EXPO ´70

Posted in Release on February 4th, 2012 by D.K.

Expo´70 ist der Amerikaner Justin Wright und wie der Bandname schon verspricht, geht es hier um die 70er, genauer gesagt zeigt uns Justin Wright, wie experimentelle Drone und Ambientmusik klingen könnte, wenn wir uns jetzt in den 70ern befinden würden. Ein bisschen Krautrock, ein wenig Psychedelic und so ein Hauch Avantgarde mit moderner Seele, das ist Expo´70. Was Expo´70 auch ist, ist produktiv. Denn was innerhalb einer kurzen Zeitspanne veröffentlicht worden ist, lässt staunen. Deswegen widmen wir uns jetzt exemplarisch einer der neuesten Veröffentlichungen.

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„Hovering Resonace“ ist eine 12inch Vinyl EP, die über das kleine Label Sound Of Cobra erschienen ist. Darauf vertreten ist der 15minütige Titeltrack, der mit seinen kosmischen Drones gepaart mit Retrosoli und subtilen Synthieflächen und einem subtilen Groove überzeugen kann. Expo´70 versteht es, die verschiedenen Einflüsse gekonnt zu dosieren, so dass der Gesamtsound eine eigene Note erhält. „Moon Raga“ groovt sich mit Tribaldrums und sphärischer Gitarrenuntermalung ein und schließt die EP vorantreibend ab. Hier ist nicht Schluß. Expo´70 macht Lust auf mehr. Wem diese EP gefällt, der sollte sich unbedingt auch mit dem restlichen Material von Expo´70 beschäftigen.

Passend zur Musik ist das von Justin Wright designte Artwork auch ganz in den 70ern verhaftet. Bei dieser EP wurden die ersten 100 Exemplare (von 200) im handgemachten Siebdruck geliefert. Inzwischen hat das Label schon keine einzige Kopie mehr davon. Das heißt: Mailorders durchsuchen!

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PETRELS

Posted in Release on January 28th, 2012 by N UND D.K.

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Der Brite Oliver Barrett alias Petrels baut aus einer Unmenge von instrumentalen Schichten, nein, keine eigentlichen Drones, sondern eine Art wortloser Songs ohne Rhythmus. Wo andere durch Schichtung undurchdringliche Monolithen stapeln, die geradezu bedrohlich vor dem Hörer aufragen und tiefe Schatten werfen, sind die Schichten von „Haeligewielle“ eher fein gewebt; mit Luft zum Atmen dazwischen und Ausblick ins Dahinter. Und dem Wissen um Dynamik; wenn beispielsweise in „Canute“, eine gleissende Spitze erreicht wird. Und dem Wissen um überraschende Instrumentierung, wenn in „Concrete“, die ansonsten allgegenwärtigen Gewebe akustischer (oft auch Streicher) und elektrischer Instrumente durch einen Chor abgelöst werden, der dem Stück einen noch menschlicheren Charakter verleiht, noch wärmer und runder, noch organischer als bei den anderen sechs Songs. Wobei es nicht wundern würde, wenn sich herausstellen sollte, dass dieser Chor Oliver Barrett allein ist; ein gewisses (und gesundes) Maß an Versponnenheit schimmert immer wieder zwischen den Zeilen hindurch und lässt „Haeligewielle“ trotz aller Klangereignisse stellenweise auch ganz leicht wirken, jenseits von Soloautismus oder dem Eingepferchtsein in sein eigenes Konzeptkämmerlein…

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Insofern ist „Haeligewielle“ einfach nur ein perfektes Beispiel, was immer wieder aufs neue möglich ist, wenn sich Leute von Vorgaben und Vorbildern lösen und ihr ganz eigenes Ding entwickeln; hier im Fall von Drone / Experiment / Ambient. Völlig klischee- und dabei alles andere als harmlos; Wolf im Schafspelz. Perfekt. (N)

Auf CD und Vinyl über Denovali Records erhältlich.

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Mit der neuen 2-Track EP „All Things In Common“ führt Petrels seinen Soundkosmos fort und setzt genau da an, wo er mit „Haeligewielle“ aufgehört hat. Ein noisiger Beat, Elektrogeflirre in „Thomas Muntzer“, alles verschmilzt allmählich, dann eine Noisewand, die ständig in den Song hereinbricht um sofort wieder zu entschwinden. Die Auflösung des Noiseknotens durch eine Art Mellotron-Cello-Klangfläche. Was Petrels hier wirklich als Instrumentierung vewendet hat, ist nicht wirklich klar. Klar ist, dass der Song unter die Haut geht… besser… fliesst. Die 10 Minuten Laufzeit kommen einem so kurz vor.
Die B Seite „Leonora Christine“ mit orchestralem Anfang, verloren im Hall, schwebend, nicht greifbar und deswegen so unheimlich schön. Dann überraschend der Bruch mit einem Elektroglockenspielbeat und einer filigranen Synthiemelodie. Cooler Beat oder besser gesagt Rhythmus mit Kopfnicktendenzen. Die Streichersounds vom Anfang kommen wieder… Großes Ohrenkino. (D.K.)

„All Things In Common“ gibt es als 10inch Vinyl und als kostenlosen Download. Natürlich auch über Denovali Records.

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EQUUS – WIE ER IN DIE WELT KAM

Posted in Release on January 22nd, 2012 by D.K.

Die Schweizer Band Equus ist seit ihrem Debüt “Eutheria”, das 2008 über Get a Life! Records erschienen ist, nicht wegzudenken aus der Schweizer Instrumentalbandsszene, zu der u.a. Shora, Shelving und The Evpatoria Report gehören. Das Debüt beinhaltet drei epische Stücke, die in einer Spielzeit von 15-30 Minuten eine Fusion aus Kraut-, Prog- und Postrock vereinen. Wer die Platte noch nicht gehört hat, sollte dies unbedingt nachholen.

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Fast vier Jahre später steht jetzt der Nachfolger “Wie er in die Welt kam” im Plattenregal. Equus haben sich Paul Wegeners Film “Der Golem, wie er in die Welt kam” von 1920 als Grundlage genommen und dafür einen neuen Soundtrack erschaffen. Das Resultat ist ein 40minütiges Album mit 14 Tracks, auf denen Equus ihr Repertoire an Instrumenten, zu denen neben Drums, Bass, Gitarre und Piano auch ungewöhnlichere Rockinstrumente wie die Melodica, das Clarinet, das Harmonium und das Mellotron gehören, zu einer treibenden fließenden Einheit verschmelzen, die unter die Haut geht. Auch ohne die Bilder des Stummfilms funktionierend zeigen sich Equus verspielter und vielseitiger als auf dem Debüt, klingen aber trotzdem auf beiden Platten unverkennbar. Ein stilistisches Festlegen ist hier fast schon überflüssig, denn die Band macht weder Postrock, noch Krautrock, sondern ihr ganz eigenes Ding, das aber Fans der beiden genannten Musikrichtungen gleichermaßen gefallen dürfte. Wenn dann noch ein Clarinet einsetzt und von Piano und Mellotron dronig untermalt wird, kann hier nicht mehr von Rock gesprochen werden. Auf alle Fälle ein Highlight!

Zur Musik passend kommt das Album in einer hochwertigen,handgemachten Vinylummantelung von Shayo Records.

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WINO & CONNY OCHS – HEAVY KINGDOM

Posted in Release on January 13th, 2012 by M.H.

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Es war im September 2010 in der Iserlohner Dechenhöhle. Wir kamen scheinbar als erste Augen- und Ohrenzeugen am Bühnen-/Publikumsbereich der Höhle an. Zwei Musiker standen mit umgehängten Gitarren am Bühnenrand, vertieft in ein angeregtes Gespräch und eine Art Soundcheck. Der eine war offensichtlich Wino, der andere, das reimten wir uns zusammen, musste der als Opener angekündigte Conny Ochs sein. Wino warf uns ein kurzes, aber sympathisches “Hey Guys!” entgegen, bevor er sich wieder seinem Gesprächspartner widmete.

Zu diesem Zeitpunkt war uns nicht bewusst, dass sich an diesem Abend vor unseren Augen eine außergewöhnliche Kollaboration anbahnen sollte, dass an diesem Abend und auf der dazugehörigen Tour ganz offensichtlich zwei Brüder im Geiste zusammegefunden haben. Wino war mit seinem letzten Soloalbum “Adrift” unterwegs und Exile On Mainstream Records hatten Ochs, schon seit Jahren Mitglied der Exile On Mainstream Familie, als Opening Act und Fahrer mit auf die Tour gebucht. Eine Wahl, die sich im gemeinsamen Zugabenteil, nach den jeweiligen Solo-Sets der Künstler, als wahrer Glücksgriff der Plattenfirma herausstellen sollte, lieferten sich die beiden doch packende Gitarrenduelle und ließen – zum Finale noch zusätzlich verstärkt durch Darsombra (der dritte Solokünstler des Abends) und Jim Sparky – ein gründlich beeindrucktes und berauschtes Publikum zurück.

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Als naheliegende Folge präsentieren die beiden nun mit “Heavy Kingdom” ihren ersten gemeinsamen Longplayer, der nicht weniger darstellt, als ein Fest für Freunde anspruchsvoller Singer/Songwriter-, Blues-, Americana-Kost. Schon das eröffnende, maximal reduzierte “Somewhere Nowhere”, mit seinem von Wino mehr gesprochenen als gesungenen Text, erzeugt eine fast andächtige Stimmung. Im folgenden Titelsong tritt auch Conny Ochs merklich in Erscheinung, das Album nimmt bedächtig Fahrt auf und man ist sich erstmalig gewiss, dass die Magie von der Bühne ins Studio hinüber gerettet werden konnte.

Die Texte sind persönlich, tiefgründig und authentisch. Sie transportieren Schwermut, jedoch auch immer den erlösenden Funken Hoffnung und Zuversicht. Sowohl die Akustikgitarren, als auch die teilweise zweistimmigen Gesangsmelodien bilden eine harmonische Einheit und beschwören Erinnerungen an die Dechenhöhlen-Sessions herauf. Selten mal schleichen sich ange- oder gar verzerrte Gitarrensoli ein, wie etwa bei meinem persönlichen Favoriten “Vultures By The Vines”, einem der vielen emotionalen Höhepunkte. Das beschwingt nach vorn gehende “Labour Of Love” beschließt ein rundum gelungenes Album und belegt nachdrücklich, dass hier ein Duo am Werk ist, das den Rock N’ Roll in sich trägt.

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Erscheinen wird “Heavy Kingdom” am 27.01.2012 auf Exile On Mainstream Records, sowohl im CD-Format, als auch auf Vinyl.

Allen Berlinern unter euch sei gesagt, dass heute abend im Red Rooster Club ab 21 Uhr eine Record Release Party stattfinden wird. Allen anderen empfehlen wir die gemeinsame Europa Tour der beiden im März/April. Die Termine für den deutschsprachigen Raum findet ihr hier.

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DROEHNHAUS ABSCHIEDSPAKET GEWINNEN

Posted in Aktuell, GEWINNSPIEL, Redaktion on January 12th, 2012 by D.K.

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Ihr habt sicherlich schon mitbekommen, dass es das kleine feine Vinyl-Label Droehnhaus nicht mehr gibt.  Zum Abschied verlosen wir zusammen mit Droehnhaus zwei Pakete mit diversen 7inch und 12inch Vinyls, die noch zuletzt über das Label beziehbar waren. Mit dabei sind Obelyskkh, Mountain Witch, Andreas Brandal, Mystified, Seconds in Formaldehyde, Skafandr, Head Of The Taurus…

Was ihr dafür machen müsst, ist uns ein Foto von euch zu schicken, auf dem ihr uns zeigt, warum ihr das Paket haben möchtet und/oder wie gut ihr Droehnhaus findet. Lasst eurer Fantasie freien Lauf.  Die Beiden, deren Fotos uns am meisten überzeugen, bekommen jeweils ein Paket zugeschickt.

Schickt eure Fotos bitte an “mein droehnhaus paket @ rocketmail dot com“.
Einsendeschluss ist der 12.02.2012

Viel Glück!

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LOCRIAN – THE CLEARING

Posted in Release on December 14th, 2011 by T.H.

Was mich an Locrian fesselt, ist leidlich zu beschreiben. Man kann ihnen eigentlich nur Unrecht bereiten, sobald man versucht, das kurz zuvor Erlebte in eigene Worte zu fassen. Entdeckt habe ich sie mit “The Crystal World” und dort war es sicherlich die perfekte Vertonung eines von Intensität und steigender Spannung geprägten Aufbegehrens gegen etwas Unbestimmtes, etwas alles Verschlingendes. Etwas, das schließlich doch gewinnt und jeglichen Widerstand in einem wunderschönen, gewaltlosen Akt erstickt und ewigem Stillstand beendet.

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“The Clearing” von Locrian ist wie ein Echo dieses letzten Moments und des vorangegangenen Kampfes. Ein Gefühl aus vergangenen Tagen, verzerrt und idealisiert, doch hinter diesem Schleier von abgrundtiefer Gleichgültigkeit geprägt. Etwas, das einem erst zum Ende der Reise wieder bewusst wird und gedankenlos zurücklässt. Das große Finale des Vorgängers fehlt, die Vocals unterstützen subtiler und die erhabenen, sich über den Drone erhebenden Momente wirken vorhersehbarer gestreut. Choraler Gesang übertönt die zunächst ruhigen Passagen, während das erschütternde Gekreische immer noch bedrohlich und aus einer völlig anderen Dimension zu kommen scheint.
Doch dieses Mal ist es anders, denn man ist bereits verloren. Es existiert nur die Suggestion, dass die alte Welt noch zu greifen, ein Aufbegehren noch von Nutzen sei. Die Hoffnung, ein letztes Mal alles zum Guten wenden oder stattdessen mit sich in den Abgrund reissen zu können. Und dann wartet man 17 unendliche Minuten auf den herbeigesehnten Moment, bis dieser niemals eintrifft.

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Währenddessen alternativ von meinem zweiten, inneren Auge aus betrachtet:
Vor mir am Lagerfeuer sitzt ein in sich gekehrter Mönch mit mongolischem Antlitz (ohne Kapuze), der mir bei leisem Kehlgesang versucht unmissverständlich zu versichern, dass ich weder im Himmel noch in der Hölle bin. Zunächst stelle ich mir selbst noch die unbestimmte Frage, weshalb ich hierhin geführt wurde, bis ich plötzlich anfange mich schemenhaft zu erinnern und dabei merke, wie meine Zunge schwerer und meine Hände und Beine immer tauber werden. In dem Moment, als ich ein letztes Mal den Kopf anhebe, um mein Gegenüber fragend anzublicken und dabei in seine klaren, leblosen Augen schaue, erstarre ich krächzend und mit offenem Mund, während er nur weiter singt und singt und singt…

“The Clearing” ist als Vinyl inklusive Download über Fan Death Records erschienen und direkt über Locrians Shop erhältlich.

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SHRINEBUILDER – LIVE IN EUROPE 2010

Posted in Release on August 27th, 2011 by D.K.

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Als Ende März 2010 der isländische Vulkan Eyjafjallajökull anfing Feuer zu spucken, hätte sich niemand gedacht, das einen Monat später eine riesige Aschewolke die halbe Luftfahrtwelt lahm legen wird. Shrinebuilder waren schon abflugbereit für Ihre erste Europatour, die dann leider ausfallen musste. “Wenn jemand diese Band aufhalten kann, dann doch wohl nur ein Vulkan”, meinte ein Freund scherzhaft (lustiger Weise auch im ähnlichen Wortlaut Teil des Pressetextes zur Platte). Die Tour ist einige Monate später nachgeholt worden, währenddessen sich die Band dachte, einige Shows aufzunehmen um eine Liveplatte für alle die zusammenzustellen, die zur ersten Tour kommen wollten, aber die Ersatztermine nicht wahrnehmen konnten.

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Das Ergebnis kann sich sehen lassen. “Live in Europe 2010″ erscheint Anfang September über das neue deutsche Label My Proud Mountain als 1000er Auflage auf 12inch Vinyl und beinhaltet vier Songs. Seite A umfasst “Science Of Anger” und “The Architect” live aus Ravenna. Produzent Toshi Kasai (Big Business und Melvins) hat sich des Livematerials angenommen und einen fetten, trockenen Mix hingelegt, der die Songs rauh durch die Boxen schießen lässt. Auf Seite B ist das bisher unveröffentlichte Shrinebuilder Stück “We Let The Hell Come” verewigt. Eine von Scott Kellys tiefer Stimme getragene Bluesnummer, die sich zum Ende hin in ein Doommonster verwandelt. “Solar Benediction” aus dem Berliner Berghain schließt die Platte ab. Das Hörerlebnis wird noch durch das passende Artwork ergänzt, auf dem Satellitenaufnahmen des Vulkanausbruches zu sehen sind. Einziger Kritikpunkt ist, dass genau die beiden Songs fehlen, die ich am besten finde. Aber das ist Geschmackssache.

Auf alle Fälle ein Muss für jeden “Saint-Mel-Neur-Om” Fan.

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KODIAK & N – RN/XE

Posted in Musik on August 13th, 2011 by D.K.

Letztes Jahr haben sich die drei Musiker von Kodiak mit dem Ambientdronegitarristen N zusammengetan, um einen gemeinsamen Auftritt für das letztjährige Denovali Swingfest einzuproben. Wir haben die Vier kurz nach den ersten Proben zum Interview gebeten, das ihr hier findet. Dann folgte der Auftritt, der nicht nur beim Publikum gut ankam, sondern auch bei der neuformierten Band Kodiak & N. Es folgten neue Proben und im April der Gang in die Tonmeisterei nach Oldenburg.

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Jetzt ist das gemeinsame Werk namens “Rn/Xe” fertig. Das Album besteht aus zwei epischen, fast 20minütigen Songs, die jeweils eine Vinylseite einnehmen. Es beginnt mit “Radon”, benannt nach einem Edelgas, wie das Cover der Platte verrät. Gedröhne stimmt den Hörer ein, lullt die Ohren mit Noiseflächen ein, verdunkelt die Gedanken. Man merkt gar nicht, dass das Ganze fast die Hälfte des Songs andauert, dann werden die Vier fast still, nur ein leises Dröhnen ist zu hören, das in einen doomigen Ausbruch mündet. Die Drumsounds preschen hervor, die Saiteninstrumente kreischen, dröhnen, feedbacken, aber alles mit Struktur, was dem Song den besonderen Reiz verleiht. Kurz vor Ende dann wieder die Auflösung des Gewitters in ein fettes Gitarren- und Bassgröhlen.
Der zweite nach einem Edelgas benannte Song “Xenon” dagegen kommt schon zu Beginn zur Sache. Mit eindeutigen Gitarrenakkorden in Anlehnung an Doomsounds aus vergangenen Zeiten. Wer einen Vergleich mit anderen Bands braucht, soll sich die alten Black Sabbath vorstellen, gepaart mit Amenra, Neurosis und Sunn O))). Das gilt zumindest für die erste Hälfte. Denn nach einem gelungenen Bruch wird der Song still und baut sich wieder langsam auf mit delayverzierten Gitarrenmelodien und marschierenden Drums, umhüllt von Gedröhne, das immer lauter wird, und nach einigen Minuten so unerwartet ineinander verflochten im Einklang endet. Begeisternd.

Gut, dass die Vier zusammengefunden haben, denn was hier präsentiert wird sind keine Edelgase sondern Edelmetal vom Feinsten.

“Rn/Xe” ist als schwarzes und schwarzweißes Vinyl über Denovali Records vorbestellbar.Kodiak + N

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TERMINAL SOUND SYSTEM

Posted in Musik on June 26th, 2011 by N UND D.K.

Mit Terminal Sound System haben sich Denovali Records eine weitere australische Band ins Repertoire geholt. Hinter Terminal Sound System verbirgt sich das Ein-Mann-Projekt von Skye Klein aus Melbourne, das schon seit 2001 besteht. Die Diskografie diese Projektes umfasst schon sieben Veröffentlichungen auf CD und Vinyl sowie eine Video-EP. Denovali Records haben gleich zwei Alben auf einmal veröffentlicht und präsentieren die Band ertsmals dem europäischen Publikum. Einmal mit der Vinylversion des letzten Albums “Constructing Towers” und dem neuen Album “Heavy Weather” auf CD und Vinyl.

terminal sound system - constructing towers

“Constructing Towers” ist das erste Denovali Album von Terminal Sound System, das bereits 2008 in Australien veröffentlicht wurde und jetzt erstmalig auf Vinyl erscheint, sozusagen das Europa Debüt der Band. Auf “Constructing Towers” präsentiert Skye Klein seinen Klangkosmos, der vor allem instrumental (wenn nicht grad irgendwas geflüstert oder durch den Vocoder gejagt wird) ist und sich zwischen Dub, Trip-Hop, und Drum’n'Bass bewegt. Zumindest ist das am Anfang des Albums so. Der Titeltrack treibt mit seinem recht schnellen Beat voran und wird im Hintergrund von langsamen Soundflächen untermalt. Der Beat steht hier eindeutig im Vordergrund und wird in verschiedensten Variationen immer weiter ausgebaut. Dann kommt der Bruch mit “Alaska” an vierter Stelle. Mit Gitarrenriff und fetten Bässen ein überraschender Rocksong, der aber nach vier Minuten an Tempo verliert und sich in einen epischen Drum’n'Bass Song verwandelt. Hier also der Hinweis, dass Terminal Sound System klangtechnisch nicht festgelegt ist. “Wolves” mit derbem Orgelgedröhne und langsamen, aber kraftvollen Drums der Verschnauffpunkt vor der zweiten Hälfte des Albums. Elektroimprovisation in “Sunshine”, die hin und wieder in diverse Stilrichtingen ausbricht, “Firefly Butoh” sowas wie elektronischer Darkjazz, “Duchamp Falls” dann eindeutig darkjazzig. Sax, Kontrabass, Orgel und Jazzdrums. “Theme For Broken Home” klingt mit seinen wabernden Gitarren und Keyboardtönen wie ein Theme für einen Lynchfilm. Der Abschluss mit “Zodiac” dann nach einer sich immer weiter aufbauenden Soundwand aus Gefiepe, Keyboards, Drums und postrockigen Gitarreneinsätzen stark an die Schotten von Mogwai erinnernd. Was für eine Soundreise. (D.K.)

terminal sound system - heavy weather

So wie das Cover von “Heavy Weather” mit seiner filmsequenzartig herumlaufenden Bilderfolge, die erst auf dem zweiten Blick verrät, dass es eigentlich ein einziges, extrem langes ist. …und vergleichbar zu diesem einzigen, zwischen ferner Landschaft vor fast-nur-Himmel und näherer Umwelt wechselnden Bild, bildet die aus neun Stücken bestehende Veröffentlichung eigentlich einen durchgehenden Strom, besser Sog aus weitgehend instrumental gehaltener… ja; was? Musik, klar: das Rückgrat möglicherweise dunkle elektronische Soundscapes über treibender, teils breakbeatartiger, teils rockiger Rhythmik (die wiederum in beiden Fällen eine eher natürlichere Soundästethik bevorzugt), dazu immer auch wieder vereinzelte turmhohe Riffs (wie im Opener „Lords Of The Living, Masters Of The Dead“, die zumindest mich auch mal an A Storm Of Light erinnern); selbst in den ruhigeren Momenten immer zumindest mit der Andeutung einer Sprunghaftigkeit, fertig zum Ausbruch. Dazu chorartige Sequenzen, teils mit leicht vocoderhaftem Sound und alles unter einem Himmel, der allein schon über seine Farbe Bedrohung ausdrückt. Und über allem der unstete Schub nach vor. Alles andere als Chill-Out, viel mehr ein Elektronik/Rock/Club/Ambient-par-force-Ritt; Destination Horizont. End-Titles inklusive… Und: für „Heavy Weather“ gilt viel mehr als für andere, für die dieser Vergleich gern herangezogen wird: hier wird ein Film erzählt; musikalisch. (N)

“Constructing Towers” und “Heavy Weather” von Terminal Sound System sind (wie oben zu sehen) in verschiedenen Vinyl-Farbvariationen über die Denovali Mailorder erhältlich. Letzteres Album ist auch auf CD erschienen. Beide Alben sind für Freunde digitaler Musik seit dieser Woche auch im neuen Denovali MP3 Store erhältlich. Dort könnt ihr auch eine kostenlose Tour EP herunterladen, auf der jeweils ein Song der beiden Alben vertreten ist. Zusätzlich gibt es einen unveröffentlichten Track und die Videos zu “Constructing Towers” dazu.

Die restlichen Veröffentlichungen von Terminal Sound System könnt ihr im Stream auf Bandcamp anhören und für kleine Beträge runterladen.

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NADJA & GALENA – KONSTRUKTION

Posted in Release on April 22nd, 2011 by D.K.

Kollaborationen sind dann besonders interessant, wenn man beim Ergebnis weder die eine Band noch die andere dominant raushört, sondern ein komplett neuer Sound entsteht, und wenn man eine der Bands vorher nicht kannte. Bei “Konstruktion” von Nadja & Galena trifft das alles zu.

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Das kanadische Duo Nadja dürfte Liebhabern von Drone, Shoegaze und Ambient ein Begriff sein, das Duo Galena aus Oakland ist da eher ein unbeschriebenes Blatt. Galenas Musik ist beeinflußt von experimentellen Klängen, Noise und Black Metal, was in der dargebotenen Mischung zu einem eindringlichen Sound mutiert.

Nach einem Ideenaustausch zwischen Berlin, der derzeitigen Heimat von Nadja, und Oakland haben die vier Musiker sieben Songs zusammengestellt. Auf der ersten Seite der Platte sind sechs kürzere Songs vertreten, die angefangen bei minimalistischen Ambientsounds über experimentelle Deformierungen von Gitarren, Bass und Synthiesounds bis hin zu sehr sehr subtilem Black Metal, eine große Bandbreite an Konstruktionen präsentieren. Das zweieinhalbminütige “Tears” mit seinem Rückwärtsbass und den dezenten Gitarrenflächen ist einer der Höhepunkte der Platte. Die zweite Seite gehört dem 22minütigen “High Sea & Turbulence / Coda 2″, das sich wie ein Drone-Shoegazer-Mantra in die Gehörgänge fräst. Die Musik wird durch das mysteriöse Artwork von Galenas Billy Sprague ergänzt. Sehr empfehlenswert.

“Konstruktion” ist auf ADAGIO830 als limitiertes Vinyl erschienen und bei Bis Auf´s Messer erhältlich.

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ZWEI MEINUNGEN ZUR NEUEN BORIS

Posted in Release on March 22nd, 2011 by N UND D.K.

BORIS

BORIS – NEW ALBUM

- MINUS -

Schlimmer als befürchtet oder einfach nur nicht so, wie gedacht/gewünscht/erhofft? Nach der 7inch Serie hatte es ja bereits genug Stimmen gegeben, die ein endgültiges(?) Abdriften in Richtung poppigen Metal vorhersahen. Dass Boris mit „New Album“ aber so viel weiter in diese Richtung und darüber hinaus; auch ganz ohne Metal gehen würden…Gut, rein optisch, dieses Cover mit seiner Fernost-Fantasy-Wet-Dream-Wata-Inszenierung gäbe da auch Stoff zum nachdenken, geht deutlich über die bisherige Japan-Askese/Klarheit bzw. 70ties Bezugnahme hinaus; eine zusätzliche Warnung, maybe. Zwei weitere Warnungen: Keyboards (by Wata), nicht nur gelistet, sondern exzessiv genutzt und ein Gesang von Takeshi, der so klingt, als ob er seit dem letzten Album genau so exzessiv Gesangsunterricht genommen hätte.

Der japanisch betitelte Opener: 80ties-Pop-Metal mit gitarrengedoppelten Gesangslinien plus Melodiesolo und ebensolchen Breaks… Auf „Hope“, zieht dann Wata mit ebenso improved Vocals nach, plus noch mehr „Uhs“ und „Ahs“; Pop in Reinkultur, Streicher als tragendes Gerüst, Keys und 1000 hintergründige Britzeleien dahinter. „Party Boy“, der Abschluss der A-Seite packt folgerichtig auf die gleiche Stimmung den Techno-Beat. „Black Original“ auf Seite 2 fängt dann auch gleich an wie ein Stück von Lady Gaga (das meine ich ganz ernst) und geht im Grunde auch so weiter, allein der Gesang ist in der Tonlage tiefer (=“Lady“ Takeshi).

Die Depressionen, die dies altgedienten Boris Fans bereiten mag (falls diese dieses „New Album“ nicht ohnehin schon weiter vorn an die Wand geschmissen haben) will „Pardon?“ (=Selbstironie?) möglicherweise lindern helfen; fragil, leise, balladesk plus ein Gitarrensolo im Michio Kurihara Stil, das erste Stück des „New Album“, das halbwegs an das bisherige Konzept anknüpft. „Spoon“; Rhythmik, Harmonien, Gesang in Melodie und Geschlecht: Heavy Shoegazing oder auch: My japanisch Bloody Valentine 2011. Siebter Titel, Elektro pur… der Synth-Rhythmus inspiriert… cooles Stück, ich gebe es zu. „Tu, la la“, setzt wieder auf Shoegazersound, ein Schuss mehr Rock/Metal, bei genauerem Nachdenken: Swervedriver, England, Creation-Label, ist hier die passende Referenz; auch in Bezug auf den Gesang. Eine Referenz, die, mit ein bisschen guten Willen, auch für den Abschluss des „New Album“ gilt: „Looprider“, mit englischem Refrain, übrigens.

Mit „New Album“ haben Boris sich völlig in den freien Flug ohne jede Bodenhaftung begeben: Destination wo auch immer sie wollen…oder einfach: das Boris’sche Adaptieren und Aufsaugen von Musikgeschichte bis ins Extrem getrieben und dann auch noch, bezogen auf den Tonträger, extrem dispers… vielleicht ein Experiment für Boris, es klingt nur nicht so für den/die Hörer(in)…

N

boris

+ PLUS +

Ein Keyboardsound wie eine Alarmsirene, das ist der Einstieg in die neue Boris und nach 45 Sekunden geht es los mit poppigem Rock mit der gewissen Boris-Note: die Sirene also als Warnung? Takeshi setzt mit erstaunlich professionell melodiösem Gesang ein. Wau, das hatte ich nicht erwartet, aber was kann man schon von einem neuen Boris Album schon erwarten. Meistens ist ja bei neuen Boris Alben nie das zu erwarten, was auf dem letzten Album zu hören war.

„Hope“ und „Party Boy“, mit genau so professionellem Popgesang von Gitarristin Wata, treiben den Hörer immer weiter in die Popwelt von Boris. Die Songs sind makellos, was bei anderen Bands eher negativ ausfällt, bei Boris aber irgendwie cool ist. „Black Original“ mit Popbeat, Vocoder und nur so ein bissel Gitarre treibt die neue Richtung dann auf die Spitze. Gewagt.

Die Rocksounds mit schrammeliger Gitarre, fettem Bass und knüppeligen Drums fehlen aber nicht ganz. So versöhnt „Spoon“ ein wenig und „Tu La La“ und „Looprider“ als Albumabschluss sind zwar gitarrenpoppig eingängig aber haben einen unwiderstehlichen Charme, dem man sich nicht widersetzen kann. Das Album endet mit den gleichen Sirenentönen, mit denen es auch angefangen hat. Hat was von “das Borismobil” rast mit Blaulicht durch die Anlage…

„New Album“ ist ein typisches Boris Album, denn es gibt keine typischen Boris Alben. Der Gang in die Popwelt ist den drei Japanern gelungen, weil sie dabei ihr Ding durchgezogen haben und sich nicht wie große Grungeikonen in die Hände von noch größeren Popproduzenten begeben haben um sich ein nichtselbstgeschriebenes Album aufschwatzen zu lassen. Hut ab vor so viel Mut. Natürlich hoffe ich, dass das nur ein Besuch im Popkosmos war und Boris irgendwann wieder ein droneviliges Album aufnehmen werden.

D.K.

„New Album“ ist als Vinyl über Daymare Records und als CD über Tearbridge Records als Japan-Only-Release erschienen. Im April wird das amerikanische Sargent House Label zwei internationale Boris Platten gleichzeitig rausbringen. Auf dem n e u e n „Heavy Rocks“ (gleicher Titel und gleiches Artwork wie 2002, aber komplett neues Album) und „Attention Please“ werden einige der Songs dieses Albums vertreten sein.

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DROEHNHAUS – ZWEITER TEIL

Posted in Label on January 1st, 2011 by M.H.

DAS LAUTE DROEHNHAUS

Im ersten Teil unseres Droehnhaus Label Specials haben wir euch einige Werke vorgestellt, die das leise Spektrum des breitgefächerten Droehnhaus Katalogs repräsentieren. Teil zwei beschäftigt sich nun mit Künstlern, die für das lautere Dröhnen zuständig sind.

Den Anfang machen Ufesas aus Canelones in Uruguay, die 2009 ihre 7inch “The Black Ride”, den Nachfolger ihrer selbstbetitelten Debüt EP aus 2008, in einer Gesamtauflage von 300 Stück vorgelegt haben. Sie verbinden straighte Rock Gitarren, hypnotischen Gesang und treibende Drums zu kompakten, psychedelischen Stoner Rock Songs. Die A-Seite bietet den titelgebenden Song und die B-Seite mit “The Destroyer” einen Track, bei dem die Band auch mal ihre lateinamerikanischen Wurzeln dezent durchschimmern lässt. “The Black Ride” versprüht rauhen Charme und vermittelt ein Gefühl von Weite und Freiheit. Der positive Gesamteindruck wird durch ein gelungenes Artwork abgerundet, das den Psychedelic Charakter der Aufnahmen widerspiegelt. Sollte es ihnen gelingen, diese Qualitäten auch auf der Langdistanz umzusetzen, darf man von dem für 2011 in Aussicht gestellten ersten Longplayer so einiges erwarten.

Die veröffentlichungstechnisch äußerst aktiven Niederländer Wolfsduister sind gleichermaßen mit einer 7inch am Start, die auf den Namen “Altaar” hört. Auf musikalischer Ebene haben sie jedoch wenig mit ihren Labelkollegen Ufesas gemein. Auf ihrer Webseite geben die Rotterdamer die Marschroute unmissverständlich vor: “Wolfsduister is Ritualistic Ambient in the name of the Unholy master, Lucifer”. Erwartet finstersten Ambient mit Black Metal Hintergrund, der eine unheilvolle misanthropisch-nihilistische Atmosphäre aufziehen lässt. Die auf 100 Stück limitierte EP, enthält zwei jeweils sechsminütige Songs, ist 2009 erschienen und visuell stilsicher verpackt.

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Die dritte Band im Bunde sind Head Of The Taurus, ein Doom/Sludge Instrumental Trio aus Göttingen. Sie setzen mit ihrer 2010er 7inch “Calamity/Perdition” ein rifforientiertes Ausrufezeichen aus schweren Gitarren und repetitiven Drums. Die betont einfach gehaltenen Songs bewegen sich über weite Strecken im Reich des Downtempo und der Monotonie, jedoch versteht sich das Trio darauf, stets im rechten Moment vorübergehend Fahrt aufzunehmen oder neuartige Details einfließen zu lassen, die das Gesamtbild auflockern. Auch Head Of The Taurus werden im nächsten Jahr mit einer Langspielplatte an den Start gehen, auch hier dürfen wir mit Spannung auf das Ergebnis warten.

Bei einem Special über das Droehnhaus Label darf natürlich ein Künstler auf keinen Fall fehlen: Hellmut Neidhardt alias N, den wir euch an dieser Stelle schon einmal ausführlich vorgestellt haben. Der Dortmunder liefert mal wieder vertonten Minimalismus, der dabei in seiner Schlichtheit eine ungemeine Intensität entwickelt und den Hörer auf seine ganz eigene Art zu packen weiss. Die 12inch “N(13) – prora” ist mit 2 Songs bestückt und widmet sich, wie alle vorherigen N Veröffentlichungen auch, in Verbindung mit dem Artwork, für das der Künstler wie immer höchstselbst verantwortlich zeichnet, einem ganz besonderen Ort. Diesmal ist es das Seebad Prora auf der Insel Rügen, welches in den 1930er Jahren von den Nationalsozialisten erbaut, jedoch nie fertiggestellt wurde und heute als “Koloss von Prora” bekannt ist – eine 4,5 Kilometer lange Aneinanderreihung baugleicher Häuserblocks, die zusehends verfallen und deren zukünftige Nutzung ungewiss ist. Bedauerlicherweise ist die LP bereits ausverkauft, aber möglicherweise erfährt sie ja irgendwann mal eine Wiederveröffentlichung. Wünschenswert wäre es jedenfalls.

Wir hoffen, mit den von uns vorgestellten Platten, Bands und Künstlern, euer Interesse an dem kleinen, sympathischen Plattenlabel geweckt zu haben. Schaut doch einfach mal auf der Webseite vorbei. Dort gibt es noch vieles mehr zu entdecken und zudem von den meisten Veröffentlichungen kostenlose MP3 Happen zum Download. Mit Sicherheit werden wir zukünftig noch einiges zu hören bekommen aus dem Droehnhaus.

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AIDAN BAKER IN VERSCHIEDENEN FORMATEN

Posted in ontheroad, Release on November 7th, 2010 by D.K.

aidan baker - broken and remade lp

Aidan Baker, Gründer des kanadischen Drone-Doom-Doppelgespanns Nadja, ist einer der produktivsten Solokünstler im Bereich Ambient und Drone, denn er hat seit 2000 weit über 60 Alben unter seinem Namen veröffentlicht. Revolvermann Records haben eines seiner ungwöhnlichsten Alben namens “Broken and Remade” Ende Oktober erstmalig auf Vinyl wiederveröffentlicht. Das Album ist erstmalig 2007 über Volubilis Records auf CD erschienen. Der Albumtitel ist auch Motto, denn auf “Broken and Remade” sind nicht nur die Titel der Lieder Anagramme des Albumtitels, sondern auch die Musik. Genauer gesagt bestehen die Songs aus 4-8 Sekunden langen Samples von Sounds, die Aidan Baker (Gitarre, Bass Flöte, Gesang) zusammen mit Richard Baker (Drums), Lukas Baker (Trompete) und Sarah Glaedow (Violine, Gesang) aufgenommen hat. Mit diesem limitierten Konzept sind sehr experimentelle und jazzige Tracks, aber auch ungewöhnlich zugängliche Stücke entstanden, die die Verwendung der kurzen Samples nicht vermuten lassen. Ein einzigartiges Dokument aus der so umfangreichen Aidan Baker Diskografie.

Die 12inch könnt ihr direkt über Revolvermann Records bestellen. Die babyblaue Version, wie auf dem Foto zu sehen, ist übrigens auf 100 Stück limitiert.

aidan baker - the shape of snakes

Und wo doch grad die Rede ist vom hochproduktiven Herrn Baker, gleich noch ein Investitionstipp. “The Shape of Snakes” nennt sich die allerneueste Veröffentlichung und ist das vierte Buch, das Aidan Baker herausbringt. Als Co-Release zwischen Aidan Bakers und Leah Buckareffs neuem Label Broken Spine Productions und dem Berliner Verlag A.Verse Publishing ist seit dieser Woche das Buch im 7inch Format erhältlich. Aidan Baker schreibt von imaginären Reisen in die Schattenwelt des nordischen Weltenbaums Yggdrasil, in dessen Wurzelwerk unzählige Schlangen leben, von diversen Religionen und Mythen und von Weisheiten der australischen Aborigines. Also von Allem und von Nichts, denn bei Poesie ist es ja wie bei Musik, jeder hat seine ganz eigene Vorstellung von dem was er liest und hört. Begleitet wird das Geschriebene von Pflanzen- und Tier-Illustrationen und natürlich darf die Musik nicht fehlen. Wer schnell genug ist, kann eine der limitierten Versionen erwerben, der eine 7inch beiliegt. Jede Platte kommt mit selbstgenähter Hülle aus den Händen von Leah Buckareff, der anderen Hälfte von Nadja.

Bestellen könnt ihr das Buch direkt über A.Verse Publishing.

Nicht vergessen: Aidan Baker ist zurzeit zusammen mit Noveller und unFact auf Tour durch Europa, unter anderem in der Christuskirche Bochum, und wird auch ein paar Exemplare der oben vorgestellten Veröffentlichungen dabei haben. Die genauen Tourdaten findet ihr in unserer ONTHEROAD Rubrik.

aidan baker christuskirche bochum

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SWITCHBLADE

Posted in DIE DENOVALI SWINGFEST BANDS 2010 on October 2nd, 2010 by M.H.

denovali swingfest 2010

Die Schweden Switchblade, die am Samstag das Denovali Swingfest mit ihrem mächtigen Doom/Sludge Sound beschallen werden, definieren und zelebrieren mit der Musik ihres aktuellen, sechsten Outputs die Langsamkeit. Ausladende, überlange Kompositionen, die in ihrer vermeintlichen Behäbigkeit eine Intensität und Kraft entwickeln, die man zunächst gar nicht vermuten mag. Nahtlos gehen die schlicht von I bis III durchnummerierten Stücke von "Switchblade", in 2009 bei Trust No One Recordings, wie nahezu alle bisherigen Veröffentlichungen ohne speziellen Albumtitel erschienen, ineinander über und entfalten in ihrer Gesamtheit eine gewaltige Durchschlagskraft. Der aggressive Kreischgesang wird nur spärlich eingesetzt und hält sich dezent im Hintergrund, untermalt dabei aber perfekt die gewaltigen Gitarrenwände, die die Band in aller Gelassenheit zu mächtigen monumentalen Soundwalzen auftürmt.

Bereits 1997 gegründet, hat die Band über die Jahre eine hohe Produktivität an den Tag gelegt und neben den sechs Studioalben noch verschiedene (Split-) 7” und 10”, beispielsweise mit Cult of Luna und Last Match, herausgebracht.

Im Frühjahr 2010 hat Gründungsmitglied Anders Sten (Bass/Gesang) Switchblade verlassen. Johan Folkesson und Tim Bertilsson haben jedoch beschlossen, ihn nicht zu ersetzen, sondern als Duo weiterzumachen und nur von Zeit zu Zeit mit wechselnden Gastsängern zu experimentieren. Dies bedeutet keinesfalls Neuland für die Schweden, da es in der Vergangenheit bereits mehrfach zur Zusammenarbeit mit Sängern befreundeter Bands kam. So wird man Switchblade künftig auf der Bühne mal instrumental, mal mit Gesang erleben dürfen, immer jedoch mit der Grundausstattung 1 drumkit, 1 guitar, 2 guitar amps and 1 bass amp, wie die beiden auf ihrer Webseite versichern. Aktuell haben sie sich in ihren Proberaum zurückgezogen, um sich in Ruhe auf die anstehende Mini-Tour und natürlich ihren Auftritt auf dem Swingfest vorzubereiten. Wir sind gespannt, in welcher Konstellation wir Switchblade am nächsten Wochenende in Essen erleben dürfen.

Die Vinylversion des 2009er Albums könnt ihr über Denovali Records ordern. Dort habt ihr auch die Möglichkeit, in zwei der drei Songs reinzuhören. Aktuelle Tourdaten findet ihr zudem in unserem ONTHEROAD Bereich.

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THE KILIMANJARO DARKJAZZ ENSEMBLE INTERVIEW

Posted in DIE DENOVALI SWINGFEST BANDS 2010, INTERVIEWS on September 30th, 2010 by D.K. und M.H.

Die Düsterjazzer von The Kilimanjaro Darkjazz Ensemble schließen den ersten Abend vom Denovali Swingfest mit einem Doppelset ab, bei dem sie auch Songs ihres Improvisations-Alter-Ego-Projektes The Mount Fuji Doomjazz Corporation spielen werden.

Begonnen hat alles im Jahr 2000, als Jason Köhnen und Gideon Kiers die Band gründeten, nachdem sie sich zusammengesetzt hatten um neue Soundtracks für alte Stummfilme zu schreiben. Mittlerweile ist die Band auf sieben Mitglieder angewachsen und hat bereits unter anderem zwei Studioalben, sowie zwei Alben unter ihrem Alter Ego veröffentlicht. Wir haben uns mit Jason, dem Mitbegründer, Bassisten und Pianisten der Band, über Themen wie Musik und Film unterhalten:

the kilimanjaro darkjazz ensemble

You are playing a double show as The Kilimanjaro Darkjazz Ensemble and The Mount Fuji Doom Jazz Corporation the first time ever at the Denovali Swingfest. How did you decide to do such a unique performance?
Well, Denovali asked us if the joint performance was possible, as we will be releasing both projects on their label. And we thought it would be an interesting challenge to mix both sets together. Combining the improvisation sessions with the structured compositions. We are always open for doing something different.

Denovali Records re-released “Succubus” on Vinyl and your “Self Titled” debut album is about to be re-released on vinyl, too. What took you so long to immortalize your songs on wax?
Well the plans have been there for a while, its just never been a priority. I think finance might have been a bit of an issue as well, but we are really happy that Denovali is giving us the opportunity of re-releasing our music on vinyl in the best possible way.

succubus artwork

Would you like to tell us something about your musical and visual sources of inspiration?
This could be a long answer, but I’m going to try and keep it brief. Its quite difficult pin pointing exact inspiration as all of us are so diverse in our musical tastes that there is no definite answer.
This also goes for the music of TKDE as well. We’ve never sat down and said, lets make music sounding like this or like that, its been a natural process where we compose what feels/sounds right.
So, this is where the visual sources have become an important part of our concept. Gideon and myself originally started re-editing and re-composing soundtracks for old silent classics when we worked together at a Multimedia company back in 1999 / 2000. Its then when we decided to create a project where we would compose music based on visual inspiration rather than being inspired by other music.
Automatically the ‘new soundtracks’ we created had a dark jazzy feel because it moulded well with the films we were working on: Nosferatu and Metropolis.
When it comes to our personal musical influences, well this basically is pretty far off from our sound. Also there are too many styles, genres and groups to name that we all listen too, so I wont even start writing them, you might need some extra pages for this!

We have read that you appreciate the works of silent movie makers such as F. W. Murnau and Fritz Lang. How did this appreciation evolve and what are your favourite silent movies?
Gideon and me both did Art School and focused on visuals, so its been part of our study and interest for a long time. I think silent movies , because of the limitations of their time, have an incredible charm; be it the innocence of the acting, the look/feel of the film grain, there just some kind of magical quality to these old films, it nowadays seems quite alien.

You released an instrumental cover of the titletrack of the “Dark Night Of The Soul” project. Your version sounds way darker and more jazzy – like a reprise of the original version with vocals by David Lynch. What made you decide to pick up this song for a cover?
We’ve always been fans of Lynch since day one. I think everyone who knows Lynch loves him for similar reasons. His imagery is really influential and inspirational.
I bought the DNOTS book when it came out and was charmed by this track. It was basically just an impulsive thing to do.  No deeper explanation to it unfortunately.

Talking about David Lynch, for which of his movies would you like to write a score, if you had the chance?
The Elephant Man. That question is too easy!

Are there any future plans to write soundtracks for contemporary movies? If so, which genre would you prefer and which director would be your favourite to work with?
We would love to work with the Quay Brothers, also Lars Von Trier. This is maybe too much daydreaming, but basically working on any score would be tremendous. We’ve never been approached for a score unfortunately.

What’s up next? You are writing new songs for a The Kilimanjaro Darkjazz Ensemble release. Any plans for a new The Mount Fuji Doom Jazz Corporation recording session, too?
The new TKDE album is in progress. We want to release it around February 2011, following the release with a European Tour. As for TMFDJC we have 2 releases planned. They should be released in December and February respectively.

the kilimanjaro darkjazz ensemble artwork

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