ALEXANDR VATAGIN

Posted in Release on March 23rd, 2013 by D.K.

Alexandr Vatagin – gebürtig aus der Ukraine, seit Jahren in Österreich lebend und Chef des Labels Valeot, das dieses Jahr sein fünfjähriges Bestehen feiert und dessen Platten wir euch in der Vergangenheit vorgestellt haben – hat sein neues Soloalbum “Serza” fertig gestellt.

Fünf Jahre Arbeit hat Alexandr Vatagin in 30 Minuten zusammengefasst und auf Platte pressen lassen. Dass ein Dutzend Gastmusiker beteiligt ist, sei hier mal gesagt, aber nicht weiter von Bedeutung, für das was man hört. Das was man hört klingt wie ein intimer Einblick in die verschiedensten Gemütszustände Vatagins. Es sind acht Stücke, unzählige Instrumente, mehrere Stilrichtungen, die hier vereint werden. Was Vatagin gelingt ist, den Tracks eine eigene Note, einen Wiedererkennungswert zu geben. Neben klassischen Instrumenten tauchen immer wieder Synthiesounds auf, die das Ohr immer wieder mit einzigartigen Klängen füttern. “Serza” ist klar und direkt produziert. Alles passiert vorne, alles ist in hellen Klangfarben gestaltet, es gibt keine basslastigen Momente. Ungewohnt besonders. Die Tracks sind zwar getrennt, jedoch wirkt die Platte am besten, wenn man sie am Stück hört, denn selbst in den einzelnen Tracks finden Brüche statt, so das man denkt es beginne ein neues Lied. Elektronische Musik mit Seele und einem Feingefühl für das Opulente in der minimalistischen Soundgestaltung.

“Serza” erscheint digital, auf CD und ganz wichtig auf Vinyl via Valeot Records. Letzteres als Kaufempfehlung unsererseits.

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VALEOT RECORDS FÜR DIE SEELE

Posted in Label, Release on March 4th, 2012 by D.K.

Nachdem das Wiener Label Valeot Records im letzten Jahr eine Reihe an jazzig-experimentellen Platten veröffentlicht hat, startet das neue Jahr gleich mit zwei Ambient-Noise-Alben, die das Spektrum des Labels nochmals erweitern und gemeinsam am 9. März erscheinen.

ATTILIO NOVELLINO – THROUGH GLASS

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Der Italiener Attilio Novellino widmet sich auf seinem Album “Through Glass” der Wirkung von Licht, wenn es durch Glass gefiltert wird. Für Novellino ist dies eine Metapher für seinen Sound, der genau wie das Licht durch Glas in verschiedenster Weise verändert werden kann. Und so nimmt Novellino den Hörer auf eine Reise durch Field Recordings, Gitarrensoundflächen, unaufdringliche Bassläufe, Klavierklänge und viele andere verfremdete Sounds, die wie eine reinigende Welle durch die Seele des Hörers rauschen. Wer sich Zeit nimmt und sich auf die Sounds einlässt, wird verstehen was ich meine. Besonders das Erschaffen verschiedener Soundebenen, die die Klänge mal direkt am Ohr des Hörers, mal fernab in den Tiefen der Lautsprecher platzieren, macht dieses Album zu einem genialen Klangerlebnis. Ich wage mich auch nicht, einen einzelnen Song hier herauszustellen. Es rauscht, es wummert, es fließt… dieses Album muss in euer Musikregal.

KUTIN – IVORY

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Hinter Kutin verbirgt sich der Wiener Soundtüftler Peter Kutin, der auf Ivory seine Gitarrensounds in Echtzeit durch seinen Rechner jagt, um mit verschiedenen Effekten und Field Recordings sphärische Klanglandschaften zu erschaffen. “Ivory” ist entstanden, als Kutin an Scores für alte Stummfilme des österreichischen Filmarchivs gearbeitet hat. Kutins Stärke ist, dass er beim Soundtüfteln nie die eigentliche Wirkungskraft von Gitarrensounds vergisst und nur so weit verfremdet, dass die Gitarre fast immer als das, wonach sie klingen sollte, rauszuhören ist. Die Momente, in denen dann die Elektronik die Überhand gewinnt, sind dennoch nicht weniger eindrucksvoll. Am eindrucksvollsten ist “Ivory”, wenn die filigranen Sounds von unverstärkten Gitarrensaiten durch die Elektronik fließen und zu etwas Schimmernden verwandelt werden. “Sombre” und “Lonesome Monster”, die beiden letzten der sieben Songs, lassen sich Zeit, geben dem Hörer Zeit, sich einzulassen, sich gehen zu lassen, die Seele baumeln zu lassen…

Mag es Zufall sein oder nicht, dass diese beiden Platten als Zwillinge veröffentlicht werden, ich kann euch nur empfehlen, Platz für zwei Alben zu schaffen im Plattenregal und hier zu bestellen.

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WERNER KITZMÜLLER

Posted in Release on December 4th, 2011 by D.K.

Das Jahr geht so langsam vorbei, draußen tobt das schlechte Wetter, da ist einem nach etwas warmer Musik und genau hier kommt der Österreicher Werner Kitzmüller mit seinem ersten Full Length Album “Evasion” ins Spiel, das im November über Valeot Records erschienen ist.

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Kitzmüller macht Singer-Songwriter Musik, aber keine gewöhnliche und das muss beim Opener “Motte” erstmal klargestellt werden. Eher elektronisch als klassisch, eher experimentell als strukturiert, mit verfremdeten Vocals. Dann kommt “Meter”, einer von drei deutschsprachigen Songs, und hier zeigt sich was Kitzmüller ausmacht: seine Stimme. Mit seiner Baritonstimme klingt er wie ein alter Mann, der das Leben schon hinter sich hat und jetzt davon dichtet. Dabei ist Werner Kitzmüller ein junger Typ, der auf Facebook mit “a scheyna mann” kommentiert wird, dem man diese Stimme nie zutrauen würde. Und diese Stimme geht unter die Haut, dazu die dezente Gitarreninstrumentierung mit dazwischen gestreuten Sounds. “Good” und “Stalker” dann auf Englisch, genauso ergreifend aber grundsätzlich in einer anderen Stimmung, die allein durch die andere Sprache entsteht. Gitarre, Klavier, Streichinstrumente, Glockenspiel und ganz viel anderes Zeug, mit dem man Sounds machen kann, erschaffen das Klangbild dieser Platte, was in Kombination mit Werner Kitzmüllers Stimme ein einzigartiges Klangerlebnis ergibt. Höhepunkt der englischsprachigen Songs ist “Purple”, denn hier lässt sich Kitzmüller Zeit für Gesang und Instrumentierung. Deutschsprachiges Highlight ist der letzte Song “Salz”, der nur von Kitzmüller so gesungen werden kann, wie er gesungen wird, genial, überzeugend, bleibend.

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Lauscht Werner Kitzmüller und ihr werdet verstehen wovon ich schreibe.

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THE PATTERN THEORY

Posted in Release on May 15th, 2011 by D.K.

The Pattern Theory sind Carl Schilde, Lukas Creswell-Rost & James Yates. Das Instrumental-Rock-Trio aus Leeds ist vor ein paar Jahren nach Berlin umgezogen und hat seine Debüt-EP kräftig betourt und sich irgendwann in ein altes Bürogebäude in Ostberlin verzogen, um sein erstes Album aufzunehmen.

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Das selbstbetitelte The Pattern Theory Album ist nun fertig, auf dem sich eine reife Band präsentiert, die ihrem Namen alle Ehre macht. Denn die Songs scheinen wirklich auf einer Rastertheorie zu basieren, die als Basis für weitere Ausschmückungen verschiedenster musikalischer Ideen dient. Schon der Opener “Pyramid Schemes” verbindet in der ersten Hälfte gleich drei verschiedene Melodieraster mit verschiedenen Tempi zu einem Song. Wer aber diese Irritation erstmal überwunden hat, wird in eine Welt aus Math- und Postrock gepaart mit experimentellem jazzigen Geist entführt. “Ideas Of Fun” ist auch wieder ein Titel, der den Songinhalt passend verbalisiert… ja, es macht Spass, den Herrschaften zuzuhören. Bass, Gitarre und Drums sind die Hauptinstrumente und werden ergänzt durch Elektronik, Glockenspiel und sonstige Spielereien. So baut das Trio Songs wie “Bell Curves” oder “Names For Places” behutsam auf, Steigerungen geschehen unterschwellig, keiner der Songs bricht unerwartet aus. So halten The Pattern Theory eine Spannung aufrecht, die nie abbricht oder ausbricht. Das Album endet mit dem fast achtminütigen “Adaptive Expectations”, in dem die Band ihre Sound-, Tempo- und Stimmungsideen wohlklingend abstimmt und einen wunderbar gleitenden Abschluß schafft.

Das Debütalbum von The Pattern Theory ist über das Wiener Label Valeot Records auf CD erschienen. Wer sich die Platte erstmal im Stream anhören möchte, kann dies hier tun.

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TUPOLEV

Posted in Release on February 5th, 2011 by D.K.

Tupolev ist ein Quartett aus Wien, das mit "Towers Of Sparks" diese Tage sein zweites Album veröffentlicht hat. Türme von Funken sind es auch, die in den Kopf des Hörers überspringen, wenn man sich das Album zum ersten Mal anhört. Was machen die da? Machen die Jazz, machen die experimentelle Musik oder doch irgendwas anderes. Wichtig ist, das was Tupolev machen, machen sie gut.

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"Its" fängt trügerisch eingängig an, mit einer Melodie, auf einem Flügel gespielt. Doch es dauert nicht lang, bis klar wird, dass dieses Album nicht als eingängig abgestempelt werden möchte. Die Klaviermelodie bricht jazzig auf, Drums setzen ein, Takt ist hier für den Laien nicht wahrnehmbar. "Pole" greift die Stimmung des Openers auf. Dann das dreigeteilte Titelstück des Albums. Flügel, Cello, Bass, Drums und Elektronik gehen mit dem Hörer auf eine Reise, die mal zugänglich, mal verstörend ist, aber nie den Eindruck erweckt, richtungslos zu sein. Tupolev sind keine Freunde von Wiederholungen, keine Idee, keine Struktur findet sich im Verlauf wieder. Das einnehmende "Juno" als Abschluss mit langen, fast bluesigen Passagen und einem kleinen Ausbruch, bevor der Hörer mit den letzten Tastentönen entlassen wird.

Das Klavier als Instrument steht auf Tupolevs neuem Album eindeutig im Vordergrund. Ein Flügel um genau zu sein, den die Band im Keller des Garnison 7 Studios in Wien entdeckt hat, in dem auch "Towers of Sparks" von Bandmitglied Alexandr Vatagin (Bass & Cello) aufgenommen und von Martin Siewert abgemischt und gemastert wurde.

"Towers of Sparks" ist beim Wiener Label Valeot Records erschienen.

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MILHAVEN

Posted in Label, Release on January 30th, 2010 by D.K.

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Milhaven aus Bochum veröffentlichen am 8. Februar ihr zweites Album über Valeot Records aus Wien. Nach ihrem Debütalbum und einer EP setzen Milhaven auf dem neuen “Self Titled” Album ihre Post-Rock-Linie fort und beweisen damit, dass der Ruhrpott in Sachen gesangsloser Alternativesounds nicht hinterherhinkt. Die acht instrumentalen Songs überzeugen durch facettenreiches Songwriting, so dass es auch nach mehrfachem Hören immer wieder Neues zu entdecken gibt. Das ansehnliche CD-Artwork haben die Bandmitglieder selbst entworfen.

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Wer vor dem Kauf nochmal reinhören möchte, kann sich auf LastFM das ganze Album im Stream anhören. Eine Woche nach CD-Veröffentlichung könnt ihr euch das Album auch beim deutschen Netlabel 12rec. kostenlos runterladen. Dort findet ihr auch die ersten beiden Milhaven Releases als Download.

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