Band, deren Zweitwerk „Fog Tapes“ das bei Hinterzimmer Records erschienen ist, das dritte Album „Delusion Of Hope“ nach.

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„Delusion Of Hope“ ist der perfekte Titel für dieses Album, das wirklich nicht im Geringsten Hoffnung für positive Gemütszustände aufkommen lässt. Schon der Opener “Initial Magnetization Curve” rollt eine derbe verzerrte Dronewalze aus, die mit einer Art Gongsound untermalt sich immer weiter ausweitet und den ganzen Raum, in dem die Musik gehört wird, überflutet, bis dann kurz vor der Neun-Minuten-Grenze die Erlösung zu kommen scheint. Erlösung folgt aber nicht, denn wo der Opener vom Bassdrone dominiert wird, gibt nun in “Sych” ein fies übersteuernder Drumsound den Ton an. Knappe zwei Minuten reizen die Drums die Lautsprecherkapazität aus, genial. “This Dead and Fabled Waste” nimmt dann erstmalig etwas Dynamik raus und präsentiert sich mit düsteren O-Tönen, flirrenden surrenden Sounds und akzentuiertem Percussioneinsatz, so schließt auch “Evocative Luminance” mit ruhigeren Tönen das Hörerlebnis von Seite A ab.

Seite B setzt laut ein mit “Self Fulfilling Prophecy”. Ein wie von selbst vor sich herdröhnender verzerrter Bass, trockene Drums und Synthiesounds, die dem Doomgewand eine kosmische Note geben. “Resinous Compound” zeigt dann die Dark-Ambient-Seite von Ural Umbo und auch hier können die beiden Spannung aufbauen und halten. “So Here I Live, Sorry” gleitet mit einem Schleier aus fragilen Sounds vor sich hin, bis irgendwann ein marschierende Percussionwand immer lauter werdend in den Song einbricht und sich in ein Drumunwetter verwandelt. Der Abschluss mit “Thermal Layering” beginnt mit pumpenden Orgeltönen, die übereinander gelegt einen Dröhnteppich ergeben und mit Percussion und nichtdefinierbaren anderen Sounds den Hörer aus der Ural Umbo Welt entlassen.

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Im Gegensatz zu den beiden Vorgängeralben, die durchgehend eine bestimmte Stimmung verkörpert haben, entwickelt sich „Delusion Of Hope“ von einem dronigen pumpenden Ungetüm in ein entspannteres soundtrackartiges Klanggebilde, das aber nicht weniger dem düsteren Albumtitel entspricht. Eine kleine musikalische Horror-Thriller-Reise, die unter die Haut geht.

Das Album erscheint in einer 300er Auflage auschließlich auf Vinyl mit beiliegender CD-Version des Albums und kann direkt über Utech Records bestellt werden. Für das Coverartwork sind Fotos des deutschen Photographen Alexander Binder verwendet worden.

 

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UTECH RECORDS MUSIC FESTIVAL SAMPLER

Posted in Release, Sampler on April 9th, 2011 by D.K.

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Das amerikanische Label Utech Records, bekannt für seine experimentellen Gitarrenkünstler, veranstaltet diese Jahr das erste Label Festival. Vertreten sind Labelbands wie Locrian, Horseback, Mamiffer oder Ural Umbo. Schade, dass das Ganze so weit weg ist.

Als kleinen Trost gibt es anlässlich des Festivals aber einen Label Sampler zum freien Download. Neben bereits veröffentlichten Songs aus dem Utech Kader, sind vier bisher unveröffentlichte Songs von Utech Bands wie zum Beispiel den Schweizern Ural Umbo vertreten. Als besonderer Appetithappen ist auch ein Song von der neuen Locrian/Horseback Platte auf dem Sampler verewigt.

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LOCRIAN IN DER KRISTALLWELT

Posted in Release on December 16th, 2010 by D.K.

locrian crystal world

Locrian aus Chicago haben mit “The Crystal World” nicht mal ein Jahr nach ihrem Zweitlingswerk “Territories” ihr drittes Album veröffentlicht.

Angetrieben vom Roman “The Crystal World” von J.G. Ballard, welcher von einem Leprawissenschaftler erzählt, der einen afrikanischen Urwald erkundet, in dem sich alles in Kristalle verwandelt. Die Anziehungskraft von Tod und Unglück und der Untergang der Gesellschaft stehen bei Ballard im Vordergrund. Genau da setzen Locrian mit ihrer Musik an. Das Album fängt zurückhaltend düster an und steigert sich immer weiter und überrascht durch seine eingängige Fusion aus Noise, Elektro und Dronemetal. Während bei “Territories” die Black Metal Einflüße stark im Vordergrund stehen, schlägt “The Crystal World” einen zugänglicheren Weg ein. Locrian spielen mit der Wirkung von Gegensätzen. Mönchsähnlicher Gesang, wie aus einem byzantinischen Bergkloster, trifft auf Schreigesang, der so klingt als entstamme er einem tiefen hallendem Verließ. Düstere Droneflächen treffen auf klare Gitarrenmelodien und alles ist theatralisch perfekt inszeniert.

Die beiden Bandmitglieder Terence Hannun und André Foisy haben sich für die Aufnahmen des Albums den Percussionisten Steven Hess (Ural Umbo) und zwei Gastvocalistinnen ins Studio geholt. Das Mastering hat James Plotkin übernommen. Für das Artwork wurde Vberkvlt verpflichtet.

Die Doppel-CD ist bereits über Utech Records erhältlich, wer die Vinyl Version bevorzugt muss sich noch etwas gedulden.

locrian artwork

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RST

Posted in Release on September 22nd, 2010 by D.K.

RST Tomorrow´s Void

Hinter RST verbirgt sich der Neuseeländer Andrew Moon, der bereits seit 15 Jahren unter diesem Namen düstere Dronelandschaften erschafft. Als Gründer des neuseeländischen Labels Imperial Records hat Moon begonnen, durch Einsatz einer elektrischen Gitarre Klänge zu erzeugen und herauszubringen, die dunkle und bedrohliche Bilder im Sinn des Hörers hervorrufen. Seit 1995 sind mehrere RST Alben und EPs bei diversen Labels erschienen. 2008 hat Moon das Album „Tomorrow´s Void” über Utech Records, im Rahmen der URSK Serie, die zusammen mit dem Künstler Stephen Kasner ins Leben gerufen wurde, veröffentlicht.

RST The Sunset Limited

Seit Anfang September ist das aktuelle RST Album „The Sunset Limited“ ebenfalls über Utech Records erhältlich. Das Album lässt sich am besten mit einem Vergleich von Musik und Artwork beschreiben. Auf der Fotografie namens “Bayview” des Künstlers und Fotografen Matthew Porter ist ein 60er Oldtimer im Sprung zu sehen. Der beeindruckende Sound eines sich im Freiflug befindenden Motors (RST ist übrigens auch die Abkürzung für Auspuffschalldämpfer, die für einen voluminöseren Sound sorgen), kommt den Sounds einer verzerrten Gitarre nah. Die Strommasten im Hintergrund als Zeichen des Ursprungs der elektrischen Verfremdung von Gitarrenklängen sind umgeben vom Licht der untergehenden Sonne, das für die warmen Droneflächen in den Sounds von RST stehen kann. Der Moment der Fotografie ist zum einen ästhetisch, zum anderen jedoch sehr bedrohlich, denn was folgt ist der unsanfte Sturz des Fahrzeugs und der bevorstehende Sonnenuntergang. So verhält es sich auch mit der Musik. Wer auf Droneklänge steht ist während des Hörens beeindruckt von den Tönen, obwohl es tendenziell eine dunkle und bedrohliche Atmosphäre ist, die Andrew Moon erzeugt.

Kauft euch einfach die beiden Utech Records Alben und überzeugt euch selbst.

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LOCRIAN

Posted in Release on May 1st, 2010 by D.K.

L O C R I A N

Locrian ist ein Experimental-Drone-Duo aus Chicago und besteht aus den beiden Multitalenten André Foisy und Terence Hannum. In ihrer Heimat ist die Band bereits der Geheimtipp überhaupt, wenn es um experimentelle Undergroundmusik geht. Mit ihrer gelungenen Mischung aus Noise, Doom, Drone, Power Electronics und Black Metal spricht die Band die Fans verschiedenster Genres an und ist mit ihrem neuen Album “Territories” auf dem Weg, ihre Fanbase erheblich auszubauen.

“Territories” ist das zweite Studioalbum von Locrian und bietet neben einer abwechslungsreichen Soundmischung auch eine Reihe an Gastauftritten. So haben sich Blake Judd (Nachtmystium, Twilight), Bruce Lamont (Yakuza), Andrew Scherer (Velnias), and Mark Solotroff (Anatomy of Habit, BLOODYMINDED) auf “Territories” verewigt und erweitern die Bandbreite Locrians um ein Weiteres. Das Album ist als Co-Release der Labels At War With False Noise, BloodLust, Small Doses und Basses Frequences auf LP erschienen.

locrian territories drenched lands artwork

Die Diskografie der Band umfasst eine Reihe an selbst veröffentlichten Cassetten und CD-R, einige EPs und Splits und das unumgängliche erste Studio-Album “Drenched Lands”, das in mehreren Formaten erschienen ist. Utech Records haben das Album dieses Jahr sogar auf 8-Track Tonbändern (in einer 13 Stück Auflage) wiederveröffentlicht.

Die beiden Bandmitglieder sind desweiteren in der Dark-Folk Band Unlucky Atlas aktiv, die zuletzt über Land Of Decay eine Cassette veröffentlicht hat. Die Songs dieser Veröffentlichung sind interessanter Weise zweigeteilt und fangen als Folksongs an und enden in Dronegewittern. Terence Hannum ist neben seiner musikalischen Aktivität auch in der Malerei, Videokunst und im Grafikdesign tätig. Vor allem in der Malerei finden sich Locrian Motive wieder, die das Artwork und die Musik der Band ergänzen.

terence hannum - death´s head I terence hannum - death´s head II

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STEPHEN KASNER

Posted in Kunst, Literatur, Release on January 3rd, 2010 by D.K.

stephen kasner "wuthering 09"

Wem der Künstler Stephen Kasner noch kein Begriff ist, der sollte sich unbedingt die Zeit nehmen seine Arbeiten kennenzulernen. Kasner ist im Musikbereich vor allem für seine Ölgemälde bekannt, die für diverse Artworks verwendet werden. Utech Records haben eine ganze Albenserie (u.a. sind Final, Runhild Gammelsaeter und Skullflower vertreten) mit Kasners Artwork veröffentlicht.

final artworkskullflower artwork

Stephen Kasners Kunstwerke sind geprägt durch ihre dunkle Grundstimmung, die aus den zumeist schwarzen Flächen auf den Bildern entsteht. Mit dem Beifügen von kalten Grau- und warmen Braun-Tönen entwickeln die Bilder ihre individuelle Wirkung. Die Musik von Bands wie Lotus Eaters, Sunn O))) und Khlyst, für die Kasner das Artwork beisteuerte, unterstreichen zudem die entstehenden Eindrücke des Betrachters.

blood fountains artwork

Unter dem Namen Blood Fountains ist Kasner auch musikalisch aktiv. Das von James Plotkin produzierte Debüt “Floods” ist bei Utech Records erschienen und beinhaltet sechs experimentelle Noise Tracks, bei denen Kasner mit diversen Gästen seine Kunst in Tönen festhält. Besonders der sirenenhafte Gesang der Bloody Pandas Frontfrau Yoshiko Ohara gibt den Songs eine verstörend schöne Note.

Der Onlinestore von Blood Fountains bietet euch neben der Platte und einem T-Shirt auch die Möglichkeit, den Bildband von Stephen Kasners Arbeiten aus den Jahren 1993-2006 zu bestellen. Das Buch ist ursprünglich bei Scapegoat Publishing erschienen und in zwei Versionen erhältlich.

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