TOMAHAWK – ODDFELLOWS

Frohes Neues erstmal an alle! Neues Jahr, neue Musik, neue Bands… wer weiß, was noch alles auf uns zukommen wird. Fangen wir zunächst erstmal mit alten Hasen an, die 2013 was neues veröffentlichen. Die alten Hasen von denen hier die Rede ist, sind die Herrschaften von Tomahawk, die im Februar mit “Oddfellows” nach 6 Jahren Pause ihr neues Album veröffentlichen. Die Band besteht derzeit aus Mike Patton, Duane Denison, John Stanier und Trevor Dunn, der Kevin Rutmanis ersetzt.

Wie wird die neue Platte von Tomahawk klingen, denkt man sich und erinnert sich zurück an die drei bisherigen Platten. Und genau da liegt die Antwort, denn es gibt keinen Tomahawk Sound, jede Platte lebt in ihrer eigenen Welt. Dreizehn Songs erwarten den Hörer auf 40 Minuten gepresst. Los geht es mit dem Titeltrack, der schwerfällig daherrollt und Mike Patton Platz bietet seinen Refrain langgestreckt und voller Pathos vorzutragen. Fette Nummer. “Stone Letter”, die Single, an zweiter Stelle, eingängig und rockig und überhaupt nicht das, was man von den vier Kollegen erwarten würde nach 6 Jahren Abstinenz. “I.O.U.” ist eine kurze dreckig balladeske Nummer und bereitet den Hörer auf “White Hats / Black Hats” vor. Ein Song, der einfach überzeugen muss. Eine Instrumentenwand bricht über einen ein, die Strophe walzt mit rollenden Basssounds, der Refrain mit Chor im Hintergrund und inbrünstigen Vocals von Herrn Patton. Kopfwackeln, Auto fahren, cruisen… “A Thousand Eyes” ist der Morricone-Moment, oder besser einer der vielen morriconesquen Momente der Platte. “Rise Up Dirty Waters” ist cool, einfach nur cool. Pattens Stimme gleich mehrfach vorne, hinten und von den Seiten der Lautsprecher zu hören, Fingerschnipsen und ein Rockabillyrefrain. “The Quiet Few” ist der Dissonanzentrack des Albums, schräg und gruselig mit Gitarrensounds, die zwischen Tool und Mudhoney wandern und Vocals, die nach Patton aber auch nach Jack White klingen, und dann nimmt auch noch das Tempo zu… “I Can Almost See Them” wie ein Gebet, wie eine Beschwörung, wie ein Ritual. “South Paw” rockt und swingt gleichzeitig, bambambam und tralala im feinsten Einklang. “Choke Neck” irgendwie Ballade, aber irgendwie auch nicht, sobald der Refrain einsetzt schon mal gar nicht mehr balladenhaft. “Waratorium” ist die perfekte Tanznummer. Die Instrumente preschen rhythmisch voran und Herr Patton gibt hallende Lebensweisheiten wie “got memory don´t need a tattoo” von sich. Ein Höhepunkt. “Baby Lets Play” klingt wie eine 60er Jahre Horrorballade aus dem Jenseits. “Typhoon” beginnt mit Westerngitarren, um sich sofort wieder in eine sludgige Rockabilly-Metal-Nummer zu verwandeln und alles in zwei Minuten. Ein fette Pattonscreamattacke beendet das Album.

Tja, wie klingt das Album, wenn man es in einem Satz beschreiben müsste? Wer auf Rock, Metal, Jazz, Funk, Rockabilly, alte Soundtracks, Alternativ und auf experimentelle Musik steht und sich nicht entscheiden kann, was er davon als erstes hören soll, der sollte “Oddfellows” auflegen.

Die Platte erscheint am 1. Februar 2013 über Ipecac Records. Die Single zu “Stone Letter” ist schon zum Black Friday als Single Sided 7inch erschienen und in diversen gut sortierten Shops erhältlich. Auf der B-Seite ist übrigens ein Hase eingraviert… um das Thema alte Hasen hier mal abzurunden.

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